01. November 2020 / 09:59 Uhr

Gegen Carl Zeiss Jena II: FC Eilenburg mit Nullnummer vor Oberliga-Shutdown

Gegen Carl Zeiss Jena II: FC Eilenburg mit Nullnummer vor Oberliga-Shutdown

Susan Stephan
Leipziger Volkszeitung
Fußball-Oberliga: FC Eilenburg – FSV Martinroda
FC Eilenburgs Coach Knaubel und sein Team haben nun erstmal Trainingszwangspause. Gegen Schlusslicht Nordhausen und den Vorletzten FCCZ Jena II gab es nur zwei Punkte. © Alexander Prautzsch
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Der FC Eilenburg spielt erneut Remis: Gegen den Vorletzten aus Jena. Ab Montag haben die Kicker erst einmal einen Monat Pause – wie alle anderen auch.

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Jena. Der FC Eilenburg hatte einen knackigen November mit Duellen gegen den VfB Krieschow, Merseburg und Rot-Weiß Erfurt vor der Brust. Statt Oberliga-Fußball heißt es nun bis zum 30. November – Zwangspause die nächste. Aus sportlicher Sicht könnte man meinen: Zum Glück. Beim Landespokalfinalisten ist nach einem Höhenflug in der Englischen Woche und drei Siegen in Folge der Wurm drin. Nach dem glücklichen 2:2 am letzten Wochenende gegen Wacker Nordhausen kam der FCE am Sonnabend nicht über ein 0:0 gegen den sieglosen Vorletzten Carl Zeiss Jena II hinaus. Damit eroberte der FCE aber wieder die Spitze, zumindest für eine Nacht, abhängig vom Ergebnis des VfL Halle am Sonntag bei Erfurt.

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20 Punkte stehen 2020 zu Buche. Passt. Ob weitere dazukommen, scheint höchst unwahrscheinlich. Auch Eilenburgs Cheftrainer Nico Knaubel, gleichzeitig Landesauswahltrainer, geht nicht davon aus, dass in diesem Jahr noch Oberliga-Punktspiele über die Bühne gehen. „Ein Kaltstart im Dezember wäre Körperverletzung“, sagt Knaubel und erklärt: „Vier Wochen joggen oder Einzeltraining sind nicht mit fußballspezifischen Mannschaftstraining vergleichbar.“ Den Stillstand im Amateursport kann der Fußballexperte wie so viele andere nicht verstehen. Reinhard Fandrichs Hymne: „Es lebe der Sport, der macht gesund…“ scheint in Corona-Zeiten, den Boden verloren zu haben. Die Entscheidung der Regierung in Berlin, die das Land Sachsen, Eins-zu-eins abgesegnet hat, stößt auch Empörung. Auch beim Eilenburger Trainer. „Jeder weiß, wie wichtig Bewegung und Sport an der frischen Luft sind. Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass das der Gesundheit gut tut und jetzt wird es verboten und die Sportplätze werden gesperrt“, schüttelt er den Kopf und spricht vielen aus dem Herzen.

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Auch seiner Mannschaft steht wieder eine harte lange Pause bevor. Umso mehr habe man sich bereits unter der Woche auf das vorerst letzte Spiel gefreut. Personell rotierte Knaubel. Der zuletzt angeschlagene Jakob Funken rückte genauso in die Startelf wie Sebastian Heidel und Jonas Vetterlein. Nicht dabei war erneut Dennis Kummer, der sich auf Prüfungen für seine Meisterschule vorbereitet.

„Nach dem 2:2 gegen Nordhausen bisschen angeknockt“

Eilenburg kam gut ins Spiel gegen die Jungspunde aus Jena und hatte durch Tim Bunge die erste gute Chance. Auch Funken scheiterte. Nach gut 15 Minuten sortierten sich die Gastgeber und kamen vor allem im Umschaltspiel besser auf, aber nicht an Andreas Naumann im Eilenburger Tor vorbei.

Nach dem Wechsel übernahm Eilenburg mehr und mehr die Kontrolle und erspielte sich klare Chancen. Bei den verheißungsvollsten Aktionen hatte der nach mehrwöchiger Verletzungspause zurückgekehrte Steven Hache seine Füße im Spiel. Er scheiterte erst mit einem Schuss am Keeper und verlor wenig später auch das Eins-gegen-Eins-Duell gegen den Thüringer Schlussmann. „Wir waren nach dem 2:2 gegen Nordhausen ein bisschen angeknockt. Da fehlte dann die Lockerheit vor dem Tor“, schätzte Knaubel ein. Ihm bleibt in den nächsten vier Wochen nur der telefonische Kontakt zu seinem Team, dass mit individuellen Trainingsplänen ausgestattet wird.

FC Eilenburg: Naumann – Trogrlic, Heidel, Bunge, Böttger, Majetschak, Funken (68. Winkler), Nathe (68. Danz), Vogel, Bartlog (68. Hache), Vetterlein