27. Februar 2022 / 22:53 Uhr

"Gebt mir die Schuld!": Chelsea-Trainer Tuchel verteidigt fehlgeschlagenen Torwart-Poker um Kepa im Ligapokal-Finale

"Gebt mir die Schuld!": Chelsea-Trainer Tuchel verteidigt fehlgeschlagenen Torwart-Poker um Kepa im Ligapokal-Finale

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Thomas Tuchel hat seinen extra für das Elfmeterschießen eingewechselten Torhüter Kepa verteidigt. Der Spanier verschoss den einzigen Elfmeter und verursachte so die Chelsea-Pleite im Ligapokal-Finale.
Thomas Tuchel hat seinen extra für das Elfmeterschießen eingewechselten Torhüter Kepa verteidigt. Der Spanier verschoss den einzigen Elfmeter und verursachte so die Chelsea-Pleite im Ligapokal-Finale. © IMAGO/Paul Marriott
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Mit seiner Einwechslung vor dem Elfmeterschießen im Finale des englischen Ligapokals wollte Thomas Tuchel seinen Torwart Kepa Arrizabalaga zum Helden machen. Doch ausgerechnet der Keeper vergab im hochdramatischen Elfmeterschießen zwischen Liverpool und Chelsea den entscheidenden Elfmeter. Tuchel nahm die Schuld auf sich.

In der 120. Minute extra für das Elfmeterschießen eingewechselt, elf Elfmeter nicht gehalten, und dann auch noch den entscheidenden Schuss über das Tor gesetzt: Kepa Arrizabalaga erlebte im englischen Ligapokal-Finale am Sonntagabend im Wembley-Stadion in London den wohl schwärzesten Tag seiner Karriere. Der 27-Jährige, der seit seinem Wechsel 2018 von Athletic Bilbao zum FC Chelsea für 80 Millionen Euro der teuerste Torwart der Welt ist, sorgte für die Pleite der "Blues" gegen Cup-Sieger FC Liverpool (10:11 im Elfmeterschießen). Chelsea-Trainer Thomas Tuchel verzockte sich im Torwart-Poker, der im UEFA-Supercup-Finale im August noch aufgegangen war - und nahm die Schuld auf sich: "Wenn ihr jemandem die Schuld geben wollt, gebt mir die Schuld. Ich treffe die Entscheidungen und ich treffe sie nicht, um der Held zu sein", sagte der Ex-BVB-Coach auf der Pressekonferenz nach dem Spiel.

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Es sei wie auch schon vor dem Supercup-Finale mit der Mannschaft und Stammkeeper Edouard Mendy abgesprochen gewesen, dass Kepa im Falle eines Elfmeterschießens kurz vor Abpfiff der Verlängerung eingewechselt werde. Was gegen Villarreal mit zwei gehaltenen Elfmetern bestens klappte, ging nun gründlich schief. "Es ist hart und wir fühlen mit ihm, aber geben ihm nicht die Schuld. Wir haben die Entscheidung wie schon vor dem letzten Elfmeterschießen getroffen, weil Kepa mit den Spielern täglich trainiert. Und sie wissen, wie gut er ist", erklärte Tuchel.

Pikant: Stammtorhüter Mendy gewann kürzlich den Afrika Cup im Elfmeterschießen

Kepa habe einfach mehr Zeit zu trainieren, weil Mendy viel mehr spiele, führte der Trainer aus. Pikant allerdings: Stammtorhüter Mendy, der über 119 Minuten ein sensationelles Spiel ablieferte, gewann erst kürzlich den Afrika Cup mit dem Senegal gegen Ägypten nach einem Elfer-Shootout - und wurde mit einem gehaltenen Elfmeter zum Helden.

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Tuchel vertraute jedoch lieber auf die Fähigkeiten des Torwart-Rekordeinkaufs: "Jeder weiß, wie gut er ist, wie schwierig es ist, gegen ihn zu schießen", rechtfertigte sich der ehemalige Bundesliga-Trainer. "Leider hat er keinen halten können - deren (Liverpools: d. Red.) Elfmeter waren brillant geschossen - und es ist hart für ihn, derjenige zu sein, der den ersten und einzigen Elfmeter verschießt. Aber es gibt keine Schuldzuweisungen", verteidigte der Trainer seinen Schlussmann.