15. März 2019 / 15:52 Uhr

Gegner-Check: RB Leipzig bekommt es mit Wundertüte Schalke 04 zu tun

Gegner-Check: RB Leipzig bekommt es mit Wundertüte Schalke 04 zu tun

Anton Zirk
Zuletzt machte der FC Schalke 04 selten eine glückliche Figur.
Zuletzt machte der FC Schalke 04 selten eine glückliche Figur. © Getty Images
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Wenige Stunden vor dem Spiel am Samstag in Gelsenkirchen hat RB Leipzigs Gegner Schalke 04 die Reißleine gezogen und Domenico Tedesco entlassen. Der Personalwechsel birgt auch für die Roten Bullen Risiken.

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Gelsenkirchen. Wie schon bei den Auswärtsspielen in Nürnberg und Hannover muss sich RB Leipzig auch kurz vor dem Spiel gegen Schalke 04 am Samstag (15.30 Uhr/Sky) auf einen neuen gegnerischen Trainer einstellen. Der Revierclub hat Coach Domenico Tedesco entlassen und damit auf die anhaltende Krise reagiert. In seinem ersten Jahr auf Schalke hatte der 33-Jährige die Knappen überraschend auf Platz zwei der Liga und somit direktem Weg in die Champions League geführt. Bei den Fans der Königsblauen hatte er spätestens nach der sensationellen Aufholjagd zum 4:4 gegen Borussia Dortmund und dem 2:1-Sieg im Derby am 30. Spieltag der Vorsaison einen Stein im Brett.

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RB Leipzig - FC Schalke 04 (0:0) ©
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In der laufenden Spielzeit erlebt der Revierclub jedoch eine nahezu beispiellose Talfahrt. Mit gerade einmal 23 Punkten aus 25 Spielen reicht es derzeit noch für den 14. Rang – der Relegationsplatz ist aber nur vier Punkte entfernt. In der Champions League gelang zwar der Sprung unter die letzten Sechszehn. Gegen Manchester City war man jedoch absolut chancenlos und verabschiedete sich nach einem desaströsen 0:7 aus dem Wettbewerb.

Tedesco schloss Rücktritt aus

Tedesco selbst hatte auch nach dieser einen Rücktritt ausgeschlossen. Anders als noch Anfang des Jahres wirkte der Coach jedoch in den vergangenen Wochen nicht mehr vollends davon überzeugt, das Ruder noch herumreißen zu können.

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Übel zu nehmen ist es ihm nicht. Zu blutleer waren die Leistungen der Rückrunde. Neben einem Sieg zum Auftakt gegen den VfL Wolfsburg und zwei Unentschieden sprangen fünf zum Teil erschreckend deutliche Niederlagen heraus, darunter das 0:3 gegen Mainz und die 0:4-Packung gegen Aufsteiger Fortuna Düsseldorf. Zwar zeigte sich die Mannschaft bei der jüngsten 2:4-Schlappe vor einer Woche gegen Werder Bremen etwas verbessert. Das desaströse Auftreten gegen City ließ den Verantwortlichen wohl jedoch keine Wahl mehr.

Vereinslegenden übernehmen

Für Jochen Schneider, der erst am 14. März die Nachfolge von Christian Heidel als Sportvorstand angetreten hatte, ist es die erste größere Amtshandlung. Bis Saisonende übernehmen Ex-Spieler Mike Büskens und Schalkes Jahrhunderttrainer Huub Stevens, die 1997 gemeinsam den Uefa-Pokal holten. Die Installation der beiden S04-Legenden könnte Fans und Vereins kurzfristig aus dem Tal der Tränen holen, ob sie den Absturz aufzuhalten vermag, muss sich noch zeigen.

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Denn Schalke leidet weiterhin an den zumindest diskussionswürdigen Transferentscheidungen des Sommers. Die Abgänge von Leon Goretzka, Max Meyer und Thilo Kehrer, die in der Vorsaison wichtige Stützen des Erfolgs waren, konnten nicht adäquat ersetzt werden, auch weil die Nachfolger um Sebastian Rudy nie an ihre Normalform heranreichten. Zudem fehlt nun auch Top-Torschütze Daniel Caligiuri verletzt. Etwas Hoffnung mach Breel Embolo. Der Schweizer fehlte lange wegen eines Fußbruchs, überzeugte aber vergangene Woche mit zwei Treffern gegen Werder Bremen. Die sportliche Krise lässt sich aber ohnehin nur bedingt an fehlender individueller Klasse im Kader festmachen.

Es fehlte an der Einstellung

Viel mehr mangelte es den Schalkern immer wieder an Geschlossenheit, Kampfgeist und Selbstvertrauen. Dass S04 in der Liga bisher laut Bundesliga.de die zweitwenigsten Kilometer aller Vereine zurückgelegt hat, ist nur ein Beleg für ein mögliches Einstellungsproblem im Team. Warum es Tedesco im Gegensatz zur Vorsaison nicht gelungen ist, seine Mannschaft bis in die Haarspitze zu motivieren, bleibt wohl ungeklärt.

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Für RB Leipzig wird es nach den Personalwechseln beim Gegner nicht leichter. Auch, wenn wenig Zeit zum Eingewöhnen bleibt, dürfte sich Schalke mit Büskens und Stevens anders präsentieren – wie genau, ist auch für RB-Trainer Ralf Rangnick, der bekanntlich selbst eine Schalke-Vergangenheit hat, ein Geheimnis.

Wird Schneider zum Faktor?

Erschwerend kommt hinzu, dass bei S04 mit Jochen Schneider nun ein enger Vertrauter und ehemaliger Mitarbeiter des 60-Jährigen die sportlichen Geschicke leitet. Der 48-Jährige kennt RB ganz genau und dürfte vor dem Spiel zumindest ein paar Tipps parat haben. Anpfiff ist am Samstag um 15.30 Uhr.

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