24. Juli 2019 / 06:00 Uhr

#GABFAF-Botschafter und HSV-Legende Rafael van der Vaart: "Ich war der beste Profi-Amateur"

#GABFAF-Botschafter und HSV-Legende Rafael van der Vaart: "Ich war der beste Profi-Amateur"

Tim Lüddecke
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Rafael van der Vaart kehrt zum Hamburger SV zurück - gemeinsam mit seinem Sohn Damián kommt der #GABFAF-Botschafter am 13. Oktober zu seinem Abschiedsspiel ins Volksparkstadion. 
Rafael van der Vaart kehrt zum Hamburger SV zurück - gemeinsam mit seinem Sohn Damián kommt der #GABFAF-Botschafter am 13. Oktober zu seinem Abschiedsspiel ins Volksparkstadion.  © Getty / Witters
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Im Doppelinterview mit seinem Sohn Damian erklärt Rafael van der Vaart dem SPORTBUZZER seine Verbindung zum und sein Engagement für den Amateurfußball. Zudem wirft er einen kritischen Blick auf den Profibereich.

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Er hat die ganz große Profi-Karriere hingelegt, doch selbst als Rafael van der Vaart für Real Madrid und in Tottenham spielte, merkte der Niederländer, dass er den Amateurfußball vermisst. Daher setzt sich der ehemalige HSV-Kapitän rund um sein Abschiedsspiel am 13. Oktober im Hamburger Volksparkstadion (alle Infos hier) als #GABFAF-Botschafter für den kleinen Fußball ein.

Im SPORTBUZZER-Doppelinterview mit seinem Sohn Damian, der beim Abschied seines Vaters Teil einer ganz besonderen #GABFAF-Aktion sein wird, spricht Rafael van der Vaart über seine letzte Partie, für die zuletzt auch Marcelo Diaz und Peter Crouch ihr Kommen zugesagt haben. Zudem verrät er Details von Gesprächen zwischen Vater und Sohn sowie die Gründe für seine nie abgerissene Verbindung zum Amateurfußball (alle Informationen zu #GABFAF gibt es hier).

SPORTBUZZER: Rafael van der Vaart, kam ein Abschiedsspiel in einer anderen Stadt als Hamburg für Sie infrage?

Rafael van der Vaart (36): Eigentlich nicht. Ich habe in meinen sechs Jahren hier um die Meisterschaft gespielt, die Champions-League-Quali geschafft, bin aber auch fast abgestiegen. Es war also alles drin, es war wie eine große Liebe.

Vor Ihrem letzten Auftritt wird es ein Vorspiel der Mannschaft Ihres Sohns Damian gegen eine #GABFAF-Auswahl geben – warum?

Das ist Jugend, und für die sollten wir alles tun. Wenn ich ihre Träume wahr werden lassen und ihnen die Chance geben kann, vor so vielen Zuschauern in diesem Stadion zu spielen, mache ich das.

#GABFAF-Aktion: Werde Teil des Abschiedsspiels

Erzählen Sie Ihrem Sohn häufig von früher?

Eigentlich fast nie, das übernehmen eher mein Bruder und mein Vater. Oder Damian sucht sich selber Youtube-Videos raus.

Damian, wie oft guckt Papa bei deinen Spielen für Victoria Hamburg in der C-Jugend-Landesliga zu?

Damian van der Vaart (13): Dafür, dass er in Dänemark lebt, ist er schon sehr oft dabei.

Wie verhält er sich da?

Wenn ihm etwas auffällt, gibt er mir zwischendurch Tipps. Als ich mal einen Freistoß geschossen habe, stand der Torwart zu weit in einer Ecke. Ich habe ihn dann reingeschossen.

SPORTBUZZER-Redakteur Tim Lüddecke traf Rafael und Damian van der Vaart zum Interview.
SPORTBUZZER-Redakteur Tim Lüddecke traf Rafael und Damian van der Vaart zum Interview. © Witters
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Rafael, fühlen Sie sich auf dem Amateurfußballplatz wohl?

Wissen Sie, bei Victoria gibt es unter der Tribüne so eine schöne Bar. Wenn die Kinder spielen, gehen wir Eltern immer dort runter und trinken etwas. Dann bin ich Amateur – und einfach glücklich.

Wie oft denken Sie an Ihre erste Station BVV De Kennemers zurück?

Oft! Weil ich oft da bin, jedes Mal, wenn wir Urlaub in Holland machen. Das hat für mich auch mit Respekt zu tun. Und das Schöne ist ja, dass die Leute immer noch die gleichen sind. Dass mein erster Trainer noch immer denkt, er habe dafür gesorgt, dass ich Profi geworden bin. (lacht) Wie geil ist das denn.

