30. März 2020 / 19:04 Uhr

Gehaltsverzicht auch bei 96? Mannschaftsrat, Kind und Zuber treffen sich am Dienstag

Gehaltsverzicht auch bei 96? Mannschaftsrat, Kind und Zuber treffen sich am Dienstag

Dirk Tietenberg
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Marvin Bakalorz und der Mannschaftsrat von Hannover 96 treffen sich am Dienstag mit Martin Kind und Gerhard Zuber, um über den Gehaltsverzicht der Profis zu sprechen.
Marvin Bakalorz und der Mannschaftsrat von Hannover 96 treffen sich am Dienstag mit Martin Kind und Gerhard Zuber, um über den Gehaltsverzicht der Profis zu sprechen. © imago images/Jan Hübner
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Martin Kind, Gerhard Zuber und der Mannschaftsrat von Hannover 96 treffen sich am Dienstag, um über den Gehaltsverzicht zu diskutieren. Die Profis wollen dem Verein in der schwierigen Lage helfen. Wie bei anderen Klubs soll es um einen freiwilligen Verzicht des Gehalts um 20 Prozent gehen.

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Lionel Messi ist natürlich nicht der Maßstab, weder sportlich noch finanziell. Der Superstar verdient beim FC Barcelona in der Coronakrise 70 Prozent weniger. In den deutsche Profiligen spielt sich der freiwillige Verzicht der Profis eher bei 20 Prozent ein. Wobei jeder Klub den Verzicht unterschiedlich angeht – einige stunden das Gehalt und verzichten (Schalke), andere spenden (Bayern, Düsseldorf), weitere sammeln (Dresden).

Treffen am Stadion

Bei einigen Klubs gibt es noch keine Regelung, so wie bei Hannover 96. Am Dienstag treffen sich Geschäftsführer Martin Kind, der Sportliche Leiter Gerhard Zuber und der Mannschaftsrat zum Gipfel. Es soll eine Lösung her.

Vom Mannschaftsrat dabei sind Kapitän Marvin Bakalorz, Ko-Kapitän Edgar Prib, Ron-Robert Zieler, Felipe und Waldemar Anton. Treffpunkt ist am Stadion. Seit einer Woche verhandelt die sportliche Spitze mit den Spielern. Zuber und Cheftrainer Kenan Kocak haben bereits auf einen Teil des Gehalts verzichtet. Kocak schaltete sich vergangene Woche in die Debatte ein.

Mehr über Hannover 96

Die Spieler waren von Beginn an bereit für den Verzicht zugunsten des Klubs, um Arbeitsplätze zu sichern. Die Mehrheit der 96-Mitarbeiter arbeitet ab April in Kurzzeit. Die Profiverträge sind so angelegt, dass die Entscheidung über ein geringeres Gehalt bei den Spielern selbst liegt.

Der Mannschaftsrat suchte nach einer internen fairen Lösung – für Höchstverdiener sind 20 Prozent viel Geld, aber sie kämen noch immer besser zurecht als beispielsweise Jungprofis mit einem Verdienst von 3000 Euro pro Monat. Eine Idee ist auch, dass 96-Spieler zweckgebunden auf Einkünfte verzichten.

Das sind die aktuell wichtigsten Aufgaben von 96-Krisenmanager Gerhard Zuber:

<b>Verträge:</b> Die wichtigsten Verträge betreffen zurzeit Cheftrainer Kenan Kocak – und ihn selbst. Folgt Zuber seinem Förderer Horst Heldt nach Köln oder macht er weiter als offizieller Sportchef bei 96? Nach Urteil des Amtsgerichts ist Zuber unbefristet bei 96 angestellt. Die juristische Lage soll geregelt werden. Geschäftsführer Martin Kind setzt darauf, dass Zuber weitermacht. Bezüglich des Trainervertrages hat Zuber keine Zweifel, dass Kocak bald bis 2022 unterschreibt: „Das wäre ein Zeichen. Den Verein jetzt in der Situation im Stich zu lassen, wäre sicher das falsche Signal“, sagt er. Heißt für Zuber selbst: Auch der Manager lässt 96 in der Corona-Krisenzeit nicht allein. Zur Galerie
Verträge: Die wichtigsten Verträge betreffen zurzeit Cheftrainer Kenan Kocak – und ihn selbst. Folgt Zuber seinem Förderer Horst Heldt nach Köln oder macht er weiter als offizieller Sportchef bei 96? Nach Urteil des Amtsgerichts ist Zuber unbefristet bei 96 angestellt. Die juristische Lage soll geregelt werden. Geschäftsführer Martin Kind setzt darauf, dass Zuber weitermacht. Bezüglich des Trainervertrages hat Zuber keine Zweifel, dass Kocak bald bis 2022 unterschreibt: „Das wäre ein Zeichen. Den Verein jetzt in der Situation im Stich zu lassen, wäre sicher das falsche Signal“, sagt er. Heißt für Zuber selbst: Auch der Manager lässt 96 in der Corona-Krisenzeit nicht allein. ©

Vielen ging die Entscheidung der Spieler aber nicht schnell genug. Während 96 noch diskutierte, sendeten Mannschaften wir Mönchengladbach, Bayern oder Dortmund frühe Signale der Solidarität. „Ich schäme mich, dass es so lange dauert“, sagte 96-Sturmikone Dieter Schatzschneider, der als Jugend-Scout selbst in Kurzarbeit geht.