09. September 2018 / 15:07 Uhr

Gegen den Trend: Die seltene Erfolgsgeschichte Borussia Empeldes

Gegen den Trend: Die seltene Erfolgsgeschichte Borussia Empeldes

Alexander Flohr
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Borussia Empeldes Bambini-Gruppe.
Borussia Empeldes Bambini-Gruppe. © Borussia Empelde
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Viele Vereine in der Region Hannover kämpfen um ihre Existenz, müssen Jugendmannschaften abmelden und selbst im Herrenbereich finden immer häufiger Fusionen zu Spielgemeinschaften statt. Entgegen dieses Trends steht die Entwicklung der Borussia Empelde, die sich vor fünf Jahren gründete und seitdem einen enormen Zulauf verzeichnet.

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Viele Vereine in der Region Hannover kämpfen um ihre Existenz. Vor allem die kleineren Dorf-Klubs mussten in der Vergangenheit reihenweise ihre Jugendmannschaften abmelden, einige von ihnen mussten selbst im Männer-Bereich Spielgemeinschaften eingehen, um den Verein am Leben zu halten. Entgegen des Trends gründete sich vor knapp fünf Jahren Borussia Empelde.

Anfangs wollten die Gründer, die zuvor mit dem benachbarten SC Empelde in Streit geraten waren, lediglich eine neue Alternative im Männer-Bereich schaffen, um Fußball zu spielen. Daraus entwickelte sich in den letzten fünf Jahren ein gestandener Verein, der mit den großen Klubs aus Ronnenberg, Ihme-Roloven und Weetzen durchaus mithalten kann. 234 Mitglieder besitzt die Borussia, knapp die Hälfte davon gehört der Jugend-Sparte an.

„Die Jugend ist quasi unser Aushängeschild“, sagt Empeldes Jugendleiter Philipp Petzold stolz. Schließlich nehmen neben einer Männer- und einer Frauen-Mannschaft, einer Altherren und einer Ü50 gleich sieben Teams aus der Jugend (G- bis B-Jugend) am Spielbetrieb teil, zusätzlich gibt es eine Bambinis-Gruppe. Zum Vergleich: Nur der SV Weetzen (neun angemeldete Jugendmannschaften) verfügt in der Gemeinde Ronnenberg über eine größere Jugendarbeit. Doch wie kommt es, dass die Empelder der allgemeinen, negativen Entwicklung nicht Stand halten können, sondern sich sowohl bei der Mitgliederzahl, als auch beim Ausbau der Jugend stetig weiterentwickeln können?

„Die Jugend ist quasi unser Aushängeschild“: Nachwuchsteams von Borussia Empelde.

F-Jugendliche von Borussia Empelde. Zur Galerie
F-Jugendliche von Borussia Empelde. ©
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​„Für uns steht die Entwicklung des Kindes vor den Zielen eines Trainers“

„Einige Vereine setzen einen großen Wert auf die erste Mannschaft“, sagt Borussias erster Vorsitzender Dieter Knop. „Wir haben von Anfang an auf eine kontinuierliche Arbeit gesetzt, bei der die Jugend eine große Rolle spielt.“ Das Konzept ging auf. Nachdem 2014 eine Männer-Mannschaft gegründet wurde, sei der Zulauf von ehemaligen Mitgliedern des SC Empelde oder Jugendlichen aus der Umgebung enorm gewesen. „Viele Empelder haben hier gemeinsam etwas aufgebaut, nun trägt die Arbeit so langsam ihre Früchte“, sagt Knop.

Auch in der Jugend führt sich dieser Führungsstil fort. „Unsere 17 Trainer im Jugend-Bereich sorgen für eine sehr gute Organisation. Wir achten besonders auf eine rege Kommunikation mit den Eltern“, sagt Petzold. Der Zulauf ist enorm. Ein Vorteil gegenüber den anderen Vereinen in der Umgebung ist mit Sicherheit der Standort. Empelde liegt auf der Schwelle zur Stadt. Petzold bestätigt, dass etwa „30 bis 40 Prozent der Kinder in Hannover wohnen“.

Einen weiteren Vorteil sieht der Jugendleiter aber auch in der sportlichen Zielsetzung. „Für uns steht die Entwicklung des Kindes vor den Zielen eines Trainers“, sagt er. „Wir wollen, dass die Kinder Spaß haben und nicht, dass sie unter Druck stehen.“

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Traum des Vorstands: Ein eigener Kunstrasenplatz

Mit einer bodenständigen und kontinuierlichen Arbeit haben sich die Borussen zu einem der attraktivsten Vereine der Umgebung entwickelt. Für die Zukunft soll sich in Empelde noch mehr tun. „Die Sicherheit steht für uns im Vordergrund“, sagt Knop, „deshalb wollen wir finanziell noch stabiler werden.“

Auch die Männer-Mannschaft, aktuell noch in der 3. Kreisklasse, soll in den nächsten fünf Jahren die nächsten Schritte gehen. „Wünschenswert wäre es, wenn wir in fünf Jahren in der 1. Kreisklasse spielen würden. Das ist aber absolut keine Verpflichtung“, sagt der Vorsitzende. Auch Petzold hat mit der Jugend noch einiges vor. „Wir wollen von den Bambinis bis hin zur A-Jugend jedes Team belegt haben“, sagt er. „Nur so können wir einen nahtlosen Übergang in den Männer-Bereich gewährleisten.“

Bei aller Bodenständigkeit hat Knop trotzdem einen Traum für seinen Verein. „Es ist unser großer Wunsch, dass wir einen Kunstrasenplatz bekommen“, sagt er. „Das ist aber nur zusammen mit der Stadt realisierbar.“ Die vergangenen fünf Jahre haben gezeigt: Bei Borussia Empelde scheint nichts unmöglich zu sein.

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