15. Mai 2020 / 15:39 Uhr

Geisterspiele, Hygiene, TV-Übertragung: Das Wichtigste zum Bundesliga-Neustart

Geisterspiele, Hygiene, TV-Übertragung: Das Wichtigste zum Bundesliga-Neustart

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Geisterspiele, fünf Auswechslungen und TV-Übertragung - zum Bundesliga-Re-Start gibt es einige Veränderungen.
Geisterspiele, fünf Auswechslungen und TV-Übertragung - zum Bundesliga-Re-Start gibt es einige Veränderungen. © Getty Images/Montage
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Am Samstag geht es wieder los: Die Bundesliga startet nach zweimonatiger Corona-Pause mit dem 26. Spieltag in ihren Endspurt. Geisterspiele, Regel-Änderungen, TV-Übertragung und Co. - der SPORTBUZZER hat die wichtigsten Fakten zusammengestellt.

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Nach 65 Tagen Corona-Pause rollt der Ball in der Bundesliga ab Samstag wieder. Es war die längste Liga-Pause innerhalb einer Saison - abgesehen von den regulären Winterpausen. Die Entscheidung, die restlichen Saisonspiele ohne Zuschauer stattfinden zu lassen, bringt eine Änderungen mit sich - für die Spieler und Verantwortlichen, aber auch für die Fans. Der SPORTBUZZER blickt vor dem Liga-Neustart auf die wichtigsten Fakten.

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Keine Fans im Stadion: Die Spiele in der Bundesliga finden bis zum Saison-Ende ohne Zuschauer statt - es ist die größte Einschränkung beim Neustart. Das schreiben die neuen Vorgaben der DFL vor. Demnach dürfen sich auf dem gesamten Stadiongelände zeitgleich maximal 300 Personen aufhalten. Das Gebiet wird dabei in drei Zonen unterteilt: Stadion-Innenraum, Tribüne und Außengelände. In jeder Zone dürfen sich zeitgleich höchstens 100 Menschen befinden. Neben den Mannschaften, Schiedsrichtern und Balljungen dürfen bei einem Spiel auch Fotografen und Doping-Kontrolleure anwesend sein. Ausdrücklich gewarnt wird davor, dass sich Fans vor den Arenen versammeln - wie beispielsweise beim Rheinderby zwischen Borussia Mönchengladbach und dem 1. FC Köln unmittelbar vor der Corona-Unterbrechung.

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Hygiene: Auf Jubel-Arien nach Torerfolgen werden die Fans am Wochenende vergeblich warten. Laut Hygiene-Konzept der DFL sind Umarmungen und Abklatschen zu unterlassen, Ellbogen- und Fußkontakt hingegen erlaubt. "Wir werden uns was einfallen lassen", sagte Kölns Profi Mark Uth. Aufgehoben wurde die Maskenpflicht für Trainer. „Durch einen Mund-Nasen-Schutz würde ihre Tätigkeit als Trainer – inklusive der Erteilung von Anweisungen sowie angewandter Mimik und Gestik – erheblich eingeschränkt. Eine durchgängige Wahrung der Abstandshaltung während des Spiels erachten wir als Schutzmaßnahme für die Trainer daher als ausreichend“, sagte DFL-Direktor Ansgar Schwenken am Freitag bei Bild. „Für alle anderen Personen auf der Ersatzbank sieht die Task Force beide Maßnahmen – Abstand und einen Mund-Nasen-Schutz – vor.“

Herrlich, Kalou und Co.: Diese Fußballer und Trainer haben gegen Corona-Maßnahmen verstoßen

Während der Corona-Zwangspause musste sich auch die Fußballer an teils strikte Quarantäne-Maßnahmen halten. Allerdings haben sich nicht immer alle daran gehalten. Der <b>SPORT</b>BUZZER gibt einen Überblick über prominente Verstöße. Zur Galerie
Während der Corona-Zwangspause musste sich auch die Fußballer an teils strikte Quarantäne-Maßnahmen halten. Allerdings haben sich nicht immer alle daran gehalten. Der SPORTBUZZER gibt einen Überblick über prominente Verstöße. ©

