02. Juli 2020 / 12:48 Uhr

Geisterspiele ade? Gesundheitsamt bestätigt Hygienekonzept von RB Leipzig

Geisterspiele ade? Gesundheitsamt bestätigt Hygienekonzept von RB Leipzig

Thomas Fritz
Leipziger Volkszeitung
So leer soll es in der Red-Bull-Arena in der kommenden Saison nicht sein.
So leer soll es in der Red-Bull-Arena in der kommenden Saison nicht sein. © dpa
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RB Leipzig arbeitet in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt der Messestadt an einem Hygienekonzept für Fußballspiele mit Zuschauern. Demnach könnten in der kommenden Saison zunächst 20.000 Fans die Heimspiele des Bundesliga-Dritten besuchen. Allerdings wird es zahlreiche Einschränkungen geben. Zudem muss der Freistaat Sachsen Veranstaltungen dieser Größe erst einmal wieder gestatten.

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Leipzig. RB Leipzig bereitet sich detailliert auf die Rückkehr von Fans in die Red-Bull-Arena vor. Nach einem Bericht der „Bild“ hat der Dritte der abgelaufenen Bundesliga-Saison ein fertiges Hygienekonzept für das Ende der Geisterspiele ausgearbeitet. Es soll sogar schon vom Leipziger Gesundheitsamt abgesegnet worden sein. RB bestätigte die Sachlage auf SPORTBUZZER-Anfrage am Donnerstagmittag immerhin im Grundsatz. "Wir haben ein Konzept für Spiele mit Zuschauern für die neue Saison entwickelt und dies mit dem Gesundheitsamt Leipzig diskutiert", erklärte Ulrich Wolter, Director Operations. Von einer vorliegenden Genehmigung sprach er zunächst nicht.

Das tat allerdings die Stadt. "RB Leipzig hat ein Hygienekonzept vorgelegt, das aus Sicht des Gesundheitsamtes tragfähig und geeignet ist, das Infektionsgeschehen deutlich zu reduzieren. Aus diesem Grund hat das Gesundheitsamt das Hygienekonzept von RB Leipzig bestätigt", teilte die Pressestelle der Kommune mit. Das Konzept würde zunächst mit etwa der Hälfte der Zuschauer beginnen, so Wolter. Voraussetzung sei aber, "dass sich die Pandemielage weiter so positiv entwickelt und ab September seitens der Politik die Coronaschutz-Verordnungen so angepasst werden, das Veranstaltungen mit Zuschauern wieder grundsätzlich erlaubt werden."

Keine Speisen, kein Becherpfand

Die Eckpunkte des Konzepts sehen laut „Bild“ vor, dass rund 50 Prozent der Fans ins Stadion dürfen. Das entspricht einer Kapazität von etwas mehr als 20.000. Es soll personalisierte Tickets mit Namen und Handy-Nummern geben, die unter den Dauerkarten-Besitzern verlost werden. Tagestickets sind vorerst nicht vorgesehen. Zudem soll jeder Stadionbesucher einen festen Sitzplatz haben, die Sitzschalen zur Rechten und zur Linken bleiben frei. Bei Familienmitgliedern oder Personen aus einem Hausstand ist kein Sicherheitsabstand nötig. Gäste-Fans sind nicht erlaubt und für alle Besucher gilt die Maskenpflicht.

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Um längere Wartezeiten auszuschließen, sind laut Bericht feste Einlasszeiten für die Fans in gegenüberliegenden Blöcken vorgesehen. Dafür wird die Arena in 15 Zonen, in denen jeweils höchstens 2.500 Personen Einlass gewährt wird, unterteilt. Zudem werden keine Speisen, sondern nur Getränke ausgegeben. Um unnötige Warteschlangen zu verhindern, soll das Becherpfand entfallen. Der VIP-Bereich wird nur unter Beachtung eines Mindestabstand von 1,50 Metern zwischen den Tischen (Rücken zu Rücken) geöffnet.

Bleibt das große Problem der Anreise. Sich in der Tram drängelnde Menschenmassen sollen unter allen Umständen verhindert werden. Fans sind daher angehalten, nicht mit dem ÖPNV, sondern zu Fuß oder mit dem Fahrrad zur Arena kommen. RB will laut Konzept die Zahl der Fahrradständer erhöhen. Was ist, wenn es in Strömen regnet?

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Hygienekonzept hebt Allgemeinverfügung nicht auf

Neben Leipzig sollen Bayern München, Borussia Dortmund und der 1. FC Köln bei der Erstellung ihrer Konzepte schon besonders weit sein. Die Bestätigung des RB-Konzept hebelt indes "nicht die geltende Corona-Schutzverordnung des Freistaats Sachsen aus, nach der Sportveranstaltungen mit Zuschauern unzulässig sind", schränkte die Stadt Leipzig auf SPORTBUZZER-Nachfrage ein. "Diese Verordnung und ggf. eine Folgeverordnung bleibt rechtliche Grundlage für eine Sportveranstaltung mit Zuschauern. Es kann heute nicht gesagt werden, welche Regelungen zu Beginn der neuen Bundesligasaison gelten."

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