08. Mai 2020 / 18:02 Uhr

Geisterspiele bei RB Leipzig: 50 bis 500 Euro Strafe bei unzulässigen Fanversammlungen

Geisterspiele bei RB Leipzig: 50 bis 500 Euro Strafe bei unzulässigen Fanversammlungen

Thomas Fritz
Leipziger Volkszeitung
Wer sich bei Spielen von RB Leipzig nicht an die Regeln im Rahmen der Corona-Schutz-Verordnung hält und sich zum Gucken oder Anfeuern versammelt, muss mit einem Bußgeld rechnen.
Wer sich bei Spielen von RB Leipzig nicht an die Regeln im Rahmen der Corona-Schutz-Verordnung hält und sich zum Gucken oder Anfeuern versammelt, muss mit einem Bußgeld rechnen. © PICTURE POINT
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Fangruppen von RB Leipzig, die sich bei einem der Geisterspiele vor dem Stadion versammeln, drohen empfindliche Geldbußen. Der Club hat bereits eine höhere Präsenz von Ordern angekündigt.

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Leipzig. Beim Geisterspiel zwischen Borussia Mönchengladbach und dem 1. FC Köln am 11. März trafen sich hunderte Anhänger der Heimelf vor dem Borussia-Park. Solche (damals noch erlaubten) Versammlungen sollen beim Wiederbeginn der Fußball-Bundesliga am 16. Mai unbedingt vermieden werden. RB Leipzig empfängt am kommenden Samstag um 15.30 Uhr den SC Freiburg. Größere Fantrauben im öffentlichen Raum, die Abstandsgebot und Hygienevorschriften missachten, wären wohl der Supergau für die DFL. Das Problem: Im Konzept des Ligadachverbands für den Neustart werden die Fußball-Anhänger gar nicht thematisiert.

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24. September 2015: Noch in Liga 2 leisten sich die beiden späteren Aufsteiger ein Kopf-an-Kopf-Rennen um die Tabellenführung. Zur Galerie
24. September 2015: Noch in Liga 2 leisten sich die beiden späteren Aufsteiger ein Kopf-an-Kopf-Rennen um die Tabellenführung. ©

Beim Leipziger Ordnungsamt hat man die Problematik auf dem Schirm. In der Red Bull Arena einschließlich angrenzender Flächen, die zur Veranstaltungsstätte gehören, müsse der Veranstalter, also RB Leipzig, „Vorkehrungen zur Einhaltung rechtlicher Vorgaben, wie etwa der Vorschriften der geltenden Corona-Schutz-Verordnung, treffen und dies nötigenfalls durch eigene Ordnungskräfte sicherstellen“, teilte Amtsleiter Helmut Loris auf SPORTBUZZER-Anfrage mit. Auf öffentlichen Straßen, Wegen und Plätzen seien dann die Polizeibehörden zuständig.

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RB hat bereits angekündigt, die Präsenz von Ordnern zu erhöhen und Fanvertreter zu mobilisieren, um gegebenenfalls reagieren zu können. Man sei laut SPORTBUZZER-Informationen „in einem sehr guten und engen Austausch mit allen Fangruppen, um dieses Thema zu besprechen“. Bisher gibt es keine konkreten Anzeichen, dass Anhänger des Bundesliga-Dritten in größerer Anzahl vor der Red Bull Arena auftauchen wollen.

Verdoppelung des Bußgelds bei Wiederholung

Sollte es wider Erwarten dazu kommen, droht der tiefe Griff ins Portemonnaie. Bei unzulässiger Gruppenbildung, Nichteinhaltung des Mindestabstandes von 1,50 Metern oder der Teilnahme an nicht zulässigen Versammlungen kann laut Ordnungsamt ein Bußgeld bis zu 150 Euro verhängt werden. Wem die Organisation einer unzulässigen Versammlung nachgewiesen wird, muss sogar 500 Euro berappen. Bei jedem weiteren Verstoß droht eine Verdoppelung der entsprechenden Summe. Allerdings sind nach dem Grundsatz von Augenmaß und Verhältnismäßigkeit auch Verwarngelder in Höhe von 50 Euro möglich.

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<b>So, 24. Mai, 15.30 Uhr:</b> FSV Mainz 05 - RB Leipzig (27. Spieltag) Zur Galerie
So, 24. Mai, 15.30 Uhr: FSV Mainz 05 - RB Leipzig (27. Spieltag) ©

Der öffentliche Raum darf laut sächsischer Corona-Schutz-Verordnung aktuell „ausschließlich alleine und mit Angehörigen des eigenen Hausstandes, in Begleitung der Partnerin oder des Partners, und mit einer weiteren nicht im Hausstand lebenden Person und deren Partnerin oder ihres Partners sowie mit Personen, für die ein Sorge- oder Umgangsrecht besteht“ betreten werden. Ab 18. Mai – zwei Tage nach dem Freiburg-Kick – dürfen sich in Sachsen wieder Angehörige von zwei Haushalten in der Öffentlichkeit treffen. Also etwa zwei Familien, zwei Paare oder die Mitglieder aus zwei Wohngemeinschaften.

Die Verantwortlichen der Stadt gehen davon aus, dass sich „der DFB, die DFL und jeder einzelne Veranstalter der Auswirkungen bewusst sind, die die Veranstaltung von Bundesligaspielen ohne Zuschauer in Bezug auf die weitere Pandemie-Entwicklung mit sich bringen könnte“. Grundsätzlich erwartet man, dass auch diese Spiele - wie üblich - im Rahmen einer mit den Behörden gut abgestimmten Ablauforganisation stattfinden werden.