21. Mai 2019 / 22:45 Uhr

Geheimtreffen: Wird Markus Anfang neuer Cheftrainer bei Hannover 96?

Geheimtreffen: Wird Markus Anfang neuer Cheftrainer bei Hannover 96?

Dirk Tietenberg
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Markus Anfang wurde am Kokenhof gesichtet. Wird der ehemalige Aufstiegstrainer des FC Köln der neue Fußballlehrer bei Hannover 96?
Markus Anfang wurde am Kokenhof gesichtet. Wird der ehemalige Aufstiegstrainer des FC Köln der neue Fußballlehrer bei Hannover 96? © imago/Tietenberg/Montage
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Geheimtreffen im Hotel "Kokenhof" von 96-Profiboss Martin Kind in Großburgwedel: Am Dienstagabend verhandelten die Verantwortlichen mit Trainer Markus Anfang. Der 44-Jährige, Ende April beim Zweitliga-Spitzenreiter 1. FC Köln entlassen, soll offenbar Nachfolger des noch nicht entlassenen Thomas Doll werden.

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Selten, dass Martin Kind einen zugesagten Termin sausen lässt, und dann auch noch in der Nachbarschaft – am Dienstagabend schon: Der 96-Profiboss wollte um 19 Uhr zur Präsentation eines Sponsors bei Burgwedels Drittliga-Handballern, erschien aber in einem Konferenzraum seines Hotels „Kokenhof“.

Mit am Tisch saß ein möglicherweise sehr wichtiger Mann für eine erfolgreiche 96-Zukunft: Der Trainer Markus Anfang, 44 Jahre alt, Ende April als Trainer des Zweitliga-Spitzenreiters 1. FC Köln entlassen. Und jetzt offenbar Favorit auf die Nachfolge von Thomas Doll, der zwar noch einen Vertrag für die 2. Liga bei 96 besitzt, aber nach der gescheiterten Rettung selbst nicht mehr mit seiner Weiterbeschäftigung gerechnet hat. Doll hat sich verabschiedet aus Hannover, Anfang könnte schnell anfangen. 96 müsste auch keine Ablöse für den neuen Trainer zahlen.

Markus Anfang (links) verlässt nach Gesprächen mit den Verantwortlichen von Hannover 96 das Hotel Kokenhof von 96-Profiboss Martin Kind.
Markus Anfang (links) verlässt nach Gesprächen mit den Verantwortlichen von Hannover 96 das Hotel Kokenhof von 96-Profiboss Martin Kind. © SPORTBUZZER
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Mit zügiger Entscheidung ist zu rechnen

Um 21.17 Uhr verließ der Top-Trainerkandidat am Dienstag kurz das Geheimtreffen im „Kokenhof“, holte sich Süßigkeiten von der nahegelegenen Shell-Tankstelle. Kind war zuvor schon abgefahren, 96-Gesellschafter Gregor Baum und Nachwuchs-Manager Jan Schlaudraff blieben zum Kennenlernen noch länger – später am Abend fuhr Anfang mit seinem Berater zurück ins Rheinland. Mit einer Entscheidung ist zügig zu rechnen.

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Zweite Amtszeit: Am 28. Mai 2019 stellte Hannover Mirko Slomka erneut als Cheftrainer und Nachfolger von Thomas Doll vor. Zur Galerie
Zweite Amtszeit: Am 28. Mai 2019 stellte Hannover Mirko Slomka erneut als Cheftrainer und Nachfolger von Thomas Doll vor. © imago/

Trotz Tabellenführung feuerte Köln Anfang

Anfang wäre von der Papierform her eine Top-Besetzung für das Unternehmen Wiederaufstieg. Er sammelte als Spieler Profi-Erfahrung unter anderem in Duisburg, Düsseldorf und Innsbruck. Als Trainer arbeitete er mit Talenten bei Bayer Leverkusen, dann holte ihn Holstein Kiel. Mit wenig Geld und viel Leidenschaft formte Anfang eine Mannschaft, die sofort in die 2. Liga kletterte und es als Aufsteiger im folgenden Jahr bis in die Bundesliga-Relegation schaffte.

Auch beim 1. FC Köln lieferte Anfang: Er hatte den Aufstieg praktisch geschafft, als er nach internen Querelen drei Spieltage vor Schluss gehen musste – Kritik an der Taktik hielt sich ebenso hartnäckig wie Gerüchte über Unstimmigkeiten mit Teilen der Mannschaft. Kurz zuvor hatte Anfang noch Respekt und Anerkennung für einen bewegenden Auftritt erhalten. Sein Vater Dieter erlitt am 10. April kurz vor dem Spiel in Duisburg einen Herzinfarkt im Stadion. Sohn Markus erschien zwei Tage später wieder zum Training. Es wäre der Wunsch seines Vaters gewesen, betonte er in einer Pressekonferenz.

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Markus Anfang (rechts) und sein Berater verlassen das Hotel Kokenhof, um sich etwas Süßes zu kaufen. 
Markus Anfang (rechts) und sein Berater verlassen das Hotel Kokenhof, um sich etwas Süßes zu kaufen.  © SPORTBUZZER

Fredy Bickel oder die Hannover-Lösung?

Mit welchem Sportchef Anfang bei 96 zusammenarbeiten würde, ist noch nicht endgültig geklärt, ein Kandidat war zuletzt der Wiener Rapid-Sportchef Fredy Bickel (54). Auf den Schweizer, der nach der Saison in Österreich aufhört, haben die Verhandlungen mit Martin Kind jedenfalls Eindruck ge­macht. 96, sagte Bickel, „ist eine riesige Herausforderung für mich. Ich habe Lust auf Hannover 96.“ Viel wahrscheinlicher ist allerdings die Hannover-Lösung mit Jan Schlaudraff als federführendem Manager – und Altin Lala und Steven Cherundolo als beratenden Funktionären. Dazu würde die Personalie Anfang sinnvoll passen.

2009 stand Bickel schon mal kurz vor einem Wechsel nach Hannover. Der Karriereschritt nach Deutschland platzte, dafür stellte 96 Jörg Schmadtke ein. Zehn Jahre später wird das nun wohl wieder nichts mit Bickel, stattdessen dürfte Schmadtkes guter Bekannter und Vertrauter Schlaudraff an Hannovers Ruder kommen. Und vielleicht nimmt’s mit dem „Schlaufuchs“ und Anfang ja wieder ein gutes Ende.

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