18. März 2019 / 08:52 Uhr

#GABFAF: Wie ein Fußballverein Alkohol und Zigaretten verbannt hat

#GABFAF: Wie ein Fußballverein Alkohol und Zigaretten verbannt hat

Stefan Döring
RedaktionsNetzwerk Deutschland
„Sport ist Sport und Alkohol ist Alkohol“, sagt Gero Scheuß vom Nikolausberger SC. Bier ist auch für die Spieler tabu – bis nach dem Duschen.
„Sport ist Sport und Alkohol ist Alkohol“, sagt Gero Scheuß vom Nikolausberger SC. Bier ist auch für die Spieler tabu – bis nach dem Duschen. © Niklas Richter, imago/Waldmüller
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Beim Nikolausberger SC in Göttingen darf vor und während der Spiele nicht geraucht oder getrunken werden. Die Regel gilt seit zehn Jahren. "Die Akzeptanz ist da", sagt Abteilungsleiter Gero Scheuß. 

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Hinweis: Dieser Artikel ist Teil der Amateurfußball-Initiative #GABFAF. Weitere Informationen dazu auf gabfaf.de.

Es klingt verblüffend in der heutigen Fußballwelt. Ein Amateurverein verzichtet freiwillig auf Einnahmen? „Geld darf nie die Triebfeder sein, Prinzipien dürfen nicht über Bord geworfen werden“, sagt Gero Scheuß.

Scheuß ist Abteilungsleiter Fußball beim Nikolausberger SC in Göttingen. Vor rund zehn Jahren hatte er einen Vorschlag: Die heimische Anlage sollte vor und während der Fußballspiele rauch- und alkoholfrei bleiben. Amateurfußball ohne Bierchen und Zigarette? Bei Heimspielen prangt das Banner mit der Aufschrift „Alkoholfrei Sport genießen“ am Platz des Stadtteilvereins aus der 1. Kreisklasse.

Weil der Amateurfußball es wert ist. #GABFAF

Gepostet von GABFAF am Sonntag, 17. März 2019

Spieler dürfen trinken – aber nicht im Trikot

Große Widerstände im Verein gab es nicht. Zumal die Alkoholregel nur gilt, bis die Spieler geduscht und umgezogen sind. „Sport ist Sport – und Alkohol ist Alkohol“, sagt Scheuß. „Die Jungs sollen feiern oder ihr Frustbier trinken. Aber nicht im Trikot.“

Scheuß sagt dies bestimmt und mit Nachdruck. Dabei könnte man sich „den Gero“, wie sie ihn beim NSC nennen, gut vorstellen, wie er sich mit einem Bierchen an den Zaun stellt und über das Spiel philosophiert. Doch genau das macht er nicht. „Ich bin Jugendtrainer. Da geht es für mich auch um Prävention. Der Sport muss Rücksicht auf alle nehmen“, sagt er. „Wir sind schließlich Vorbilder für die Jugend.“

„Die Akzeptanz ist da, ein Murren gibt es aber immer“, sagt Scheuß. Vor allem von außen. „Da heißt es schon mal, dass Zuschauer nicht kommen würden, weil es bei uns keinen Alkohol gibt“, erklärt Scheuß, der seit 1983 als Trainer im Verein aktiv ist.

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Manchmal bringen Leute selbst ihren Alkohol mit. Dann erinnert der Abteilungsleiter Fußball an die geltende Regel. „Meistens verstehen sie es dann. Ansonsten nehme ich auch schon mal die Sachen weg und gebe sie erst nach dem Spiel zurück“, sagt Scheuß. Ihm gehe es ja nicht darum, den Menschen den Genuss von Alkohol zu untersagen. Schließlich dürfe jeder nach dem Spiel so tief in Glas gucken, wie er mag. „Nur während des Sports nicht. Dann geht es um die Leistung. Das Wichtigste am Fußball ist schließlich der Spaß am Sport“, sagt er.

Die Mannschaft ist mittlerweile überzeugt: „Das stößt nicht immer auf Gegenliebe, aber die Leute verstehen die Idee dahinter“, sagt Hagen Nenast, der für die Herren des NSC spielt. So gilt zum Beispiel auch die Regeln: Wer zum Mannschaftsgrillen nach dem Spiel eine Kiste Bier beisteuert, muss auch für alkoholfreie Getränke sorgen. Niemand soll sich ausgeschlossen fühlen. Torhüter Leon Feischen sagt: „Erst einmal war es ein grober Einschnitt in unsere Gewohnheiten. Wir stehen aber alle dazu und unterstützen das. Uns verbietet ja niemand das Biertrinken. Es geht nur um den Zeitpunkt.“

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Das "Grundgesetz" der Initiative: Im Manifest könnt Ihr nachlesen, wofür #GABFAF sich einsetzt. Direkt hier in der Galerie! © #GABFAF
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