10. Juli 2019 / 19:37 Uhr

"Geht nicht von allein": Marcel Franke will bei 96 von Beginn an vorneweg gehen

"Geht nicht von allein": Marcel Franke will bei 96 von Beginn an vorneweg gehen

Jonas Szemkus
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
96-Neuzugang 
Marcel Franke
 stellte sich in Stegersbach unseren Fragen.
96-Neuzugang Marcel Franke stellte sich in Stegersbach unseren Fragen. © Florian Petrow
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Nach seinem Wechsel zu Hannover 96 ist Marcel Franke noch dabei, in seiner neuen Heimat anzukommen. Wie sich der Neuzugang in Hannover einlebt, warum das "Hin und Her" jetzt ruhig aufhören kann und auf was sich die 96-Fans bei ihm am meisten freuen dürfen, verrät der 26-Jährige im Interview.

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Haben Sie sich bereits in Hannover eingelebt?

Meine Frau und ich sind rumgefahren, haben uns ein paar Viertel angeguckt und haben schließlich ein Reihenhaus in Kirchrode gefunden. Hannover hat viel Grün, den Maschsee. Es gefällt uns sehr gut. Nach dem Trainingslager müssen wir noch den Umzug aus Darmstadt fertig machen, dann heißt es: ankommen.

Sind Sie auch bei 96 angekommen?

Ich bin gut aufgenommen worden. Die Jungs sind total korrekt und locker drauf. Auch beim Training bin ich schon gut integriert. Du musst dich ja auch immer erstmal an das ganze Neue gewöhnen, an die neuen Trainingsinhalte und so. Das läuft ganz gut, auch beim Test sah das schon ordentlich aus.

Mussten Sie zur Begrüßung einen Kasten Bier in die Kabine stellen?

Bis jetzt noch nicht. (lacht) Da kommt noch was beim Maschseefest, haben die Jungs erzählt. Da lassen sie sich was einfallen für die Neuen. Ich lasse mich überraschen.

Hannover 96 in Stegersbach - Tag 7:


Mirko Slomka beobachtet das Geschehen intensiv, während Jan Schlaudraff mit Telefonaten beschäftigt ist.  Zur Galerie
Mirko Slomka beobachtet das Geschehen intensiv, während Jan Schlaudraff mit Telefonaten beschäftigt ist.  ©
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"Dieses Hin und Her – ein halbes Jahr dort, ein halbes Jahr da – kann ruhig aufhören."

Sie waren häufig der Neue in den vergangenen zwei Jahren. Darmstadt, Norwich, Dresden ...

Die letzten Jahre waren schon sehr turbulent. Im Fußball ist das zwar nichts Außergewöhnliches, aber dieses Hin und Her – ein halbes Jahr dort, ein halbes Jahr da – kann ruhig aufhören. Darum bin ich froh, bei einem ambitionierten Klub zu sein und deswegen habe ich auch einen Dreijahresvertrag unterschrieben.

Auf was für eine Art Spieler kann Hannover sich freuen?

Ich bringe Mentalität mit, will immer gewinnen. Ich will von Beginn an zeigen, dass ich gerne Verantwortung übernehmen möchte. Auch wenn ich neu in der Mannschaft bin: Ich versuche, vorneweg zu gehen und von hinten ein bisschen zu coachen. Das ist ja eine gute Position, um Verantwortung zu übernehmen und Kommandos zu geben. Vom Typ her: Ich habe eine gewisse Größe, da sollte ich ein bisschen Wucht im Kopfball mitbringen. Und ich bringe einen gewissen Körper mit, da muss ich hinten alles wegräumen.

Klingt gut. Räumen Sie lieber aus der Vierer- oder der Dreierkette heraus auf?

Das kann man gar nicht sagen. Ich finde es top, dass wir beides trainieren. Damit du im Spiel umswitchen kannst, wenn du merkst, dass etwas nicht klappt. Es wird einfach wichtig sein, dass wir die Kiste hinten sauber halten und trotzdem nach vorne Akzente setzen. Das sah in den Tests schon gut aus. Wenn wir einen guten Mix finden, kann das nur ein Vorteil sein.

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"Auch wenn es mal richtig gut läuft, darfst du noch lange nicht denken, dass du schon durch bist. Es geht nicht von alleine."

Was ist in der 2. Liga noch wichtig?

Auf jeden Fall das Körperliche, da brauchen wir uns nichts vormachen. Wenn wir als Hannover 96 in Sandhausen, Darmstadt oder so spielen, wird es immer zur Sache gehen. Wir brauchen nicht denken, dass wir mal eben irgendwo hinfahren und die Gegner schnell 6:0 zerlegen. Wir können selbstbewusst sein, weil wir eine richtig gute Truppe haben. Aber trotzdem müssen wir immer alles raushauen, um Spiele zu gewinnen. Auch wenn es mal richtig gut läuft, darfst du noch lange nicht denken, dass du schon durch bist. Es geht nicht von alleine.

Passend zum Selbstbewusstsein: Muss der Aufstieg das 96-Ziel sein?

Klar wollen wir aufsteigen, jeder Sportler will immer das maximale Ziel. Aber: Wir wollen aufsteigen, wir müssen nicht.

Ziele verfolgen Sie auch neben dem Platz, studieren Sportmanagement. Wie kommt's?

Ich mache ein Fernstudium, aber es hat das letzte halbe Jahr ein bisschen gestockt. (lacht) Es ist schon schwierig, sich zu Hause immer hinzusetzen. Da brauchst du auch mal einen Arschtritt – den gibt mir meine Frau. Aber wer Fußballer ist, will nach der Karriere in dem Bereich bleiben. Ich habe mit vier Jahren mit dem Sport angefangen und für mich gab es nie etwas anderes. Trainer wäre eher nichts für mich. Aber so ein Übergang wie bei Jan Schlaudraff oder vielleicht auch eine Tätigkeit als Berater würden mich interessieren. Aber bis dahin kann ich hoffentlich noch acht bis zehn Jahren spielen, wenn die Knochen halten.

Wenn am Wochenende Saisonstart wäre: Das ist der aktuelle 96-Kader.

Torwart: Ron-Robert Zieler Zur Galerie
Torwart: Ron-Robert Zieler ©

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