Fünf Wechsel: Jetzt wird es voll an der Seitenlinie. Rechtzeitig vor dem Neustart hat die DFL am Donnerstag für den Rest der Saison fünf statt drei Auswechslungen erlaubt. Damit sollen die Spieler angesichts des dicht gedrängten Kalenders im Zuge der Corona-Krise und möglicher Partien bei großer Hitze im Sommer entlastet werden. Durchgeführt werden dürfen die Wechsel in der Pause und bei weiteren drei Gelegenheiten während der Spielzeit - mehr Unterbrechungen als bei den bisher drei Wechseln wird es demnach nicht geben. Damit soll verhindert werden, dass Trainer in der Schlussphase mit vielen Auswechslungen (noch mehr) auf Zeit spielen. BVB-Coach Favre begrüßt die Übernahme der FIFA-Empfehlung ausdrücklich: "Wir hatten zwei Monate kein Spiel, auch kein Freundschaftsspiel. Deshalb finde das sehr gut mit den fünf Auswechslungen."

Konferenz im Free-TV

TV-Übertragung: Die Fans können zumindest die nächsten zwei Spieltage live im Free-TV dabei sein. Der Pay-TV-Sender Sky wird seine Konferenz-Schalten von den Geisterspielen der ersten Liga am Samstag und der zweiten Liga am Sonntag am 26. und 27. Spieltag auf seinem frei zugänglichen Kanal Sky Sport News HD zeigen. Offen war noch, ob der kostenpflichtige Streamingdienst DAZN am Montag die Partie von Werder Bremen gegen Bayer Leverkusen live überträgt. Hintergrund ist ein Streit zwischen der DFL und Eurosport, deren Rechte DAZN als Sublizenznehmer übernommen hat. Dies betrifft auch alle weiteren Montagspiele und auch die Partien am Freitagabend. Jener Termin wurde zum Neustart ausgesetzt, sind laut DFL-Boss Christian Seifert im restlichen Saison-Endspurt aber weiter geplant.

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Titelkampf: Der FC Bayern peilt den achten Meistertitel in Serie an. Das Star-Ensemble von Trainer Hansi Flick geht mit dem von einer Knieverletzung genesenen Torjäger Robert Lewandowski (25 Treffer) als Favorit in die letzten neun Spieltage. Der Vorsprung auf Borussia Dortmund beträgt vier Punkte, sogar fünf sind es auf Herbstmeister RB Leipzig, der Platz drei belegt. "Wir sind super vorbereitet, das kann ich sagen", lautete die Ansage von Kapitän Manuel Neuer. Die Münchner können am Samstag zunächst verfolgen, ob der BVB im Revier-Derby gegen Schalke und Leipzig im Heimspiel gegen den SC Freiburg erfolgreich vorlegen können. Der deutsche Rekordmeister gastiert erst am Sonntagabend bei Union Berlin.

Labbadia startet mit Hertha BSC

Neue Trainer: Es sollte das erste Spiel von Heiko Herrlich als Trainer des FC Augsburg werden - doch nach der langen Corona-Pause, die quasi direkt mit seinem Amtsantritt beim FCA begonnen hatte, wird er sein Debüt weiter verschieben müssen. Weil Herrlich, der die Nachfolge von Martin Schmidt angetreten ist, wegen eines Einkaufs die Corona-Quarantäne verließ, fehlt er den Augsburgern in der Partie gegen den VfL Wolfsburg nicht betreuen. Bruno Labbadia setzt bei seiner Premiere mit Hertha BSC bei der TSG Hoffenheim derweil auf die Tugenden, die auch in Zeiten vor der Corona-Krise galten. "Es geht nicht um Titel. Es geht darum, dass wir die Liga erhalten", sagte der 54-Jährige, der zum Oster-Wochenende auf Alexander Nouri folgte. Saisonziel der Berliner: Die sechs Punkte Vorsprung auf den Relegationsrang absichern.

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Niclas Süle (FC Bayern) und Marco Reus (BVB) könnten ihre Klubs im Saison-Finale noch unterstützen.  ©

Zeitplan: Nach dem 26. Spieltag an diesem Wochenende folgen chronologisch die Spieltage 27 bis 34. Der letzte Spieltag dieser Saison steht am 27. Juni an. Die Relegations-Spiele werden aller Voraussicht nach erst Anfang Juli ausgetragen. Dies hat zur Folge, das die betroffenen Vereine mit den Spielern, deren Verträge regulär zum 30. Juni auslaufen, individuelle Regelungen treffen müssen. Die 2. Bundesliga beendet ihre Saison mit dem 34. Spieltag am 28. Juni.