15. Juni 2020 / 18:27 Uhr

Gedämpfte Vorfreude bei Sven Thoß: SC Sand trifft auf Turbine Potsdam

Gedämpfte Vorfreude bei Sven Thoß: SC Sand trifft auf Turbine Potsdam

Mirko Jablonowski
Märkische Allgemeine Zeitung
Seit Januar als Coach beim Frauen-Bundesligisten SC Sand tätig: Der gebürtige Potsdamer Sven Thoß.
Seit Januar als Coach beim Frauen-Bundesligisten SC Sand tätig: Der gebürtige Potsdamer Sven Thoß. © Privat
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Frauen-Bundesliga: Trainer Sven Thoß gastiert mit dem SC Sand bei seinem Ex-Club 1. FFC Turbine Potsdam.

Die Vorfreude ist groß, aber ein Stück weit gedämpft. „Natürlich ist das für mich eine ganz besondere Partie“, sagt Sven Thoß, seit Januar Cheftrainer des Frauen-Bundesligisten SC Sand, vor dem anstehenden Gastspiel seines Teams am Mittwoch (14 Uhr) beim 1. FFC Turbine Potsdam. Eigentlich sollte das Duell der beiden Mannschaften am 3. Mai stattfinden, wird jetzt aufgrund der corona-bedingten Saisonunterbrechung aber gut sechs Wochen später angepfiffen – und das ohne Zuschauer.

„Das ärgert mich schon sehr“, sagt der gebürtige Potsdamer Thoß. „Ich hätte viele bekannte Gesichter gesehen und habe zum Karl-Liebknecht-Stadion ja ohnehin eine besondere Bindung.“ Zum einen war der A-Lizenz-Inhaber von 1997 bis 2004 Chefcoach der zweiten Turbine-Mannschaft und parallel Co-Trainer des Bundesliga-Teams vom heutigen Potsdamer Ehrenpräsidenten Bernd Schröder. Zum anderen kickte Thoß selbst im Nachwuchs beim heutigen SV Babelsberg 03, dessen A-Jugend er später als Trainer von der Brandenburg- in die Regionalliga führte.

In Bildern: Die Trainerstationen von Sven Thoß.

In Bildern: Die Trainerstationen von Sven Thoß seit 1997. Zur Galerie
In Bildern: Die Trainerstationen von Sven Thoß seit 1997. ©

Wiedersehensfreude und das Schwelgen in Erinnerungen wird es am Mittwochnachmittag aber nicht geben, wenn die Gäste aus dem baden-württembergischen Ortenaukreis bei den Turbinen gastieren. Die Ausgangslage bei beiden Teams ist unterschiedlich. Während die Turbinen um den zum Saisonende aus dem Amt scheidenden Matthias Rudolph (Thoß: „Rudi ist ein ganz feiner Mensch mit viel Fußballsachverstand. Wir haben uns während der Saisonunterbrechung regelmäßig ausgetauscht und beim jüngsten Algarve-Cup in Portugal gemeinsam ein Spiel beobachtet.“) beim 5:1 über Bayer Leverkusen am Sonntag den ersten Sieg nach dem Re-Start feiern und neues Selbstvertrauen tanken konnten, kamen die Schützlinge von Sven Thoß bei der 0:6-Heimpleite gegen die TSG Hoffenheim böse unter die Räder.

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„Dabei haben wir es trotz arger Personalsorgen in den ersten 20 Minuten gut gemacht“, erklärt Thoß, der vor seinem Engagement in Sand eine Halbserie beim Zweitligisten BV Cloppenburg in der Verantwortung stand und im Frauen-Bereich auch schon bei Tennis Borussia Berlin, dem 1. FC Lok Leipzig und Blau-Weiss Hohen Neuendorf agierte. „Danach haben wir gegen eine sehr, sehr gute Truppe aber nicht mehr die Grundordnung gehalten und zu viele leichte Fehler gemacht, die eine Mannschaft wie Hoffenheim eiskalt bestraft.“

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Mit Tabellenplatz acht und 22 Punkten dürfte der Verein aus dem Südwesten der Republik, der in der sechsten Saison in Folge in der Beletage des Frauenfußballs mitspielt, aber bei neun Zählern Vorsprung trotzdem nicht mehr ernsthaft in Abstiegsgefahr geraten. „In Potsdam, eine sehr junge und offensivstarke Mannschaft, werden wir aber auf jeden Fall als Außenseiter in die Partie gehen“, weiß Thoß, der beim SC Sand noch ein gültiges Arbeitspapier bis zum 30. Juni 2021 besitzt und bereits mit Hochdruck am Kader für die kommende Spielzeit plant.

Dass er der Nachfolger von Matthias Rudolph wird, scheint somit ausgeschlossen. „Ich habe Vertrag bei Sand und deshalb stellt sich diese Frage für mich überhaupt nicht. Ich wurde hier im Verein von allen Verantwortlichen und Fans super aufgenommen und freue mich auf die kommenden Aufgaben“, stellt Sven Thoß klar und wird trotz aller besonderen Umstände am heutigen Dienstag mit einer großen Portion Vorfreude in den Bus in Richtung seiner Heimatstadt sitzen.