06. April 2020 / 15:56 Uhr

Gegen Corona: HC Leipzig bringt Teamgeist unters Fan-Volk

Gegen Corona: HC Leipzig bringt Teamgeist unters Fan-Volk

Kerstin Förster
Leipziger Volkszeitung
HandballHCL09
Der HC Leipzig baut auf den 8. Mann und verkauft Karten für ein imaginäres Spiel - gegen den Coronavirus. © Andre Kempner
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Ähnlich wie andere Mannschaften in Leipzig kämpft der HCL mit den Auswirkungen des Coronavirus. Und greift dabei auch zu ähnlichen Maßnahmen: Der Verein verkauft Tickets für ein imaginäres Spiel.

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Leipzig. Wann der Lärmpegel in der Leipziger Brüderhölle wieder Höchstwerte erreicht – ungewiss. Dafür Stille, aber kein Stillstand beim Handball-Zweitligisten HCL. Wie bei den DHfK-Kollegen, IceFighters und Fußballern wurde eine Ticketaktion für das Spiel des Jahres „HC Leipzig beats Corona“ ins Leben gerufen. Die Stunde für die imaginäre Partie schlägt am 3. Mai, 16 Uhr.

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„Wir möchten alle unsere Fans und Freunde des Handballs einladen, Teil der großen HCL-Familie zu sein, um das Überleben unserer jungen und doch schon erfolgreichen Geschichte zu sichern“, heißt es auf der Vereins-Homepage. Angeboten werden Karten in vier Kategorien, von 8 Euro (achter Mann) über 19,99 Euro (Gründungsjahr) bis hin zum Champions-Ticket für 201,60 Euro (DHB-Pokalgewinn 2016).

Ab 10 Euro gibt es ein individuelles Wunsch-Ticket (Geburtsjahr und -tag). Die Fäden laufen beim neuen Trainer Fabian Kunze zusammen. Der 29-Jährige lenkt und leitet gemeinsam mit seinem Vorgänger Jacob Dietrich und Athletikcoach Robert Leibiger die nunmehr Mannschafts-Solistinnen um Kapitän Jacqueline Hummel an.

Situation anpassen und hoffen

„Die Mädels haben persönlich abgestimmte Pläne für Kraft- und Lauftraining bekommen, um sich fit zu halten. Mitte Mai wäre ja unser letztes Spiel gewesen. Jetzt müssen wir uns der Situation anpassen und hoffen, dass es mit der Vorbereitung auf die neue Saison im Juli wie geplant losgehen kann“, sagt Kunze, der bisher für den ambitionierten und erfolgreichen HCL-Nachwuchs verantwortlich war. Wie alle sei er sehr traurig, das die für Ende Juni in Serbien angesetzte Schüler-Weltmeisterschaft abgesagt wurde.

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Indes vermissen die jungen Handball-Damen ihre liebgewordenen Spiel- und Gesprächseinheiten. „Man vermisst die Mannschaft, sonst sehen wir uns ja manchmal mehrmals täglich. Aber es ist schon in Ordnung, das Training geht für jede fleißig weiter“, berichtet Torjägerin Jacqueline Hummel, die als Physiotherapeutin im Rehazentrum des St. Elisabeth heldenhaft ihren Job erledigt.

Hilfe geben und Teamgeist leben war auch das Stichwort für Teammanagerin Johanna Schierbok. Herausgekommen ist eine Einkaufshilfe für Ältere und Kranke. „Eine hervorragende Sache. Das ist genau das, was unserer Gesellschaft abhanden gekommen ist – Solidarität zu zeigen, zu helfen“, betont Mannschaftsarzt/Mentalcoach Klaus-Dieter Lübke Naberhaus und hofft, „dass dieses Miteinander weiter anhält".

Kontakt: Fabian Kunze, 0162/7156541; Fabian.Kunze@hc-leipzig.de