14. Mai 2020 / 21:15 Uhr

Gelebter Zusammenhalt: Dynamo Dresden kümmert sich

Gelebter Zusammenhalt: Dynamo Dresden kümmert sich

Stefan Schramm
Dresdner Neueste Nachrichten
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Verein und Fans halten treu und fest zusammen. © PICTURE POINT
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Die Profis bekommen Unterstützung vom Verein. Auch die Fans können jetzt helfen. Unterdessen kritisiert ein Dresdner Spieler die DFL scharf.

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Dresden. „Unsere Urkraft liegt im Zusammenhalt – gemeinsam überstehen wir auch diese Krise“, twitterte Dynamo Dresden am Donnerstagabend. Dass dies nicht nur eine hohle Phrase ist, beweisen die Schwarz-Gelben und ihre Fans: Sie unterstützen die Zweitliga-Profis in deren aktuell schwieriger Situation. Seit am vergangenen Sonnabend zwei weitere Spieler der SGD positiv auf das Corona-Virus getestet wurden, befindet sich die gesamte Mannschaft sowie der Trainer- und Betreuerstab bis 23. Mai in einer zweiwöchigen Quarantäne, die das Dresdner Gesundheitsamt verhängt hat. Die Betroffenen dürfen dabei die eigenen vier Wände nicht verlassen.

Wie Dynamo am Donnerstag mitteilte, kümmern sich Vereinsmitarbeiter um die Lebensmitteleinkäufe der Spieler. Zudem erhielt der gesamte Kader Fitnessgeräte und Trainingsmaterialien für das „Home-Office“. Teammanager Martin Börner koordienere dies rund um die Uhr. Auch die Fans helfen bei den alltäglichen Aufgaben mit. So holten sie in den zurückliegenden Tagen unter anderem die Hunde von Verteidiger Brian Hamalainen und Stürmer Simon Makienok für ausgiebige Gassi-Gänge sowie einen Tierarztbesuch ab und verschafften den Vierbeinern dabei ordentlich Auslauf.

Schwierige Situation gemeinsam meistern

Auch finanziell könne jeder seinen Beitrag leisten. Am Donnerstagabend teilte die SGD mit, dass nun die Ticketplattform ans Netz gegangen ist, in der alle Karteninhaber bis zum 30. Juni über die Verwendung des finanziellen Gegenwertes ihrer Heimspieltickets entscheiden können. Möglich seien eine Schenkung oder Teilschenkung zu Gunsten des Vereins sowie die Option der Erstattung. Die etix-Ticketplattform sei für Tages- und Dauerkarten-Inhaber für die vier verbliebenen Zweitliga-Heimspiele gegen Greuther Fürth, den VfB Stuttgart, den Hamburger SV und den VfL Osnabrück sowie für das U19-DFB-Pokal-Halbfinalspiel gegen Bremen nutzbar. Aus rechtlichen Gründen könne Dynamo allerdings nur mit aktiver Zustimmung des Karteninhabers mit einer Schenkung planen, andernfalls bleibe das Geld „eingefroren“.

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Wegen der Quarantäne wird der Spielbetrieb in der 2. Fußball-Budesliga am Sonnabend vorerst ohne Beteiligung von Dynamo Dresden wieder aufgenommen. Eine Entscheidung über die Verlegung des Spiels bei Arminia Bielefeld soll nächste Woche fallen. Das teilte die Deutsche Fußball-Liga am Donnerstag bei der Veröffentlichung der zeitgenauen Ansetzungen für die Spieltage 27 bis 29 mit. „Hierzu befindet sich die DFL in Gesprächen mit den Verantwortlichen der SG Dynamo“, hieß es. Vorbehaltlich wurde das Spiel für den 27. Mai um 18.30 Uhr angesetzt. Damit blieben aufgrund der Quarantänebestimmungen aber nur vier Tage Mannschaftstraining vorm scharfen Start, weshalb die SGD diese Partie verschieben lassen will. Hingegen wolle man aber wohl am 31. Mai um 13.30 Uhr daheim gegen den VfB Stuttgart spielen, obschon die Vorbereitungszeit auch dafür eigentlich zu knapp ist.

Unterdessen hat Ex-SGD-Kapitän Marco Hartmann die DFL für ihre Entscheidungsfindung bei der Fortsetzung der Saison scharf kritisiert. „Meines Wissens nach wurden wir gar nicht einbezogen. Womöglich hätte es sonst viele Fragen gegeben. Das Hygiene-Konzept an sich versprüht einen Hauch von Sicherheit. Und trotzdem sind wir Spieler mit unseren Ängsten und Fragen allein gelassen worden“, sagte Hartmann am Donnerstag dem „Spiegel“. „Man hätte eine Möglichkeit finden müssen für die Spieler, die sagen: Ich habe Angst. Das hätten nicht die Vereine allein machen sollen, es hätte von der DFL kommen müssen. Aber um das zu erreichen, sind wir Spieler in Deutschland leider nicht gut genug organisiert.“ Im Gegensatz zum Verein – die Schwarz-Gelben sind angetreten, die Situation, die finanziell und angesichts des Abstiegskampfs erst recht sportlich schwierig ist, gemeinsam zu meistern.