24. Mai 2022 / 07:45 Uhr

Gegenpressing, Umschalten und Ballbesitz: Daran arbeitet Bundestrainer Flick in Marbella

Gegenpressing, Umschalten und Ballbesitz: Daran arbeitet Bundestrainer Flick in Marbella

Frank Hellmann
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Bundestrainer Hansi Flick versammelt seinen DFB-Kader in Marbella.
Bundestrainer Hansi Flick versammelt seinen DFB-Kader in Marbella. © IMAGO/Sven Simon (Montage)
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Bundestrainer Hansi Flick versammelte die Nationalspieler vor den Nations-League-Spielen am Montagabend in Marbella. Neben Regenerieren hat der DFB-Coach für die Einheiten ein klares Programm vor Augen und fordert vollen Einsatz von seinen Profis. 

Das Marbella Football Center hat schon viele prominente Fußballer auf seinem Gelände begrüßt. Nicht nur Borussia Dortmund, sondern auch der FC Liverpool und Manchester United, die argentinische und die französische Nationalmannschaft haben das Panorama mit Palmen und Bergen mitsamt erfrischender Brise vom Meer genossen. Aktuell hält sich gerade der scheidende Bundesliga-Star Erling Haaland auf der Anlage fit – seine Familie hat ein Haus ganz in der Nähe. Dass diese Woche auch das deutsche Nationalteam auf die prominente Gästeliste kommt, erfüllt die spanischen Organisatoren mit Stolz. "Große Stars wie Rüdiger, Reus, Werner, Neuer werden an der Costa del Sol eintreffen und sich unter besten Trainingsbedingungen vorbereiten können“, hieß es auf der Homepage vor dem Eintreffen des DFB-Kaders fast überschwänglich.

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Genau genommen ist das Fußballtraining unter dem fast immer blauen Himmel aber nur ein Teil der Aufgabe: Denn auch die Frauen, Freundinnen und Kinder sind ausdrücklich willkommen beim bis Freitag angesetzten Regenerationstrainingslager, das Hansi Flick in Absprache mit Spielern und Vereinen zu vier anstehenden Nations-League-Partien vorgeschaltet hat. Der Bundestrainer hätte es für "nicht seriös und nicht professionell“ gehalten, seine Auswahl erst wenige Tage vor den Duellen gegen Italien (4. und 14. Juni), England (7. Juni) und Ungarn (11. Juni) in Herzogenaurach zu versammeln. Schließlich haben selbst die Vielspieler vom FC Bayern München ihre letzte Bundesliga-Partie am 14. Mai absolviert.

Nun gilt es, den berühmten Mix aus Anspannung und Entspannung hinzubekommen. Kopf und Körper fahren ein bisschen runter und doch wieder rauf – die WM in Katar (21. November bis 18. Dezember) kommt schließlich schneller, als viele denken. Konkret spiegelt sich der Spagat nun in klassischer Halbtagsarbeit wider: Vormittags wird trainiert, nachmittags könnten die Spieler dann entweder mit ihren Kindern im Pool des The Westin La Quinta Golf Resort & Spa planschen, eine Runde Golf spielen oder einfach am Strand liegen. Flick verlangt lediglich: "Wenn wir trainieren oder eine Sitzung haben, brauche ich den absoluten Fokus." Denn: "Wie man trainiert, so spielt man auch."

Luft nach oben hat sein Team über die vollen 90 Minuten beim Gegenpressing, Umschalten und Ballbesitz – das war die Lehre aus dem Härtetest Ende März gegen die Niederlande (1:1). Noch hat es der 57-Jährige nicht ganz geschafft, seiner Mannschaft das Abgleiten in eine eigentümliche Passivität, die sich unter seinem Vorgänger Joachim Löw speziell in den Schlussphasen eingeschlichen hatte, gänzlich auszutreiben. Dass es jetzt gegen "zwei der besten Teams der Welt“ geht, wie der gebürtige Heidelberger die EM-Finalisten Italien und England nennt, sei "eine tolle Chance zu zeigen, wie weit wir sind“. Oder wie weit weg (noch) von der Weltspitze.

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Es ehrt den Bundestrainer, dass er kein Langzeitziel wie die Heim-EM 2024 vorschiebt, sondern bereits in diesem Jahr für die Wüsten-WM "all in" gehen will. Der Titel soll im besten Falle herausspringen, und gemäß den allerhöchsten Ansprüchen wird aussortiert: Julian Draxler, Robin Gosens, Emre Can, Matthias Ginter, Florian Neuhaus und Ridle Baku und erst recht der von Flick seit Amtsantritt nie nominierte Mats Hummels – sie alle wurden nicht nach Marbella geladen. Das 26-köpfige Aufgebot, zu dem Ilkay Gündogan als Meistermacher für Manchester City wegen ausgedehnter Feierlichkeiten erst am Dienstag stoßen wird, sei „vom Stamm her das Maß aller Dinge“. Zwar sei der Kader gewiss nicht „endgültig“, doch es dürfte schwierig werden, noch einen Fuß in die Tür zu bekommen.

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