21. Mai 2020 / 19:15 Uhr

Geisterspiel gegen den BVB: So bereitet sich VfL-Einheizer Poetzsch vor

Geisterspiel gegen den BVB: So bereitet sich VfL-Einheizer Poetzsch vor

Engelbert Hensel
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Fussball, Bundesliga,  VfL Wolfsburg-FC Schalke 04, Saison 2019/20, Volkswagen-Arena, 18.12.2019, 16. Spieltag, Georg Poetzsch, Stadionsprecher
VfL-Stadionsprecher: Georg Poetzsch. © Boris Baschin
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Der VfL Wolfsburg vor seinem ersten Geister-Heimspiel in der Fußball-Bundesliga - wie geht VfL-Stadionsprecher Georg Poetzsch es an?

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Er ist der Mann, der vor dem Spiel die Massen auf den Tribünen der VW-Arena noch einmal extra fürs Spiel motivieren kann, aber am Samstag beim VfL-Duell mit Borussia Dortmund dürfen wegen Corona keine Fans in die VW-Arena. Wie bereitet sich Georg Poetzsch als Stadionsprecher auf das erste Geister-Heimspiel in der Fußball-Bundesliga vor? „Mit einer Träne im Knopfloch“, sagt der Einheizer der Wolfsburger schmunzelnd.

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Leere Ränge: Die WWK-Arena in Augsburg Zur Galerie
Leere Ränge: Die WWK-Arena in Augsburg ©

Poetzsch verfügt über Geisterspiel-Erfahrung, weil die Wolfsburger bereits am 13. März im Achtelfinal-Hinspiel in der Europa-League gegen Donezk ohne Fans hatten spielen müssen. „Daher weiß ich, was atmosphärisch auf mich zukommt“, sagt der VfL-Mann am Mikro. „Bei dem Donezk-Spiel oder auch jetzt am Wochenende ist für mich deutlich geworden: Die größte Veränderung haben die Spieler zu bewältigen.“ Poetzsch meint damit die Stille in den Stadien. „Zur Bundesliga gehört einfach dazu, dass du als Spieler in ein volles Stadion einläufst.“ Doch in Zeiten von Corona geht das nicht. Poetzsch über seine Arbeit: „Was total komisch ist für mich als Stadionsprecher, ist, dass ich alles hören kann, was sich auf dem Platz zugerufen wird. Es klingt wie auf einem Trainingsplatz, ist aber ein richtiges Spiel.“

🐺 Fangrüße #WOBBVB 🐺

Live dabei sein könnt ihr am Samstag leider nicht, aber unterstützen könnt ihr die Wölfe dennoch! Schickt uns eure Grüße an die Mannschaft, wir zeigen sie vorm Spiel gegen Borussia Dortmund in unserem Wohnzimmer auf den Videoleinwänden! 💚💪

Gepostet von VfL Wolfsburg am Dienstag, 19. Mai 2020

Poetzsch darf nicht wie sonst bei der Verkündung der Mannschaftsaufstellung auf dem Platz vor der Nordkurve stehen. Von da aus zelebriert er mit den Fans die Mannschaftsaufstellung. Wegen des grassierenden Virus darf er da nicht hin. Poetzsch: „Ich gehe davon aus, dass ich auf der Tribüne bin, was mir auch ganz lieb ist. Denn ich möchte gern auch meinen Teil dazu beitragen, dass das Risiko, irgendwas ins Stadion zu schleppen, so klein wie möglich bleibt."

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Trotz der Stille im Stadion geht Poetzsch seinen Job so professionell an wie immer. Der Wunsch des Teams an ihn war, dass er mit seiner Moderation möglichst viel Normalität schafft. „Wir werden beim Einlaufen der Spieler die Musik spielen, die wir immer spielen. Es wird die Tor-Musik geben. Und ich werde auch eine Tor-Ansage machen, die auch emotional sein darf“, so Poetzsch, der mit kurzer Unterbrechung seit 1999 die Stimme des Klubs ist. „Die Spieler freuen sich ja trotzdem über ihr Tor – ob nun vor drei Ordnern oder 30.000 Fans in der Arena. Das spielt in dem Moment keine Rolle.“

Wird er denn nach einem Tor genauso laut rufen wie sonst auch? „Bei dem Donezk-Spiel war das so, dass du dich über deine eigene Stimme erschrocken hast, weil es quasi wie eine leere Turnhalle ist. Völlig merkwürdig“, beschreibt Poetzsch und sagt dann: „Trotzdem werde ich so laut rufen wie sonst auch - ich freue mich ja trotzdem über das Tor.“