03. Oktober 2021 / 16:26 Uhr

Gegentor in letzter Minute: Chemie Leipzig gibt Sieg aus der Hand

Gegentor in letzter Minute: Chemie Leipzig gibt Sieg aus der Hand

Britt Schlehahn
Leipziger Volkszeitung
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Nach Last-Minute-Ausgleich: Chemie-Coach Jagatic kann es nicht fassen. © Picture Point
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Beim Spiel gegen den VfB Auerbach zeigte Chemie Leipzig zwei sehr unterschiedliche Gesichter und verspielte in der letzten Minute den Sieg. Das 1:1-Unentschieden fühlt sich für die Mannschaft und die Fans mehr wie eine Niederlage an.

Leipzig. Acht Wochen liegt der letzte Heimsieg der BSG Chemie zurück. Damals gewannen die Chemiker durch die Tore von Stephane Mvibudulu und Benjamin Schmidt. Im Gegensatz zur Elf, die gegen Jena in der vergangenen Woche unglücklich 2:3 verlor, schickte Chemie-Trainer Miroslav Jagatic Denis Jäpel und Anton Kanther von Beginn an auf den Platz. Auerbachs Trainer Sven Köhler vertraut auf die Elf, die in der vergangenen Woche Hertha II mit 3:2 besiegte. Das erste Mal sitzt der neuverpflichtete Stürmer Michail Fragkos auf der Ersatzbank.

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Chemie in Durchgang zwei wie ausgewechselt

Vor dem Anpfiff wurde Kapitän Stefan Karau für seine bisher 200 absolvierten Spiele bei der BSG ausgezeichnet. Auch die Anzeigetafel leuchtet wieder. Trainer Jagatic reibt sich vor dem Anpfiff die Hände, doch was er in den ersten zwanzig Minuten sieht, dürfte ihn nicht so richtig gefallen haben. Eine erstarkte Defensive des VfB um Sempastiano Giaouplari macht Chemie-Stürmer Florian Kirstein das Leben schwer. Nach zwanzig Minuten sehen die 3349 Fans den ersten Torschuss der Chemiker. Standards enden auf beiden Seiten erfolglos. Zäh ziehen sich die Minuten. In der 42. Minute trifft Florian Brügmann das Auerbacher Tor. Der Linienrichter entscheidet auf Abseits.

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Chemie Leipzig gibt in den Schlussminuten den Sieg aus der Hand. Am Ende spielt die Jagatic-Truppe gegen Auerbach nur 1:1. Zur Galerie
Chemie Leipzig gibt in den Schlussminuten den Sieg aus der Hand. Am Ende spielt die Jagatic-Truppe gegen Auerbach nur 1:1. ©

Ohne personelle Wechsel beginnen beide Mannschaften die zweite Hälfte. Wie ausgewechselt wirkt Chemie. Plötzlich tauchen sie immer wieder im Strafraum von Auerbach auf. Es dauert allerdings bis zur 56. Minute, bis das erste Tor der Partie fällt. Florian Brügmann bedient Florian Kirstein, der zum 1:0 trifft. Benjamin Luis, Tom Müller und Paul Horschig wechselt Jagatic für Denis Jäpel, Anton Kanther und Benjamin Schmidt ein. Die Chancen für Chemie steigen, nur die Tore fallen nicht. In aussichtsreichen Situationen entscheiden sich die Spieler für Pässe, die das Ergebnis nicht nach oben schrauben.

„Aufpassen!“ schreit Jagatic seiner Mannschaft in der 89. Minute über das Spielfeld zu und in dem Moment fällt der Gegentreffer durch Lucas Seidel. Schiedsrichter Philipp Vierock pfeift überpünktlich ab. Eine tiefe Stille liegt danach über dem Platz, denn Spieler wie Fans sind von dem Unentschieden mehr als enttäuscht. Auerbach dagegen feiert den Punkt wie einen Auswärtssieg. Nächsten Sonntag geht es im Sachsenpokal in der dritten Runde zu Fortuna Chemnitz.

Jagatic: "Haben klaren Sieg verschenkt"

Das sieht Kapitän Karau positiv, denn so haben die verletzten Spieler eine Chance sich zu generieren. „Eigentlich hatte Auerbach keine Torchance!“ Die erste Halbzeit zeigte ihm zufolge die Verunsicherung, die die Mannschaft besitzt. „Wir möchten keine Fehler machen und in der zweiten Halbzeit muss das zweite Tor folgen.“

Auerbachs Trainer Sven Köhler erklärte nach dem Spiel, dass „uns war klar, dass Chemie nach der unglücklichen Niederlage vorige Woche gewinnen wollte.“ Er sah auch, dass seine Elf je länger die Halbzeiten liefen immer passiver im Spiel waren. „Das 1:0 wäre ein verdienter Sieg für Chemie gewesen“, so lautete sein Fazit. „Aber wenn Chemie die Chancen liegen lässt, reicht uns eine Chance. Für uns ist es ein glücklicher Punkt.“


Miroslav Jagatic erklärt nüchtern: „Es ist eine gefühlte Niederlage. Wir haben einen klaren Sieg verschenkt. Mir wäre ein dreckiger 1:0-Sieg lieb gewesen und die Punkte wären in Leutzsch geblieben. Wir schütteln uns jetzt. Heute wird getrauert und morgen wieder gekämpft.“