17. April 2020 / 17:30 Uhr

Geisterspiele verhindern? Das meinen 96-Fanszenegruppen und so reagiert Kind

Geisterspiele verhindern? Das meinen 96-Fanszenegruppen und so reagiert Kind

Dirk Tietenberg
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Viele Fanszenegruppen, darunter „Komplott Hannovera“, sprechen sich deutlich gegen Geisterspiele aus.
Viele Fanszenegruppen, darunter „Komplott Hannovera“, sprechen sich deutlich gegen Geisterspiele aus. © Maike Lobback (Team zur Nieden) / Debbie Jayne Kinsey
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Die „Fanszenen Deutschland“ veröffentlichte ein scharfes Statement gegen die Wiederaufnahme der Bundesliga-Saisons mit Geisterspielen. Teile der 96-Fanszene unterstützen den Aufruf, 96-Chef Martin Kind äußert sich zurückhaltend.

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Die Klubs der Profiligen in Deutschland beschlossen einstimmig, die Saison mit Geisterspielen fortsetzen, um damit die Finanzierung durch die TV-Sender zu gewährleisten. Die Saison soll ab Mitte Mai zu Ende gespielt werden. Drei Fangruppen von Hannover 96 stehen öffentlich zum Statement der „Fanszenen Deutschlands“. Der Kern des Offenen Briefs: „Die Wiederaufnahme des Fußballs, auch in Form von Geisterspielen, ist in der aktuellen Situation nicht vertretbar“ und sei außerdem „blanker Hohn gegenüber dem Rest der Gesellschaft“.

Die Fanszenegruppen „Hannovereint“ sowie „Komplott Hannovera“ und der Supporters Club „Rote Kurve“ schlossen sich dem Inhalt des Statements an. 96-Chef Martin Kind reagierte reserviert: „Wir haben die Stellungnahme der Fanszenen Deutschlands zur Kenntnis genommen.“

Das waren die Choreos der Fans von Hannover 96 der letzten Jahre:

Die 96-Fans präsentierten eine aufwendige Choreo für den Pokalheld Jörg Sievers, der Anfang Januar 2020 nach 30 Jahren bei Hannover 96 dem Ruf von Daniel Stendel nach Schottland folgte. Zur Galerie
Die 96-Fans präsentierten eine aufwendige Choreo für den Pokalheld Jörg Sievers, der Anfang Januar 2020 nach 30 Jahren bei Hannover 96 dem Ruf von Daniel Stendel nach Schottland folgte. ©
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"Geht hier nicht um eine Aktion, sondern um ein klares Statement"

Die Debatte ist nicht neu. Während die DFL und die Klubs die Strukturen des Profifußballs so gut es geht durch die Krise retten wollen, kritisiert die Fanszene klubübergreifend die Abhängigkeiten von Rechteinhabern. Es ist eine Diskussion, die 96 zu gut kennt durch den Zoff vergangener Jahre. Es geht immer wieder um die Frage: Wem gehört der Fußball?

Ein erneuter Streit mit eigenen Fans droht 96 erstmal nicht. Die Rote Kurve erklärte sich dazu auf Nachfrage. Der Wortlaut der Erklärung: „Wir stehen absolut hinter den Aussagen des gemeinsam verfassten Textes der Fanszenen. Es geht hier nicht um eine Aktion, sondern um ein klares Statement gegenüber einer unklaren Situation und Gedankenspielen im Fußballbusiness. An einer Konfrontation mit 96 haben wir kein Interesse, für uns steht der Dialog an erster Stelle. Es geht darum, ein Zeichen zu setzen und sich solidarisch zu verhalten. Während Pfleger und Ärzte um Menschenleben kämpfen, kann nicht an anderer Stelle Fußball gespielt werden.“