20. April 2020 / 06:48 Uhr

Geisterspiele in der Bundesliga? Sportminister beraten sich heute - "Fußball wieder auf Fernseher bringen"

Geisterspiele in der Bundesliga? Sportminister beraten sich heute - "Fußball wieder auf Fernseher bringen"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Wann wieder Fußball gespielt werden kann, ist weiter unklar.
Wann wieder Fußball gespielt werden kann, ist weiter unklar. © imago images/Laci Perenyi
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Kaum ein Thema beschäftigt die Sportwelt aktuell mehr, als das "Wie" und "Wann" der Fußball-Rückkehr. Heute konferieren die Sportminister der Länder über das weitere Vorgehen im Breiten- und Spitzensport.

Hamburgs Sportstaatsrat Christoph Holstein (SPD) plädiert beim Umgang des Sports mit der Coronavirus-Pandemie für die Politik der kleinen Schritte. "Wir hoffen, dass wir im nächsten Jahr den üblichen tollen Sportsommer in Hamburg erleben werden können", sagte der 57-Jährige im Interview von NDR 90,3. "Aber man muss ehrlich sein, die Lage ist nach wie vor dynamisch."

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Ähnlich zurückhaltend bezüglich einer schnellen Wiederaufnahme des Fußball-Spielbetriebs gibt sich Hessens Sport- und Innenminister Peter Beuth (CDU). "Jetzt einen Zeitpunkt X zu nennen, wäre zu früh und nicht seriös", sagte der 52-Jährige in einem Interview mit Osthessen-News und betont die Abhängigkeit von der Corona-Entwicklung. "Der Ball rollt dann wieder, wenn es die Pandemie zulässt."

Beuth: Spielbetrieb für Fans und Vereine wichtig

Dennoch hofft Beuth auf eine baldige Rückkehr zur Normalität. "Wir müssen den Profi-Fußball wieder auf den Fernseher bringen. Das ist auch eine emotionale Geschichte, denn für einen Großteil der Bevölkerung ist es auch in schwierigen Zeiten wichtig, wieder das Fußballerlebnis zu spüren", so der Sportminister. Mit Blick auf die wirtschaftlichen Probleme, die vielen Klubs in den Krisenzeiten droht, spricht sich Beuth zumindest für Spiele ohne Zuschauer aus. "Geisterspiele unter strengen hygienischen Regeln sind das kleinere Übel. Wir müssen die Saison zu Ende bringen und dann darauf hoffen, dass wir die Pandemie im Griff haben."


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Holstein: "Keine Garantie, dass jetzt alles ununterbrochen in eine positive Richtung geht"

Am Montag (20. April) konferieren die Sportminister der Länder und beraten das weitere Vorgehen im Breiten- und Spitzensport. "Wir hoffen, dass wir mit kleinen Schritten kontinuierlich zurück in den Normalzustand kommen", sagte Christoph Holstein. "Aber wir müssen aufmerksam bleiben und uns genau ansehen, was passiert. Es gibt keine Garantie, dass jetzt alles ununterbrochen in eine positive Richtung geht." In Hamburg soll der Sport ab dem 4. Mai schrittweise wieder erlaubt werden.

Zur Konferenz von Bund und Ländern am vergangenen Mittwoch, als für den Sport noch keine Entscheidungen getroffen wurden, sagte Holstein: "Wir waren ein bisschen enttäuscht, dass der Sport in der Runde der Ministerpräsidenten mit der Kanzlerin (...) noch keine größere Rolle gespielt hat."

DFL tagt am Donnerstag

Am kommenden Donnerstag wollen auch die 36 Profi-Vereine der Deutschen Fußball Liga das weitere Vorgehen während der Coronavirus-Pandemie besprechen. Bislang ist der Spielbetrieb bis mindestens zum 30. April ausgesetzt. „In dieser Woche werden wichtige Weichen gestellt, wie es in den ersten drei Profiligen in Deutschland weitergeht. Dies wird auch positive Auswirkungen auf den Amateurfußball haben“, meinte DFB-Präsident Keller, der für die unteren Spielklassen bundeseinheitliche Regelungen anstrebt, die „schnell und unbürokratisch helfen“.

Die angestrebten Geisterspiele befürwortete Keller und warb diesbezüglich für Verständnis. Er könne die Bedenken zwar nachvollziehen. Die Konsequenz eines Verzichts auf Partien ohne Zuschauer „wäre aber, dass einige Fans vielleicht nie wieder ein Spiel ihres Klubs besuchen können, weil es ihn schon bald nicht mehr geben könnte“, schrieb der 63-Jährige in einem Gastbeitrag für den Kicker - und appellierte damit an die Fans: „Wir möchten aber keinen Verein verloren geben.