12. April 2019 / 14:19 Uhr

Gegnercheck VfL Wolfsburg: Labbadia will RB Leipzig vor Probleme stellen

Gegnercheck VfL Wolfsburg: Labbadia will RB Leipzig vor Probleme stellen

Anton Zirk
Leipziger Volkszeitung
Abschiedstour von Bruno Labbadia: Der Trainer des VfL Wolfsburg verlässt am Ende der Spielzeit den Verein. In den letzten Spielen, hat sich allerdings gezeigt, dass der Draht zu seinen Spieler dennoch weiterhin besteht.
Abschiedstour von Bruno Labbadia: Der Trainer des VfL Wolfsburg verlässt am Ende der Spielzeit den Verein. In den letzten Spielen, hat sich allerdings gezeigt, dass der Draht zu seinen Spieler dennoch weiterhin besteht. © dpa
Anzeige

Nach zwei knappen Spielen trifft RB Leipzig am Samstag bereits zum dritten Mal in dieser Saison auf den VfL Wolfsburg. Die Wölfe kommen mit viel taktischer Disziplin und einem Überraschungsgoalgetter nach Sachsen. Für Bruno Labbadia beginnt die Abschiedstour.

Anzeige
Anzeige

Eigentlich war beim VfL Wolfsburg, am Samstagnachmittag Gegner von RB Leipzig, in dieser Saison alles gut. Nach zwei verkorksten Spielzeiten, in denen sich die Wölfe jeweils erst in der Relegation den Klassenerhalt in der Bundesliga sichern konnten, war 2018/19 trotz ein paar Startschwierigkeiten von Abstiegskampf keine Rede mehr. Im Anschluss an den knappen 1:0-Sieg gegen RB im Hinspiel blieb der VfL bis Ende des Jahres ohne Niederlage, holte aus den letzten sechs Spielen der Hinrunde starke 15 Punkte und fand sich plötzlich auf Platz fünf der Tabelle wieder.

DURCHKLICKEN: Die Bilder zum Hinspiel

VfL Wolfsburg - RB Leipzig (1:0) Zur Galerie
VfL Wolfsburg - RB Leipzig (1:0) ©
Anzeige

Geschäftsführer Jörg Schmadtke, im Sommer nach Wolfsburg gekommen, und der im Winter 2018 als Feuerwehrmann geholte Bruno Labbadia hatten im Verein für Ruhe gesorgt. Dabei vertrauten sie im Gegensatz zu vergangenen Jahren nicht auf große Namen, sondern verstärkten das Team mit viel Geschick. Wout Weghorst, der vor der Saison vom AZ Alkmar kam, gehört mit zwölf Toren zu den großen Überraschungen der Spielzeit und traf zuletzt Mitte März beim 5:2 gegen Fortuna Düsseldorf dreifach.

Labbadia macht Schluss

In Anbetracht der erfolgreichsten Saison der letzten drei Jahre ist es für die Wolfsburger besonders tragisch, dass im Sommer erneut ein Umbruch ansteht. Labbadia und Schmadtke hatten schon vor einiger Zeit öffentlich bestätigt, dass ihr Verhältnis abseits sportlicher Professionalität nicht das beste sei. Dennoch sollten im April Gespräche für eine mögliche Vertragsverlängerung des Trainers geführt werden. Doch dazu kam es nicht mehr. Labbadia kündigte bereits im März, wenige Tage nach der 0:6-Niederlage gegen den FC Bayern München an, dass für ihn nach der Saison Schluss sei.

Mehr zu RB Leipzig

Bei den Fans der Wölfe hatte der 53-Jährige mit seiner Entscheidung für Verwunderung gesorgt, dem VfL Wolfsburg aber wohl langfristig einen Gefallen getan. In Zeiten des Erfolgs mag es für einen Club kein Problem sein, wenn sich die Entscheidungsträger nur das Nötigste zu sagen haben. Sowohl Schmadtke als auch Labbadia haben aber bei ihren bisherigen Stationen schon genügend erlebt, um zu wissen, dass in Krisen Zusammenhalt gefragt ist.

Entscheidung mit Weitsicht

Dass Labbadia nach Jahren fehlender Konstanz beim VfL gerade jetzt, da es ruhig ist, die Trennung angekündigt hat, zeugt von persönlicher Größe und Weitsicht. Für die restliche Saison hat er damit das einzige Störfeuer beseitigt und ermöglicht sich so in den letzten Spielen eine professionelle Arbeitsatmosphäre. Schmadtke hingegen hat bereits jetzt Klarheit und kann sich in Ruhe um einen neuen Trainer kümmern, statt im Saison-Endspurt auf einen Schnellschuss setzen zu müssen.

DURCHKLICKEN: Bilder der bisherigen Duelle zwischen RB Leipzig und VfL Wolfsburg

29. Juli 2011: Magischer Pokalabend in Leipzig: Der damalige Viertligist RB Leipzig ringt in der 1. Runde des DFB-Pokals 2011/12 den Bundesligisten VfL Wolfsburg nieder. Maßgeblich daran beteiligt war dabei Daniel Frahn mit drei Treffern. Zur Galerie
29. Juli 2011: Magischer Pokalabend in Leipzig: Der damalige Viertligist RB Leipzig ringt in der 1. Runde des DFB-Pokals 2011/12 den Bundesligisten VfL Wolfsburg nieder. Maßgeblich daran beteiligt war dabei Daniel Frahn mit drei Treffern. ©

Sportlich lief es für den VfL nach der Bekanntgabe Labbadias ordentlich. Zwei Siegen gegen Düsseldorf und am vergangenen Wochenende gegen Hannover steht eine 0:2-Niederlage im Duell mit Borussia Dortmund gegenüber – eine Partie, in der Wolfsburg durch eine taktische Glanzleistung lange auf einen Punktgewinn hoffen durfte und erst in der Nachspielzeit durch Paco Alcacers Doppelpack den späten K.o. hinnehmen musste. Labbadia stellte mit den jüngsten Auftritt dennoch unter Beweis, dass sein Draht zur Mannschaft nicht gerissen ist.

Harter Kampf um die Europa League

Aktuell steht der VfL mit 45 Punkten auf Platz sechs der Tabelle. Auf den Rängen dahinter lauern Hoffenheim (44), Bremen (43) und Leverkusen (42) auf ihre Chance. Will sich Labbadia mit der Qualifikation für die Europa League verabschieden, sollte gegen RB Leipzig zumindest ein Punktgewinn her. Mit viel Glück könnten die Wölfe bei einem Sieg sogar noch mal auf die Champions-League-Ränge schielen. Der scheidende Coach gab sich am Donnerstag in der Pressekonferenz kämpferisch: "Wir wissen, dass wir viele Mannschaften vor Probleme stellen können."

Hilf uns, dem Amateurfußball zu helfen. Trage Dich auf gabfaf.de/supporter kostenlos als Supporter ein.

Die aktuellen TOP-THEMEN
Anzeige
Sport aus Leipzig
Sport aus aller Welt