08. Mai 2019 / 15:49 Uhr

Wasserpumpe kaputt: Verein fürchtet die Dürre – #GABFAF sucht Helfer

Wasserpumpe kaputt: Verein fürchtet die Dürre – #GABFAF sucht Helfer

Wilko Finke
Leipziger Volkszeitung
Gegenwart und Vergangenheit des TSV Röcknitz: Die Meistermannschaft von 2004 und der Brunnen mit kaputter Pumpe von 2019.
Gegenwart und Vergangenheit des TSV Röcknitz: Die Meistermannschaft von 2004 und der Brunnen mit kaputter Pumpe von 2019. © Wilko Finke
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Der TSV Röcknitz (bei Leipzig) hatte um die Jahrtausendwende glorreiche Zeiten. Aktuell kämpfen die Ehrenamtlichen mit vielen Problemen, die typisch sind für Fußballvereine im ländlichen Raum.

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Dieser Artikel ist Teil der Amateurfußball-Initiative #GABFAF. Weitere Informationen dazu auf gabfaf.de.

Ein stetiges Wandeln zwischen Höhen und Tiefen – das kennen sie gut beim kleinen Turn- und Sportverein 1953 Röcknitz. Aktuell überwiegen hier, gut 30 Kilometer nordöstlich von Leipzig, 77 Mitglieder in der Fußballsparte, mal wieder die Probleme. Und das hat auch mit einer Pumpe zu tun. Die ist kaputt, die Bewässerung des Röcknitzer Fußballplatzes damit gefährdet. Und das bei der prognostizierten Dürre im kommenden Sommer.

Neubeginn zur Jahrtausendwende: "Das waren noch Zeiten"

Vereinschef Nick Roth ist TSV-Urgestein und „Mädchen für alles“ bei den Sachsen. Entsprechend sorgt er sich um seinen Verein. Mithilfe einiger Kollegen hat er doch dafür gesorgt, dass es diesen Sportverein überhaupt noch gibt. Denn an Punktspielfußball war von 1985 bis 1999 aufgrund fehlenden Personals nicht zu denken. Die Brüder Sven und Sebastian Czok sowie Daniel Kresse initiierten schließlich mit einer Werbekampagne einen Neubeginn. „Der Erfolg war umwerfend“, erinnert sich Kresse, „ab der Saison 2000/2001 kämpfte endlich wieder ein Männerteam um Punkte.“ Schon ein Jahr später gab es sogar eine zweite Garnitur. „Das waren noch Zeiten“, schwärmt Roth noch heute.

Der offizielle Trailer: Das ist #GABFAF.

Jubelfahrt mit dem Traktor

Spieler, die auch für höherklassige Mannschaften hätten auflaufen können, traten gern in Röcknitz an. Hier war die Atmosphäre toll, die Zuschauer – anfangs regelmäßig weit über 100 – kamen verlässlich zu den Punktspielen. Das Team zahlte mit Leistung zurück: 2003/2004 gelang der Aufstieg in die 1. Muldental-Klasse. Und die erste Saison wurde auf Platz fünf beendet – ein Achtungserfolg, der ausgelassen gefeiert wurde. Nach dem letzten Punktspiel im Nachbarort Hohburg traten die TSV-Spieler die Heimfahrt von lauter Musik untermalt mit dem Traktor an.

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Schnee von gestern, der Röcknitzer Fußballalltag sieht inzwischen anders aus. „An Meisterfeiern ist nicht mehr zu denken“, gibt Vereinsboss Roth zu. Schon vor zwei Jahren musste der Verein die Reißleine ziehen, nur durch Bildung einer Spielgemeinschaft mit dem Nachbarort Strelln existiert überhaupt noch eine Mannschaft im Erwachsenenbereich, gekickt wird aktuell in der 1. Kreisklasse Nordsachsen.

"Für Wasser müssen wir betteln"

Es ist ein Teufelskreis im Amateurfußball, in den die Röcknitzer gerieten: Durch die geburtenschwachen Jahrgänge fehlt Nachwuchs. Die Grundschüler des Ortes gehen mittlerweile auch noch im benachbarten Thallwitz in die Schule, entsprechend schwierig ist es, sie für den Fußball in Röcknitz zu begeistern. Im Umkreis von zehn Kilometern gibt es zudem neun Männermannschaften, verteilt auf fünf weitere Vereine. Da ist die Konkurrenz um die besten Akteure groß, das Wechselkarussell dreht sich beständig. Und das Sponsorengeld wird weniger. „Einige kleinere Betriebe halten uns im Rahmen ihrer Möglichkeiten die Stange“, sagt Roth. Mit diesem Geld könne er zwar das eine oder andere Loch stopfen, sagt der Vereinschef. Doch: „So bitter es für uns ist, müssen wir, wenn wieder Wasser fließen soll, betteln.“

Die Wasserpumpe ist kaputt

Denn neben den vielen anderen Problemen macht dem Verein die Dürre des vergangenen Jahres immer noch besonders zu schaffen. Das Gras auf dem windanfälligen Sportplatz am Rande der Ortschaft wird weniger. Und dann gab auch noch die Pumpe im Brunnen den Geist auf. Klar, sie haben das Gerät eingeschickt zur Reparatur, doch die brachte nur kurz etwas. Schnell war die Pumpe wieder unbrauchbar.

Wenn das Röcknitzer Gras also in Zukunft auch bei Hitze wieder sprießen soll, muss eine neue Pumpe her. Ein gepflegtes Spielfeld sei schließlich eine der wichtigsten Voraussetzungen, um neue Spieler nach Röcknitz oder Strelln locken zu können, wissen die Verantwortlichen.

Der Fußball gehöre doch zum Beisammensein im Ort dazu, entsprechend lohnt es sich, für ihn zu kämpfen. Und manchmal kann dabei schon eine neue Wasserpumpe helfen.

#GABFAF sucht nach Unterstützern. Wer kann dem TSV Röcknitz oder anderen Vereinen in Not mit Material, Know-How oder Arbeitsleistung helfen? Meldet Euch gern über das Kontaktformular auf gabfaf.de bei uns. Wenn Euer Verein ebenfalls Probleme hat und Hilfe benötigt, könnt Ihr Euch ebenfalls dort melden.

Mehr zu dem Aktionsbündnis auch auf den #GABFAF-Kanälen bei Facebook und bei Instagram.

Das #GABFAF-Manifest

Das Grundgesetz der Initiative: Im Manifest könnt Ihr nachlesen, wofür #GABFAF sich einsetzt. Direkt hier in der Galerie! Zur Galerie
Das "Grundgesetz" der Initiative: Im Manifest könnt Ihr nachlesen, wofür #GABFAF sich einsetzt. Direkt hier in der Galerie! © #GABFAF
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