08. Oktober 2019 / 17:27 Uhr

Geher Linke plant Doppelstart bei Olympia 2020

Geher Linke plant Doppelstart bei Olympia 2020

Peter Stein
Märkische Allgemeine Zeitung
Christopher Linke freut sich über Platz vier bei der WM.
Christopher Linke freut sich über Platz vier bei der WM. © Michael Kappeler/dpa
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Bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Doha/Katar schaffte Geher Christopher Linke vom SC Potsdam als Vierter seine bisher beste internationale Platzierung. Nun hat er bei Olympia 2020 neue Ziele.

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Der Heimataufenthalt währte nur ein paar Stunden. Am Montagabend kehrte Geher Christopher Linke vom SC Potsdam von den Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Doha/Katar zurück, am Dienstagmorgen ging bereits der Ferienflieger nach Mallorca.

„Ich mache jetzt eine Woche Urlaub mit meiner Freundin, dann muss ich schon wieder trainieren“, erzählt Linke. Denn am 1. Dezember will er in Melbourne/Australien einen Wettkampf über 50 Kilometer bestreiten und dort die Olympia-Norm über diese Strecke erfüllen. Da diese Distanz 2020 bei den Sommerspielen in Tokio voraussichtlich letztmalig im Olympia-Programm steht, will er sich diesen historischen Auftritt nicht verbauen. Linke plant im kommenden Sommer in Japan sogar einen Doppelstart über 20 und 50 Kilometer Gehen – und das, obwohl auch in Tokio ähnlich krasse klimatische Bedingungen wie am vergangenen Wochenende in Doha zu erwarten sind.

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Doch Hitze hin, hohe Luftfeuchtigkeit her, der 30-Jährige aus Werder bleibt cool: „Auf diese äußeren Umstände kann man sich einstellen. Ich habe vor Doha auch unter extremen klimatischen Bedingungen trainiert. Mein Körper hat sich so gut angepasst, soweit es eben ging. Ich denke, das ist bei jedem anders. Der eine kommt besser damit zurecht, der andere weniger.“ Weiter sagt er: „Ich hatte in meiner Karriere schon oft Hitzeschlachten und habe diese meist durchgestanden. Jedenfalls habe ich von dem Auftritt in Doha keinerlei Nachwirkungen, nicht mal Muskelkater. Vielleicht lag das auch an der Euphorie, denn ich bin mit meinem vierten WM-Platz super zufrieden. Das ist mein bisher größter Erfolg.“

Am 1. Dezember Kampf um Olympia-Quali über 50 Kilometer

Er habe sich diesmal bewusst zurückgehalten, eine defensivere Taktik gewählt. „Am Ende war das richtig. Ich bin nicht davon ausgegangen, eine Medaille zu holen, hatte mir die Top-Acht vorgenommen“, so Linke. Es sei müßig, darüber zu spekulieren, was passiert wäre, hätte er sich der Spitzengruppe angeschlossen. „Der Punkt ist, wenn der Einbruch gekommen wäre, dann schlagartig.“ Sein Vereinsgefährte Nils Brembach, der auf der Strecke zusammenbrach, habe das schmerzhaft erfahren. „Ich habe gesehen, dass da einer auf der Straße liegt, aber nicht gewusst, dass es Nils ist“, berichtet Linke.

Der Olympia-Fünfte von 2016 und WM-Fünfte von 2017 wird Anfang November bereits nach Brisbane/Australien fliegen und dort mit seinen befreundeten Gehern Dane Bird-Smith (Australien), Olympiadritter 2016, und Tom Bosworth (Großbritannien), WM-Siebter von Doha, die Kilometer abspulen. „Wir kennen uns schon über viele Jahre, haben bereits in anderen Trainingslagern zusammen trainiert“, erzählt Linke.

Privater Sponsor hilft

Die Reise nach Down Under habe er selbst finanziert. „Da der Deutsche Leichtathletikverband in diesem Jahr keinen Ausrichter für Deutsche Meisterschaften über 50 Kilometer fand, musste ich mir halt einen Wettkampf im Ausland suchen. In Australien kann ich gleich unter guten Bedingungen trainieren“, meint Linke, der mit Schwimm-Olympiasieger Uwe Daßler, selbstständiger Berater für Finanzdienstleistungen, einen privaten Sponsor gefunden hat. „Dafür bin ich Uwe Daßler sehr dankbar“, berichtet Linke.

Sich in Tokio nur für eine Strecke zu entscheiden, komme für ihn derzeit nicht in Frage, vorausgesetzt, er schafft auch über die 50 Kilometer die nationale Qualifikation. „Wenn ich das packe, dann will ich auch über die 50 Kilometer starten“, bekräftigt Linke. Immerhin habe Carl Dohmann (Baden-Baden) als WM-Siebter in Katar ein ähnlich starkes WM-Resultat erzielt. Linke sagt: „Die 20 und 50 Kilometer liegen vom Zeitplan her in Tokio eine Woche auseinander. Die 20 Kilometer sind zuerst. Das halte ich für machbar.“ Der Potsdamer scheint nach Doha motivierter denn je.

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