24. Mai 2021 / 17:55 Uhr

Gegen Mainz schon mit der Binde: Wird Arnold neuer Wolfsburg-Kapitän?

Gegen Mainz schon mit der Binde: Wird Arnold neuer Wolfsburg-Kapitän?

Engelbert Hensel
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Bald VfL-Kapitän? Wolfsburgs Maximilian Arnold (r.).
Bald VfL-Kapitän? Wolfsburgs Maximilian Arnold (r.). © Roland Hermstein
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Wer führt den VfL Wolfsburg in der kommenden Saison als Kapitän aufs Feld? Gegen Mainz 05 hatte Maximilian Arnold die Ehre dazu - ist das ein Indiz für die Zukunft?

Josuha Guilavogui erneut nur auf der Bank, Koen Casteels wegen einer vorgezogenen OP im VfL-Saisonfinale gegen Mainz nicht dabei – und so trug Maximilian Arnold gegen die Mainz 05 die Kapitänsbinde. Ein Signal Richtung neue Saison?

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Neben Casteels ist auch Stürmer Wout Weghorst einer der Stellvertreter des Kapitäns. Und so wäre es logisch gewesen, wenn er die Binde bekommen hätte. Aber diesmal trug sie Arnold. Das Eigengewächs machte gegen Mainz sein 251. Bundesliga-Spiel für die Wolfsburger und wird in der neuen Runde die VfL-Rekordspieler Diego Benaglio (259) und Marcel Schäfer (256) überholen. Beide trugen in ihrer VfL-Zeit ebenfalls die Binde. Arnold trug sie jetzt auch – wie kam es dazu? „Wout wäre genauso infrage gekommen. Ähnlich wie Max spielt er konstant auf sehr hohem Niveau“, so Trainer Oliver Glasner. Er habe überlegt, welchem der beiden Spieler er die Binde gibt. „Ich habe Wout die Kapitänsschleife ja schon mal gegeben – und diesmal war ich einfach der Meinung, dass auch Max sie sich verdient hat.“

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Arnold ist beim VfL längst zum Chef im Mittelfeld aufgestiegen. Die vorhergegangene Spielzeit - viele sprachen da von seiner besten im VfL-Trikot, hat Arnold bestätigen können. „Mein Berater hat mir sogar gesagt, dass ich noch mal ein Stück besser geworden bin“, erzählt Arnold im Gespräch mit dem SPORTBUZZER. „Ich selbst weiß nicht so richtig, aber ich glaube ihm. Er ist ja schon ein bisschen älter und erfahrener als ich es bin... – ich sehe es so: Ich denke, ich habe noch ein Stück mehr Konstanz in meine Leistung gebracht.“ Damit meinte er nicht die Anzahl seiner Tore und Vorlagen („Da bin ich im Vergleich zum letzten Jahr ein bisschen hinten dran“), sondern die Ruhe in seinem Spiel. „Ich habe natürlich noch das gleiche Feuer und will jedes Spiel gewinnen. Aber wenn ich früher zwei, drei Fehlpässe in Folge gespielt habe, ging bei mir danach gar nichts mehr – jetzt passiert mir das auch noch, aber es geht danach bei mir weiter“, beschreibt der Linksfuß.

Mit vielen tollen Leistungen hat er sich in dieser Saison ins Blickfeld der Nationalmannschaft gespielt – einzig Bundestrainer Jogi Löw, unter dem Arnold 2014 sein einziges Länderspiel bestritten hatte, ließ das irgendwie kalt. Bei der EM verzichtet er auf den Wolfsburger, der Anfang Februar bis 2026 verlängert hat und sich vorstellen kann, seine Karriere in Wolfsburg zu beenden. Alles Zukunftsmusik. Jetzt freut er sich erst mal auf die Champions League. Arnold: „Das ist eine Riesensache.“

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Arnold sei einer der konstantesten Spieler im Team in dieser Saison gewesen. „Er ist einer, der das Spiel mit prägt - einer, der vorangeht. Er ist schon lange im Klub und ist ein Gesicht. Aufgrund seiner Leistung und seiner Persönlichkeit hat er sich das verdient“, so Glasner. Wenn es vor der neuen Saison um die Frage geht, wer in der Spielzeit 2021/22 die VfL-Binde trägt, dürfte Arnold sicher zum Kandidatenkreis gehören. Glasner wird diesen dann mit großer Wahrscheinlichkeit nicht mehr bestimmen, der Österreicher steht beim VfL vor dem Abschied, Mark van Bommel soll sein Nachfolger werden.

Seit 2018 trägt Guilavogui beim VfL die Binde. Schon damals hatte auch Arnold zu den Kapitäns-Kandidaten gehört. Das VfL-Eigengewächs sah das Thema immer „absolut entspannt“, wie er dazu mal sagte. „Ich bin keiner, der sagt: Ich möchte Kapitän werden und jeder hört jetzt auf das, was ich sage.“ Er könne auch ohne Binde seine Meinung sagen, wenn ihm mal etwas nicht passe.

Am Ende fiel die Wahl auf Guilavogui, aber der Franzose verlor in dieser Saison seinen Stammplatz, so dass fast immer Casteels das Team als Kapitän auf den Platz geführt hatte. Jetzt schrieb er bei Instagram: „Eine Fußballsaison ist immer voller Höhen und Tiefen. Persönlich war dies die schwierigste in meiner Karriere.“ Gleichwohl bezeichnete Guilavogui die Spielzeit als „großartig“ und „wertvoll“, weil „wir uns für die Champions League qualifiziert haben“, so der Kapitän weiter. Für ihn habe das Kollektiv schon immer Priorität gehabt. „Deshalb möchte ich dem gesamten Team sowie dem technischen und medizinischen Personal zu seiner Arbeit gratulieren.“

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