01. Februar 2020 / 22:22 Uhr

Turbulente Szenen bei RB Leipzig gegen Gladbach: Schiri Stieler erklärt Turbo-Platzverweis und mehr

Turbulente Szenen bei RB Leipzig gegen Gladbach: Schiri Stieler erklärt Turbo-Platzverweis und mehr

Matthias Roth
Leipziger Volkszeitung
Tobias Stieler hatte in der Red-Bull-Arena reichlich zu tun.
Tobias Stieler hatte in der Red-Bulle-Arena reichlich zu tun. © imago images / Kirchner-Media
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Tobias Stieler war im Spitzenspiel zwischen RB Leipzig und Borussia Mönchengladbach ein gefragter Mann. Dem SPORTBUZZER hat er nach dem Abpfiff unter anderem den Platzverweis binnen Sekunden gegen Alassane Plea und die gelbe Karte gegen Marco Rose erklärt.

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Leipzig. Es war einer der emotionalen Höhepunkte des Spiels zwischen RB Leipzig und Borussia Mönchengladbach: Alassane Plea forderte in der 61. Minute nach einem Zweikampf mit Marcel Sabitzer einen Freistoß für sich und bekam ihn nicht. Plea reklamierte heftig und sah dafür die gelbe Karte. Sekunden später ließ er eine abfällige Handbewegung in Richtung Schiedsrichter Tobias Stieler folgen und sah eine weitere gelbe Karte, was Platzverweis bedeutete.

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Nach dem Abpfiff wurde weiter intensiv über diese Szene diskutiert. Auch weil Nico Elvedi nach einer Rudelbildung eine weitere gelbe Karte kassierte und Trainer Marco Rose von Stieler wegen Reklamierens nach einer anderen Szene ebenfalls verwarnt wurde.

Unterschiedliche Meinungen

„Aus meiner Sicht war es ein Foul an Lasso. Wir haben gespürt, dass Kleinigkeiten latent nicht für uns gepfiffen wurden. Man muss gegen einen Spieler, der gerade ein Foul nicht bekommen und eine gelbe Karte gesehen hat, nicht zwölf Sekunden später eine zweite gelbe Karte ziehen. Da erwarte ich, dass wir nicht wie Zinnsoldaten auf dem Platz stehen müssen“, sagte Borussen-Manager Max Eberl. Und auch RB-Coach Julian Nagelsmann bekannte: „Die gelb-rote Karte hätte ich jetzt nicht zwingend gegeben, zumindest nicht für Plea. Auch aufgrund der gelbroten Karte geht die Punkteteilung am Ende in Ordnung.“

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Stieler selbst stellte sich nach dem Abpfiff den aufgekommenen Fragen und erklärte seine Matchführung. „Er hat nach der gelben Karte zweimal eine abfällige Geste in meine Richtung gemacht. Ich habe voll draufgeschaut, in der Konsequenz ist das Gelb-Rot“, so der Referee. Gesagt habe Plea aber nichts. Die Geste wertete der Unparteiische als „Respektlosigkeit und Unsportlichkeit“. Auch die anschließende Rudelbildung ließ Stieler nicht ohne Konsequenzen durchgehen. „Die Spieler wurden informiert, dass es zur Rückrunde schärfere Sanktionen gibt. Und wenn eine Spielertraube um den Schiedsrichter steht, dann trifft es einen und er bekommt Gelb“, erklärte er die Verwarnung für Elvedi. Das sei Folge der neuen Auslegung.

Marco Rose einsichtig

Auch die erste angesprochene Szene, den Zweikampf zwischen Sabitzer und Plea, sah sich Stieler nach dem Abpfiff erneut an. „Ich habe nichts Strafwürdiges feststellen können“, so der Schiedsrichter. Es habe einen Kontakt gegeben, Fußball sei aber immer noch ein Körpersport.

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(1) Peter Gulacsi: Bei beiden Gegentoren machtlos, im zweiten Durchgang arbeitslos. Note 3. Zur Galerie
(1) Peter Gulacsi: Bei beiden Gegentoren machtlos, im zweiten Durchgang arbeitslos. Note 3. ©

Den gelben Karton gegen Gladbach-Coach Marco Rose erklärte Stieler so: „Er hat die Coachingzone verlassen und eine respektlose Geste gemacht." Anschließend gab es ein längeres Gespräch zwischen den Beiden. „Ich habe da gehofft, er steckt die Karte wieder ein. Ich habe mich im Spiel zweimal aufgeregt, als Spieler auf dem Boden lagen und sich den Kopf gehalten haben. Meine Reaktion war to much“, so Rose später. Für Stieler war Szene nach Abpfiff abgehakt. „Wir haben gut miteinander gesprochen, er hat die Karte dann auch akzeptiert“, so der Schiedsrichter.

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Yussuf Poulsen (RB Leipzig): In der ersten Hälfte hat uns das Feuer gefehlt. Wir haben einfach zu viele Fehler gemacht, die wir in den zweiten 45 Minuten abstellen konnten. Wir haben Gladbach dann mehr unter Druck gesetzt, auch indem wir das Anschlusstor schnell gemacht haben. Zur Galerie
Yussuf Poulsen (RB Leipzig): "In der ersten Hälfte hat uns das Feuer gefehlt. Wir haben einfach zu viele Fehler gemacht, die wir in den zweiten 45 Minuten abstellen konnten. Wir haben Gladbach dann mehr unter Druck gesetzt, auch indem wir das Anschlusstor schnell gemacht haben." ©

Generell meinte Stieler in Richtung reklamierender Bundesligaspieler: „Es ist wie bei schlechten Gewohnheiten. Das müssen wir jetzt in Form von gelben und roten Karten verändern. Ich hoffe, dass da schnellstmöglich ein Umdenken einsetzt." Er habe keine Erklärung dafür, dass ein Spieler nach einer gelben Karte nicht mit dem Reklamieren aufhören könne.