01. Februar 2020 / 11:00 Uhr

Die Amateurfußball-Legende: Das ist der Macher von "Kreisligafußball - Das Bier gewinnt"

Die Amateurfußball-Legende: Das ist der Macher von "Kreisligafußball - Das Bier gewinnt"

Chantal Ranke
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Egal ob auf oder abseits des Platzes: Für den Amateurfußball gibt Tobias Serge aka Kreisligalegende alles. 
Egal ob auf oder abseits des Platzes: Für den Amateurfußball gibt Tobias Serge aka "Kreisligalegende" alles.  © Sergeo
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Mehr als 500.000 Follower bei Facebook und über 300.000 bei Instagram: Die Seite "Kreisligafußball - Das Bier gewinnt" ist nahezu jedem Amateurfußballer bekannt. #GABFAF hat mit Seiteninhaber Tobias Sergeo gesprochen und zeigt wer eigentlich dahinter steckt. Die "Kreisligalegende" erzählt dabei auch, wie er durch einen Zufall zum Ballermann-Star wurde. 

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Kreisligafußball ist, wenn der Bierbauch des Mittelstürmers im Abseits steht. Oder, wenn ein Pressschlag mehr gefeiert wird als ein Tor. Oder ist Kreisligafußball eben doch, wenn es diesen einen Stürmer gibt, der seit Jahren nichts getroffen hat? Die Kreisliga ist ein Phänomen für sich. Was dieses Phänomen ausmacht, zeigt die Facebook-Seite „Kreisligafußball – Das Bier gewinnt“ in humoristischer und plakativer Art und Weise. Nahezu jeder Amateurfußballer kennt die Seite und identifiziert sich mit den Sprüchen.

Mehr als 546.000 Menschen folgen der Seite bei Facebook, knapp 303.000 bei Instagram (Instagram-Name: kreisligafussball.de). Es gibt einen eigenen Shop mit Produkten von T-Shirts und Handtüchern über Fußmatten und Stutzen – natürlich alles im Zeichen des Bieres. Doch wer steckt eigentlich dahinter? Die "Kreisligalegende" ist das Gesicht hinter all dem, was sich seit 2012 aufgebaut hat. Eigentlich heißt die "Kreisligalegende" Tobias Sergeo, kommt aus einem kleinen Dorf bei Wetzlar und ist vor allem eins: Absolut fußballverrückt.

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Der Klassiker: Sergeos erster Trainer war sein Vater

"Für mich gab es nie eine andere Option als Fußball“, sagt Sergeo. Als Kind legte er die klassische Fußballkarriere hin. Mit fünf Jahren setzte er seine ersten Schritte auf den Platz der SG 08 Oberbiel. Sein Trainer damals? Natürlich der Vater. Nach einem kleinen Motivationstief in der B-Jugend packte ihn das Fußballfieber im Herrenbereich erneut. Von zwei Kumpels ließ sich Sergeo anschließend überzeugen von Oberbiel zum TSV Albshausen zu wechseln. Bis heute schnürt Sergeo seine Schuhe als Mittelstürmer für den TSV – wenn die Zeit es zulässt. Denn durch den Erfolg, den „Kreisligafußball – Das Bier gewinnt“ generiert hat, finden die meisten Partien ohne Sergeo statt.

2013 übernahm Sergeo die Facebook-Seite von einem Kumpel: „Wir haben komplett aus Spaß angefangen und mit den lustigen Begebenheiten aus dem Amateurfußball einen Nerv getroffen.“ Sergeo bemerkte schnell, welches Potenzial dahinter steckt und stellte sich sein eigenes kleines Team zusammen. Das Grundteam aus vier Personen besteht in dieser Form bis heute. Nicht nur aus personeller Sicht, auch inhaltlich folgte nun alles einem Konzept. „Wir haben festgelegt, dass wir vier Beiträge am Tag posten wollen. Inhaltlich wollen wir an der Basis bleiben und das widerspiegeln, was der Amateurfußball wirklich ist“, sagt Sergeo. „Natürlich sind die Darstellungen manchmal übertrieben, aber das wissen die Leute, die uns folgen.“

Authentizität und Identifikation stehen bei „Kreisligafußball – Das Bier gewinnt“ an erster Stelle. Das kommt an bei den Nutzern. Unzählige Nachrichten und Bilder von Mannschaftsabenden, Trainingslagern oder Spielen bringen täglich das Postfach zum Glühen. Das, was die Teams einsenden, spiegelt den Charakter der Seite wider. „Wir leben von den Nutzern. Ich schätze gut 40 Prozent der Inhalte bekommen wir von der Community“, sagt Sergeo.

