21. Mai 2020 / 09:26 Uhr

Lockerungen auf der Neuen Bult? HRV-Präsident Gregor Baum bleibt defensiv

Lockerungen auf der Neuen Bult? HRV-Präsident Gregor Baum bleibt defensiv

Carsten Schmidt
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Wir halten uns akribisch an die Auflagen der Behörden, betont Gregor Baum, Präsident des Hannoverschen Rennvereins.
"Wir halten uns akribisch an die Auflagen der Behörden", betont Gregor Baum, Präsident des Hannoverschen Rennvereins. © Florian Petrow
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Kein Renntag, sondern zwölf Zucht- und Leistungsprüfungen stehen am Donnerstag auf der Neuen Bult auf dem Programm. Dabei wird es laut Gregor Baum, Präsident des Hannoverschen Rennvereins, auch so lange bleiben, bis die zuständigen Behörden die strengen Hygieneregeln lockern. Vorgeprescht werde nicht.

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Auch im Galoppsport gibt es Pferde und Reiter, die nach einem geglückten Start vorpreschen, weil ihnen das Renntempo zu langsam ist. Von solchen Alleingängen hält Gregor Baum nichts: „Wir halten uns akribisch an die Auflagen der Behörden“, sagt der Präsident des Hannoverschen Rennvereins (HRV). Das heißt, dass auch am Donnerstag ab 13 Uhr auf der Neuen Bult kein Renntag, sondern zwölf Zucht- und Leistungsprüfungen absolviert werden – unter einem strengen Hygienekonzept wegen der Covid-19-Pandemie.

„Unsere Maßnahmen haben sich bewährt“, sagt Baum rückblickend auf den Neustart im deutschen Galoppsport am 7. Mai, der in Langenhagen vollzogen wurde. „Die Kontrollen waren effektiv, es stand genug Desinfektionsmittel bereit. Und die Abstandsregeln konnten auf dem 72 Hektar großen Gelände mühelos eingehalten werden.“ Zudem wurden an die rund 140 Anwesenden kostenlos Masken ausgegeben. „Es war niemand auf der Bahn, der dort nicht gearbeitet hat.“

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Die strengen Hygienereglen greifen auch auf anderen Rennbahnen, sodass der Wiederbeginn im Galoppsport geräuschlos vonstatten ging. Und das soll auch so bleiben, deshalb hält sich Baum sehr bedeckt bezüglich der Erweiterung des Personenkreises rund um das Geläuf.

Entscheidung obliegt den Behörden

„Ich habe ja Verständnis, dass die Besitzer ihren Pferden nahe sein wollen“, sagt Baum, der selbst zusammen mit Ehefrau Julia das Gestüt Brümmerhof betreibt. Er verweist aber wie der Dachverband Deutscher Galopp darauf, dass diese Entscheidung in der Hand der Behörden läge. „Wir sind da defensiv“, sagt Baum. Bereits terminiert worden sind die nächsten Galoppprüfungen in Langenhagen ohne Publikum. Sie werden am 7. und 28. Juni, am 25. Juli und 23. August ausgetragen.

Richtige Renntage mit Familienprogramm, Sponsoren und Gastronomie werde es ohnehin frühestens ab dem 1. September geben, bis dahin sind bundesweit Großveranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern und Besuchern verboten. „Wir hoffen, dass es so kommt“, sagt Baum, ergänzt aber auch: „Die Pandemie ist erst überwunden, wenn es einen Impfstoff gibt.“

Bilder zum ersten Geisterrenntag auf der Neuen Bult:

Der Renntag auf der Neuen Bult fand ohne Zuschauer statt. Zur Galerie
Der Renntag auf der Neuen Bult fand ohne Zuschauer statt. ©

Die Galoppsportfreunde und Wetter müssen daher zunächst auf die kostenlosen Livestreams auf der Internetseite des HRV, der Facebookseite von Deutscher Galopp und bei Youtube zurückgreifen, um die Rennen zu sehen. Das Programm bietet zwei Listenrennen mit dem Göddert-Sybrecht-Erinnerungsrennen (Diana-Trial) über 2000 Meter und dem Hein Bollow-Memorial über 2200 Meter. Bult-Trainer Bohumil Nedorostek stellt mit Monete (Diana-Trial), Perfect Pitch und Darius Racing drei Starter in den Hauptereignissen. Im Göddert-Sybrecht-Erinnerungsrennen läuft auch die Brümmerhofer Stute Americana, sie wird in München von Sarah Steinberg vorbereitet.

Eine Besonderheit bietet die Programmfolge – die ersten vier Prüfungen sind den Dreijährigen vorbehalten, erst dann kommen die älteren Galopper zum Zug. „Die jungen Pferde sollen nicht so lange in den Gastboxen stehen, sie sind ja noch nicht so erfahren“, sagt Baum.