18. Juni 2021 / 12:27 Uhr

Das Derby im Visier: Bulttrainer Nedorostek hat gleich zwei Pferde mit Nennung

Das Derby im Visier: Bulttrainer Nedorostek hat gleich zwei Pferde mit Nennung

Simon Lange
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Zuversichtlich: Bult-Trainer Bohumil Nedorostek hofft auf seine erste Teilnahme am Derby – dafür muss Hengst Domstürmer am Sonntag auf der Bult glänzen.
Zuversichtlich: Bult-Trainer Bohumil Nedorostek hofft auf seine erste Teilnahme am Derby – dafür muss Hengst Domstürmer am Sonntag auf der Bult glänzen. © Florian Petrow
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Für Bohumil Nedorostek würde sich mit der Teilnahme am Derby, dem wichtigsten Galopprennen in Deutschland, einen Traum erfüllen. Zwei von ihm trainierten Pferde - Domstürmer und Lommerzheim - haben eine Nennung, am Sonntag beim Heimrenntag auf der Bult gilt es.

Bohumil Nedorostek greift noch einmal schnell zur Bürste. Domstürmer hübsch machen fürs Foto. „Wie bei den Models“, sagt der Trainer und lacht, während er die Mähne des Hengstes glattstreicht. Als er ihn aus der Box durch den Stallgang hinaus führt, stecken alle anderen Pferde neugierig ihre Köpfe durch die Aussparung ihrer Boxengitter. Stolz schreitet Domstürmer voran, verteilt neckisch-zappelige Nasenstupser an seine Galoppergefährten. Der Dreijährige signalisiert: Er ist hier der Boss.

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Wenn er das auch am Sonntag auf dem Geläuf beim Heimrenntag auf der Bult zeigt, könnte Domstürmer seinem Trainer ein großes Geschenk machen: die erste Teilnahme am Derby, dem wichtigsten Galopprennen in Deutschland. Für Nedorostek würde sich in seiner noch jungen Trainerkarriere ein Traum erfüllen. „Ich würde gern im Derby ein Pferd laufen haben, aber man sollte auch realistisch sein. Denn man sollte auch mit einer Chance in dieses Rennen gehen“, sagt Nedorostek, der sogar zwei Pferde mit einer Derbynennung im Trainingsstall hat. Domstürmer – und Lommerzheim. Beide im Besitz von Holger Renz aus Köln.

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Lommerzheim, benannt nach einer Gaststätte in Köln, „ist aber noch nicht so weit vom Kopf her, er ist noch sehr grün“, erklärt Nedorostek. Trotzdem: Auch Lommerzheim läuft am Sonntag im „Großen Preis der Baum-Unternehmensgruppe“, das Listenrennen über 2200 Meter ist in Deutschland die letzte Vorprüfung fürs Derby. 13 der 14 Starter haben noch eine Nennung für das „Blaue Band“ am 4. Juli in Hamburg-Horn. Nur Kings of Leon nicht.

Aktuelle Form spricht für Domstürmer

Die meisten Pferde kämpfen um ihre letzte Chance, doch noch ins ­20-köp­fige Starterfeld fürs Derby zu rücken oder ihre Position in den Top 20 zu verteidigen. Richtwert, um sich für das mit 650 000 Euro dotierte Rennen der Topkategorie Gruppe I über 2400 Meter zu qualifizieren, ist das sogenannte Generalausgleichsgewicht (GAG).

Toppferd ist Favorit Best of Lips mit einem GAG von 96 Kilo, Domstürmer hat gerade mal 78 Kilo, zehn Kilo und drei Plätze vom aktuellen Rang 20 entfernt. Lommerzheim hat sogar nur 68 Kilo.

Für Domstürmer, der aus der Zucht des Gestüts Brümmerhof von Bult-Chef Gregor Baum und dessen Frau Julia stammt, spricht fürs Derby-Trial die aktuelle Form. Am letzten Renntag in Langenhagen am 16. Mai gewann er. „Ich hoffe, dass er sich am Sonntag platzieren kann“, sagt Nedorostek. Er ist überzeugt: „Mit einer Platzierung kommen wir rein ins Derby.“ Im Sattel sitzt Jockey Jiri Palik.


Sie blicken zuversichtlich in Richtung Derby: Bult-Trainer Dominik Moser und Santorini. Der Hengst hat von allen drei Bult-Kandidaten wohl die besten Chancen auf das Rennen ums Blaue Band.
Sie blicken zuversichtlich in Richtung Derby: Bult-Trainer Dominik Moser und Santorini. Der Hengst hat von allen drei Bult-Kandidaten wohl die besten Chancen auf das Rennen ums "Blaue Band". © Florian Petrow

Auch Bult-Kollege Dominik Moser trainiert eine Derbyhoffnung: Santorini, ebenfalls aus der Brümmerhofer Zucht. Der Hengst aus dem Besitzer-Stall Hanse liegt mit 89 Kilo auf Rang 15, wäre also – Stand jetzt – im Derby dabei. „Normalerweise müsste das reichen“, sagt Moser. Die Position hat sich der groß gewachsene Santorini im Frühjahr erarbeitet, kommt jetzt aus einer vierwöchigen Pause. „Wir sehen das Rennen jetzt als Aufgalopp fürs Derby“, sagt Moser. Im Sattel am Sonntag sitzt Stalljockey Wladimir Panov.

Der Renntag am Sonntag auf der Galopprennbahn in Langenhagen (ab 13 Uhr) ist der erste in dieser Bult-Saison mit Zuschauern, aber lediglich 500 hat das Gesundheitsamt genehmigt.