30. März 2019 / 11:45 Uhr

Gegen Gaming-Sucht: Southampton-Trainer Hasenhüttl verhängt Internet-Verbot

Gegen Gaming-Sucht: Southampton-Trainer Hasenhüttl verhängt Internet-Verbot

Angelo Freimuth
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Ralph Hasenhüttl hat der Gaming-Sucht den Kampf angesagt und fordert mehr Aufmerksamkeit für das Problem. 
Ralph Hasenhüttl hat der Gaming-Sucht den Kampf angesagt und fordert mehr Aufmerksamkeit für das Problem.  © imago/Getty/Montage
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Weil seine Spieler zu oft an den Konsolen sitzen, hat Ralph Hasenhüttl, Trainer des FC Southampton, jetzt eine drastische Maßnahme ergriffen und ein WLAN-Verbot verhängt. Gaming-Sucht sei ein großes Problem, mahnte auch ein Profi aus England. 

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Dass Fußball-Profis ihre Freizeit gerne mit Videospielen verbringen, ist kein Geheimnis. In sozialen Netzwerken präsentieren sich Stars wie Neymar, Harry Kane oder Dele Alli regelmäßig beim Zocken, auch Mesut Özil soll ein Fan sein. Insbesondere die sogenannten "Battle-Royale"-Shooter wie "Fortnite" oder "Apex Legends" haben offenbar viele Fußballer in ihren Bann gezogen. Der frühere Leipzig- und amtierende Southampton-Trainer Ralph Hasenhüttl sieht darin ein großes Problem und hat bei seinem Klub deshalb drastische Gegenmaßnahmen getroffen.

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"Ich war in meinem letzten Klub dagegen. Die Spieler spielten bis drei Uhr morgens in der Nacht vor einem Spiel. Du musst aktiv sein und sie schützen", erklärte Hasenhüttl, der bei Auswärtsspielen seiner Mannschaft künftig die Nutzung des Internets in den Hotels verbieten will. "Es ist kein kleines Problem. Wenn du ehrlich bist, ist es dasselbe wie Alkoholismus oder Drogenabhängigkeit", mahnte der 51-Jährige am Donnerstag auf der Pressekonferenz vor dem Gastspiel bei Brighton & Hove Albion.

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Wie dramatisch sich Gaming-Sucht auswirken kann, erläuterte ein englischer Fußball-Profi in einem Interview mit der Sun. "Ich spiele für acht bis zehn Stunden am Tag, aber einmal habe ich am Tag vor einem Spiel 16 Stunden am Stück gespielt. Wenn ich so weitermache, habe ich Angst, dass das meine Karriere beendet", berichtete der Spieler, der anonym bleiben möchte. Demnach habe der in einem Verein aus der zweiten bis vierten englischen Liga aktive Fußballer bereits mehrfach das Training verpasst.

England-Trio verbringt 379 Stunden mit Fortnite

Der Profi betonte, dass es auch seinen Teamkollegen und anderen Spielern ähnlich ginge. Nach Angaben der Sun verbrachte das England-Trio Harry Kane, Dele Alli und Kieran Trippier allein bei der WM in Russland innerhalb eines Monats insgesamt 379 Stunden - umgerechnet fast 16 Tage - mit dem Shooter "Fortnite". "Fußballer sind darauf trainiert, kompetetiv zu sein. Und dank der Art der Spiele, die beliebt sind - wie FIFA oder Fortnite - sind sie konstant in einem Wettbewerb. Das ist eine Folge des Fußballs", zitiert das Blatt den Therapeuten Steve Pope, der die Anfälligkeit von Profis in dem Drang nach Erfolgserlebnissen begründet sieht. "Es ist ein Problem, das publik gemacht werden muss, um die Karrieren von Spielern zu retten", schloss Pope.

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