09. Oktober 2019 / 16:28 Uhr

Gallisches Dorf freut sich auf den 1. FC Magdeburg

Gallisches Dorf freut sich auf den 1. FC Magdeburg

Ronny Müller
Märkische Allgemeine Zeitung
Warnaus Trainer Ralf Franke mit seinen Kollegen Ingo Kahlisch (l.) und Jens Härtel (r.).
Warnaus Trainer Ralf Franke mit seinen Kollegen Ingo Kahlisch (l.) und Jens Härtel (r.). © Verein
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Landespokal, Sachsen-Anhalt: Der SSV Havelwinkel Warnau trägt das Landespokalspiel gegen den Drittligisten im Stadion des FSV Optik Rathenow aus.

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Die Warnauer bezeichnen sich als gallisches Dorf im Fußball Sachsen-Anhalts. 233 Menschen leben in dem idyllischen Havel-Örtchen direkt an der Landesgrenze zu Brandenburg. Zu den Heimspielen der Landesliga-Mannschaft kommen im Durchschnitt immerhin 150 Zuschauer.

Am Samstag (14 Uhr) machen sich die Fans auf den Weg ins 26 Kilometer entfernte Rathenow. Da der Warnauer Dorfsportplatz zu klein ist, trägt der SSV Havelwinkel sein Achtelfinalspiel im Landespokal gegen den Drittligisten 1. FC Magdeburg im Stadion Vogelgesang des FSV Optik Rathenow aus. „Wir rechnen mit 1500 Zuschauern“, sagt Havelwinkel-Trainer Ralf Franke. Vor drei Jahren hatten die Warnauer schon einmal Losglück: 0:8 unterlag man gegen die Magdeburger unter Trainer Jens Härtel. Auch damals wurde vor 1400 Zuschauern im Vogelgesang gespielt.

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<b>2005</b>: MSV Neuruppin gewinnt nach Verlängerung (2:1 gegen Babelsberg) erstmals den Pokal, darf im DFB-Pokal später gegen Bayern München spielen. Zur Galerie
2005: MSV Neuruppin gewinnt nach Verlängerung (2:1 gegen Babelsberg) erstmals den Pokal, darf im DFB-Pokal später gegen Bayern München spielen. ©
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Nun hofft Ralf Franke, „solange wie möglich gegenzuhalten und unter fünf Gegentoren zu bleiben“. Eine Sensation hält er allerdings für ziemlich ausgeschlossen. „Der Unterschied zwischen Warnau und den Magdeburger Profis ist riesengroß. Meine Jungs sollen es genießen.“ Konditionell wird Warnau nicht mithalten können: Die Mannschaft hat ein Durchschnittsalter von 31 Jahren. Mittelfeldspieler Sven Ahlendorf ist sogar gerade 45 geworden.

Franke spielte einst in der Junioren-Oberliga für Stahl Brandenburg, später für Optik Rathenow und Chemie Premnitz. Vor fünf Jahren übernahm der Mögeliner das Traineramt in Warnau. Damals habe der Verein kurz vor der Auflösung gestanden. Doch mit Hilfe von vier Brasilianern, einem Russen und einem Thailänder blieb man in der Landesklasse. „Seitdem schwimmen wir auf einer Erfolgswelle“, sagt der 49-jährige Franke.

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Neun Rathenower stehen mittlerweile im Team, das 2017 in die Landesliga aufstieg. Zum Training sammelt Franke, der in Mögelin lebt, die Rathenower mit einem Bus ein, den er vom Verein gestellt bekam. Der argentinische Torwart Lucas Vincentin kommt mit der Bahn aus Berlin nach Rathenow. Der Trainer schwärmt von den Bedingungen, die der Verein der Mannschaft ermöglicht. „Wir können in einheitlicher Kluft trainieren, nach den Einheiten wird für Essen und Trinken gesorgt.“ Und der Platz ist in einem guten Zustand. Ein paar Rentner, einige schon über 80, kümmern sich nahezu täglich um die Anlage.

Der Verein wurde im Jahr 2000 gegründet, erst seit 2007 gibt es eine Fußballmannschaft. 15 Pappeln mussten gefällt werden, um einen Fußballplatz aus dem Boden stampfen zu können. Die Anlage ist der große Stolz des Vereins, seit dieser Saison gibt es eine E-Jugend-Mannschaft. „In Warnau fiebern alle mit uns mit“, sagt Franke. Ein paar Sponsoren haben Warnau zum derzeit erfolgreichsten Fußballverein der Elbe-Havel-Region gemacht. Das Spiel gegen den 1. FC Magdeburg ist ein Krönung, egal wie es ausgeht.

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