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Der Durchbruch folgt durch Anthony Modeste

Das Leben von Tobias Sergeo hat sich durch den Erfolg der Seite schlagartig verändert. Durch die Community entstand das Pseudonym "Kreisligalegende". Zunächst wurde er nur von den Usern so genannt. Erst 2016 entwickelte Sergeo dann die Kunstfigur "Kreisligalegende" - und das aus einer Verkettung vieler Zufälle. "Erstmal war das nur angedacht, um den Menschen ein Gesicht für Kritik oder Positives zu geben.“ Bis plötzlich sein Telefon klingelte. Am anderen Ende der Leitung war Partyschlagersänger Ikke Hüftgold. „Wir haben uns zunächst nur getroffen, um über Social Media zu sprechen, da es für ihn natürlich auch ein wichtiges Thema ist.“ Kurze Zeit später bekamen beide ein Video von der Herrenmannschaft des VfL Eschhofen zugeschickt. Auf ihrer Nicht-Abstiegsfeier besang das Team Köln-Stürmer Anthony Modeste mit Zeilen wie: "Wer kommt zum Training overdressed? Anthony Modeste!". Hüftgold und Sergeo war sofort klar: Diesen Song müssen wir gemeinsam aufnehmen.

Für Sergeo alias "Kreisligalegende" war der Modeste-Song 2017 der Durchbruch als Partysänger. Mittlerweile tourt er jedes Wochenende quer durch Deutschland, tritt von April bis September im Bierkönig auf Mallorca auf. Auch Partydomizile wie Bulgarien und Lloret stehen regelmäßig in seinem Terminkalender. Der Arbeitstag von Sergeo dauert dadurch mittlerweile gut zwölf Stunden. Denn neben allem, was mit „Kreisligafußball“ zu tun hat, arbeitet Sergeo zusätzlich als Marketingleiter der Produktionsfirma Summerfield Records.

Auftritt im Bierkönig: Als Kreisligalegende ist Tobias Sergeo von April bis September auf Mallorca unterwegs. 
Auftritt im Bierkönig: Als "Kreisligalegende" ist Tobias Sergeo von April bis September auf Mallorca unterwegs.  © Sergeo
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"Wenn ich DFB-Präsident wäre, würde ich mehr für den Amateurfußball tun."

Neben all den schönen Seiten des Amateurfußballs hat Sergeo aber auch den Blick für die zum Teil katastrophalen Verhältnisse nicht verloren. Er kritisiert vor allem, dass der DFB einfach zu wenig mache. Dass sich viele Mannschaften abmelden oder zu Spielgemeinschaften zusammenschließen, schade dem Charakter des Amateurfußballs – richtige Derbys gäbe es so immer weniger. „Mein erster Co-Trainer hat damals schon gesagt: Wenn die Reservemannschaft abgemeldet wird, ist das der Tod für die erste Mannschaft. Und das stimmt, es fehlt einfach der Unterbau“, sagt Sergeo.

Seiner Meinung nach muss daher vor allem im Jugendbereich mehr getan werden, was die Ausbildung der Trainer oder das Bereitstellen von Equipment anbelangt. „Wenn ich DFB-Präsident wäre, würde ich auf jeden Fall mehr für den Amateurfußball tun“, so Sergeo. Bei der Frage, ob er am Sonntag lieber auf dem Amateurplatz oder in der Kurve eines Bundesligastadions stehen würde, muss er nicht lange überlegen: „Ich gehe mit all meinen Kumpels auf den Amateurplatz. Das ist einfach das Beste, wie heimkommen."

Tobias Sergeo lebt den Amateurfußball und hat seine Leidenschaft zum Beruf gemacht. Durch seine Seite „Kreisligafußball – Das Bier gewinnt“ und die "Kreisligalegende" wurde er zum Idol vieler Amateurfußballer in ganz Deutschland. Nur seine eigene Laufbahn bleibt dabei auf der Strecke: In der laufenden Saison steht erst ein Saisonspiel auf dem Konto der Kreisligalegende.

Das Amateurfußball-Bündnis #GABFAF berichtet regelmäßig über Probleme bei Amateurvereinen. Hier eine Auswahl an Klubs, die davon profitiert haben:

<strong>TSV Sulzfeld (Bayern):</strong> Mit einem hauchdünnen Vorsprung setzten sich die Sulzfelder in der #GABFAF-Vereinskasse durch und haben damit nun auch 2000 Euro mehr auf ihrem Konto. Damit kann der Klub nun endlich mit der Sanierung der sehr maroden Duschen beginnen. Der erste Schritt: Neue Duschköpfe.  Zur Galerie
TSV Sulzfeld (Bayern): Mit einem hauchdünnen Vorsprung setzten sich die Sulzfelder in der #GABFAF-Vereinskasse durch und haben damit nun auch 2000 Euro mehr auf ihrem Konto. Damit kann der Klub nun endlich mit der Sanierung der sehr maroden Duschen beginnen. Der erste Schritt: Neue Duschköpfe.  ©

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