29. Juni 2020 / 10:17 Uhr

Auf "Vollbombe" Kellahen zum Sieg: Andre Best setzt Ausrufezeichen für Hamburg

Auf "Vollbombe" Kellahen zum Sieg: Andre Best setzt Ausrufezeichen für Hamburg

Simon Lange
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Andre Best triumphiert mit Hengst Kellahen beim Derby-Trial auf der Neuen Bult.
Andre Best triumphiert mit Hengst Kellahen beim Derby-Trial auf der Neuen Bult. © imago images/Galoppfoto
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Sarka Schütz war voll des Lobes: "So eine Demonstration - das war schon krass", jubelte die Trainerin nach dem Sieg von Andre Best und Hengst Kellahen beim Derby-Trial auf der Neuen Bult. Das Duo setzte mit diesem Erfolg ein Ausrufezeichen vor dem wichtigsten Rennen des Jahres in Hamburg am 12. Juli.

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Gut, besser – Best! Jockey Andre Best hat mit Hengst Kellahen beim Geisterrenntag auf der Neuen Bult ein dickes Ausrufezeichen gesetzt. Das Duo gewann das Derby-Trial, die letzte Vorprüfung für das wichtigste Rennen des Jahres in Hamburg am 12. Juli. Kellahen setzte sich nach dem Start des Listenrennens an die Spitze des Feldes – und gab sie nicht mehr ab. Der Dreijährige passierte mit gigantischem Vorsprung das Ziel. Mitfavorit Slogan kam zwar noch auf, hatte aber keine Chance gegen Kellahen, dem sein vierter Erfolg im vierten Rennen gelang.

"So eine Demonstration - das war schon krass"

„Eine absolute Maschine“, schwärmte Best. „Er wird von Rennen zu Rennen besser.“ Trainerin Sarka Schütz ballte die Fäuste. „Hammer, Kellahen ist eine Vollbombe. So eine Demonstration – das war schon krass“, sagte sie freudestrahlend. Logische Folge wäre die Nachnennung fürs Derby. „Darauf spekuliere ich“, sagte Best, der noch kein festes Pferd fürs Derby hat. Zu entscheiden haben das die Besitzer Frank und Karin Brieskorn. 65 000 Euro müssten sie hinblättern, damit ihr Pferd noch in Hamburg starten darf.

Jockey Best hatte schon zuvor gejubelt. Im zweiten Rennen lag er auf Louna Amica vorn. Der 50-Jährige spulte ein Marathonprogramm ab – zwölf Starts in 14 Prüfungen. „Das ist anspruchsvoll. Das hatte ich noch nie an einem einzigen Renntag“, sagte Best, der sich seine Kräfte gut einteilen musste. „Siege beflügeln da natürlich. Dann geht’s einfacher.“

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Es war für alle ein langer Tag gestern auf der Bult, der bereits vierte ohne Zuschauer. Geisterrennen werden zum Alltag. Die hannoverschen Trainer hatten zunächst Pech. Im dritten Rennen wurde der von Dominik Moser vorbereitete Brümmerhof-Wallach Artistico Zweiter, für Hans-Jürgen Gröschel blieb mit der Areion-Tochter Irida Platz drei. Mal wieder. „Ich hatte noch nie so viele dritte Plätze wie in diesem Jahr“, kommentierte Gröschel grummelig sein Abo. Wie zur Bestätigung lief auch die im achten Rennen favorisierte Iringa auf Platz drei.

Christian Sprengel darf mal wieder jubeln

In der vierten Prüfung musste sich Bult-Trainer Bohumil Nedorostek mit dem zweiten Platz von Vivienne Wells begnügen. Sie war zwar das stärkste Pferd im Feld, hatte aber nach schlechtem Start zu viele Kräfte vergeudet.

Dafür konnte der in letzter Zeit wenig mit Erfolg gesegnete Christian Sprengel endlich mal wieder jubeln. Wallach Bishapur bescherte ihm in Prüfung sechs den ersten Sieg des Jahres. „Er war mal dran“, freute sich Sprengel für Bishapur. „Siege sind das Salz in der Suppe, dafür machen wir alle diesen Job“, fügte er hinzu – auch wenn die coronabedingt niedrigen Rennpreise, in diesem Fall 3000 Euro für einen Ausgleich II, oft gerade mal die Kosten decken.

Bilder von der Zucht- und Leistungsprüfungen der Galopper auf der Neuen Bult in Langenhagen (7. Juni)

Impressionen der Zucht- und Leistungsprüfungen der Galopper auf der Neuen Bult in Langenhagen. Zur Galerie
Impressionen der Zucht- und Leistungsprüfungen der Galopper auf der Neuen Bult in Langenhagen. ©

Ins Geld schaffte es Nedorosteks schnelle Perfect Pitch in der zweiten Listenprüfung des Tages. Rang vier reichte aber nicht, um den für den Zuchtwert wichtigen Blacktype-Status zu erlangen. Platz drei wäre nötig gewesen.

Gröschel feiert mit Igneo endlich einen Treffer

Im zehnten Rennen (Ausgleich IV) kündigte Gröschel sein Abo und feierte mit Igneo endlich einen Treffer, den erst vierten des Jahres. „Igneo war reif“, so Gröschel. Alte-Bult-Kollege Hans-Joachim Stolberg gelangen mit den vierten Plätzen von Idolo und dem äußerst mies gestarteten Imposito zwei schöne Teilerfolge. Weitere dritte Plätze gab es noch für Nedorostek (Alma Mater) und Moser (Luciani).

Und Best? Gab weiter Gas. Im drittletzten Rennen auf Moon Power schnappte er sich den dritten Tageserfolg. Und Gröschel? Kehrte nicht zum Abo zurück – Platz zwei mit Wildfang im letzten Rennen des Tages.