12. Oktober 2021 / 15:32 Uhr

"Ganze Infektionsketten": Könnte es wieder zum Abbruch der Volleyball-Saison kommen?

"Ganze Infektionsketten": Könnte es wieder zum Abbruch der Volleyball-Saison kommen?

Johannes David
Leipziger Volkszeitung
Der CEV-Cup ist der zweithöchste Volleyball-Vereinswettbewerb in Europa.
Alle hoffen, dass die Volleyball-Saison diesmal regulär zu Ende gebracht werden kann. © Silas Stein/dpa
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Direkt nach dem Saisonstart schlägt der Sächsische Volleyballverband Alarm. Und nun kosten Corona-Tests auch noch Geld: Ist der Abbruch unterm Hallendach wieder vorprogrammiert?

Leipzig. Was wird aus dieser noch so jungen Saison? Kevin Phillipp wiegelt ab. „Ich hoffe, dass wir so lange spielen können wie möglich. Aber natürlich müssen wir mit einer Unterbrechung oder einem Abbruch rechnen.“ Phillipp trainiert die Regionalliga- und Kreisklasse-Volleyballer des SV Bad Düben. Seine Unsicherheit kommt nicht von ungefähr.

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Seit Montag sind Corona-Tests kostenpflichtig. Das könnte gerade für die Hallensportler zum Problem werden. Denn nicht nur in Nordsachsen gilt für Training und Wettkampf unterm Dach die 3G-Regel, heißt, wer nicht genesen oder geimpft ist, braucht einen Test – und muss diesen nun selbst bezahlen. Ab kommendem Wochenende wird es also für manchen Amateur teuer.

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Dabei kündigt sich auch ohne dieses Erschwernis die nächste Welle an. In der Volleyball-Sachsenliga, wo unter anderem der GSVE Delitzsch III antritt, kam es am ersten Spieltag in Reudnitz zu „ganzen Infektionsketten“, wie der Verband SSVB bekanntgab. Ist das der Anfang des erneuten vorzeitigen Endes? „Wir können nur an die Vereine appellieren, dass es mit Corona noch nicht vorbei ist“, sagte Kay Wronka vom SSVB gegenüber dem SPORTBUZZER. „Natürlich könnte es eine zusätzliche Problematik werden, wenn jetzt die Tests nicht mehr bezahlt werden.“ Vereinsverantwortliche müssen vor jedem Spiel kontrollieren, ob sich die Mannschaften an die 3G-Vorgaben halten und die entsprechenden Nachweise überprüfen. Dennoch steckten sich während der Partie zwischen Reudnitz und dem USV TU Dresden II offenbar mehrere Spieler an.

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Wieder im Schwebezustand

Obwohl bislang nur der Volleyballverband noch einmal offiziell zur Vorsicht mahnt, gilt 3G nun auch wieder für die Handballer der Region. Etwa den NHV Concordia Delitzsch. Vereinsvize Sören Raab ahnt unerfreuliches: „Privat testen und bezahlen – das ist zusätzlicher Aufwand und schreckt natürlich die Leute ab.“ Das gelte gleichermaßen für Zuschauer wie für Sportler. Immerhin gebe bei den Delitzscher Männermannschaften kaum noch ungeimpfte Spieler. Ähnlich sieht es laut Phillipp bei den Dübener Volleyballern aus. Dennoch klingen Zweifel und Verzweiflung aus Sören Raab Stimme. „Irgendwann muss es doch wieder normal werden.“

Da Sport bekanntlich ein Spiegel der Gesellschaft ist, haben auch hier einige Akteure nur noch sehr begrenzt Lust, sich an Corona-Maßnahmen zu halten. Und hinter vorgehaltener Hand sagt so mancher: Je niedriger die Liga, desto weniger kontrolliert jemand, ob sich Spieler, Trainer und/oder Zuschauer an 3G halten.

Umso eindringlicher warnen die Verbandsvertreter nach den jüngsten Vorfällen. Der sächsische Volleyballspielbetrieb sei bedroht, „wenn auf Grund vermehrter Corona-Infektionen Spiele verlegt werden müssen, wird der Spielplan nicht einzuhalten sein“, verkündet der SSVB. Kay Wronka ergänzt: „Zur Zeit gibt es noch genügend Ausweichtermine, wenn es nicht überhandnimmt. Über konkrete Szenarien eines Abbruchs haben wir noch nicht nachgedacht, noch ist das nur im Hinterkopf.“ Womit wieder der Schwebezustand zwischen Hoffnung und rechnerischer Wahrscheinlichkeit erreicht wäre.