01. April 2022 / 19:40 Uhr

Geflüchtete aus der Ukraine werden Teil der Bad Dübener Sportfamilie

Geflüchtete aus der Ukraine werden Teil der Bad Dübener Sportfamilie

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Die beiden siebenjährigen Mädchen Lisa Nadtochii (rotes Dress) und Eva Iwaschenko (schwarzes Dress) wurden herzlich beim Bad Dübener Turnverein Blau-Gelb 90 aufgenommen.
Die beiden siebenjährigen Mädchen Lisa Nadtochii (rotes Dress) und Eva Iwaschenko (schwarzes Dress) wurden herzlich beim Bad Dübener Turnverein Blau-Gelb 90 aufgenommen. © Steffen Brost
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Hilfsbereitschaft: Kinder aus der Ukraine turnen beim TV Bad Düben, der Verein übernimmt zudem die Patenschaft und hilft auch beim Umzug.

Bad Düben. Es wird herumgealbert, es wird gelacht. Die Stimmung ist toll. Es ist Turntraining beim TV Blau-Gelb Bad Düben. Auch Lisa Nadtochii und Eva Iwaschenko haben viel Spaß. Doch die beiden Mädchen sprechen nicht die selbe Sprache wie ihre gleichaltrigen Sportkameradinnen. Hände und Füße helfen bei der Verständigung. Die beiden Siebenjährigen kommen aus der Ukraine. Sie mussten vor dem Krieg mit ihren Geschwistern und Familien flüchten.

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„Wir haben sie gleich mit zum Sport geschickt“

Seit gut drei Wochen sind sie in Bad Düben und versuchen das Erlebte zu verarbeiten. Vor zwei Wochen sind die Mädchen auch im Turnverein angekommen. „Wir haben gleich am Anfang, als die ersten Ukrainer in Bad Düben ankamen, mit der Stadt Kontakt aufgenommen und unsere Hilfe angeboten. Das wurde schnell umgesetzt und die Kinder in den Turnverein integriert“, sagte Wencke Stein vom Vorstand.

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Auch der Zufall spielte mit. Eine Bad Dübener Turnfamilie, deren Kinder schon seit einiger Zeit im Verein trainieren, hat eine Mutter mit ihren zwei Mädchen aus der Ukraine aufgenommen. „Eva, ihre Schwester sowie die Mama wohnen seit zwei Wochen bei uns. Meine beiden gleichaltrigen Zwillinge Hannah und Thea sind schon seit einiger Zeit im Turnverein. Auch die kleine Eva hat in ihrer Heimatstadt geturnt. Und wir haben sie gleich mit zum Sport geschickt. Dort wurde sie ganz herzlich aufgenommen“, erzählt Christina Ende.

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„Die Kinder verstehen sich mit Blicken und Gesten“

Auch Lisa ist sieben Jahre alt. Mit ihrer Mama Alhona wohnt sie jetzt ebenfalls in der Kurstadt. Vorübergehend in einer Ferienwohnung in der Baderstraße. Lisa lebte in dem kleinen Örtchen Jagotin bei Kiew. Eva kommt dagegen aus der Nähe von Odessa. „Eva und ihre Familie sind geflohen, als eine der ersten Bomben in der Region einschlugen“, erzählte Christina Ende. Während Eva und ihre Familie bei den Stumpps gut aufgehoben sind, hat der TV Blau-Gelb jetzt die Patenschaft für Lisa und ihre Familie übernommen und unterstützt sie an diesem Wochenende beim Umzug in eine neue Wohnung in der Ritterstraße. „Das sind insgesamt neun Leute, die auf drei Wohnungen verteilt sind. Das ist alles Familie von Lisa. Wir statten die Wohnung von Lisa und ihrer Mama mit Möbelspenden aus und räumen auch alles ein“, so Wencke Stein weiter.

Derweil fühlen sich die beiden Mädchen sichtlich wohl bei ihren neuen Turnkameradinnen in der Kurstadt. „Die Kinder verstehen sich mit Blicken und Gesten. Ansonsten helfen wir uns mit Online-Übersetzern“, erzählt Stein. Nach einer Woche Training nahm Lisa Nadtochii gleich an ihrem ersten Wettkampf teil. Beim Heidecup in Bad Düben schlug sie sich wacker und belegte den 6. Platz. „Lisa und Eva sind so aufmerksam und willig, etwas zu lernen. Die hatten in Nullkommanix die Übungen an Reck, Boden, Balken und Sprung auswendig gelernt und sind dann beim Wettkampf mit angetreten“, berichtet Wencke Stein. bro