Klingt, als hätten Sie diese Zeiten als Profi vermisst.

Ja, jedes Mal, wenn mein Vater angerufen hat und erzählte, dass er am nächsten Morgen um elf ein Spiel hatte ... Als Profi musste ich feststellen, dass man sich, je höher ich gespielt habe, immer öfter daran erinnern muss, worum es geht: Spaß zu haben. Der Druck nahm einfach überhand, es ging nur ums Gewinnen. Für den Amateurfußball ist in dieser Zeit fast kein Platz. Aber ich habe immer gesagt: Ich war der beste Profi-Amateur.

Die Karriere von Rafael van der Vaart in Bildern

Der SPORTBUZZER blickt auf die bewegte Karriere von Rafael van der Vaart in Bildern zurück. Zur Galerie
Der SPORTBUZZER blickt auf die bewegte Karriere von Rafael van der Vaart in Bildern zurück. ©

Das müssen Sie erklären.

Ich brauche eine Atmosphäre, in der ich mich wohlfühlen kann. Dazu zählte es auch, mal nach einem Spiel einen Burger zu essen. Die zwei Tore habe ich davor trotzdem geschossen. (lacht)

Was ist anders als zu Ihrer Zeit?

Die Geldsummen sind mittlerweile gemeingefährlich. Als ich von Ajax für 5 Millionen Euro nach Hamburg gewechselt bin, wusste jeder, wer ich war. Wenn aber heute ein Spieler für 30 Millionen zu Watford wechselt, kenne ich den nicht mal. Das wundert mich dann: Denn für so viel Geld will ich auch Qualität sehen.

Wie meinen Sie das?

Profis verdienen mittlerweile so viel Geld, dass viele nur noch deswegen spielen. Aber ich hatte auch ein Angebot aus China. China! Was soll ich in China? Das wäre nichts für mich. Inzwischen wechseln Spieler in ihren besten Jahren dorthin. Amateurspieler hingegen gehen zum Training, weil sie Spaß haben wollen. Sie lieben das Spiel – so wie ich.

Mehr zu #GABFAF

Selbst, wenn anschließend nur kaltes Wasser aus der Dusche kommt.

Deshalb ist es unser Job als ehemalige Spieler, darauf aufmerksam zu machen, zu helfen.

Haben Sie es selbst mal erlebt, dass das Wasser nicht warm wurde?

In Tottenham, erst war es kalt, am nächsten Tag kam sogar gar kein Wasser. Das war back to the roots, ich fand das richtig cool. Zwei Tage später hatten wir neue Duschen ... Meine Mitspieler meinten danach: Kannst du nicht öfter etwas sagen? Wir brauchen noch einen Jacuzzi ...

Möchtest du auch mal Profi werden, Damian?

Auf jeden Fall. Ich werde alles dafür tun, um das zu schaffen – wie mein Vater. Er ist mein größtes Idol, auch wenn ich Rechtsfuß bin.

Das sind die #GABFAF-Unterstützer

Profis, Promis, Amateure: Einige der #GABFAF-Unterstützer findest Du hier in der Galerie. Zur Galerie
Profis, Promis, Amateure: Einige der #GABFAF-Unterstützer findest Du hier in der Galerie. ©

Rafael, wäre es „schlimm“, wenn Damian es nicht schaffen würde?

Das Talent dafür hat er, absolut. Aber das ist genauso wie in der Schule. Da geht es auch immer darum, der Beste zu sein. Aber wenn das Kind damit nicht glücklich ist, sollte man das Niveau einfach ein bisschen runterschrauben. Sonst leidet der Spaß darunter. Ich erinnere mich da an Zeljko Petrovic ...

… damals Co-Trainer beim HSV.

Ich wollte zu Real Madrid wechseln, doch er sagte mir: Bleib bitte hier. Es ist besser, König in Hamburg zu sein, als ein normaler Prinz in Madrid. Und das stimmt eigentlich, ich hatte hier alles. Aber wenn man zu Real wechseln kann, macht man das natürlich.

Die 10 schönsten Momente von Rafael van der Vaart beim HSV

Insgesamt sechs Jahre (2005 bis 2008 und 2012 bis 2015) verbrachte Rafael van der Vaart beim Hamburger SV und erlebte zahlreiche glanzvolle Momente. Der SPORTBUZZER blickt auf zehn Highlights des Holländers beim HSV zurück. Zur Galerie
Insgesamt sechs Jahre (2005 bis 2008 und 2012 bis 2015) verbrachte Rafael van der Vaart beim Hamburger SV und erlebte zahlreiche glanzvolle Momente. Der SPORTBUZZER blickt auf zehn Highlights des Holländers beim HSV zurück. ©

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