28. August 2020 / 09:07 Uhr

Gemeinde Doberschütz untersagt Sportlern die Benutzung von Kabinen und Duschen

Gemeinde Doberschütz untersagt Sportlern die Benutzung von Kabinen und Duschen

Johannes David
Leipziger Volkszeitung
Die Mörtitzer um Martin Fichtner (links, hier gegen Bad Dübens Sebastian von Gahlen) dürfen derzeit ihre Umkleiden und Duschen nicht nutzen, Grund ist eine Verordnung der Gemeinde Doberschütz.
Die Mörtitzer um Martin Fichtner (links, hier gegen Bad Dübens Sebastian von Gahlen) dürfen derzeit ihre Umkleiden und Duschen nicht nutzen, Grund ist eine Verordnung der Gemeinde Doberschütz. © Susan Stephan
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Corona bringt so manches durcheinander. Die Gemeinde Doberschütz lässt nicht zu, dass die Spieler Duschen und Kabinen benutzen. Das Gesundheitsamt gab derweile grünes Licht, dass bei Großveranstaltungen in Nordsachsen bis zu 1000 Zuschauer anwesend sein dürfen.

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Nordsachsen. Die Corona-Pandemie hat den Fußball wieder ein Stück näher zu seinen Wurzeln zurückgeführt. An diesem Wochenende lässt sich das Ursprüngliche auch im Rahmen des Kreispokals ganz genau betrachten. Denn während der Partien zwischen Battaune und Pressel sowie Mörtitz und Rackwitz werden sich alle Beteiligten unter freiem Himmel umhosen, Kabinen und Duschen dürfen nicht betreten werden. Grund: Die Gemeinde Doberschütz geht in Corona-Zeiten ihren eigenen Weg und untersagt die Nutzung.

„Wir wollen niemanden ärgern, das ist zum Wohle unserer Bürger gedacht“ begründet Bürgermeister Roland Märtz (CDU) die Maßnahmen. „Wir merken ja nicht, ob wir Corona haben oder hatten und ob wir es weitergeben.“ Die unsichtbaren Gefahren einer Ansteckung garniert Märtz mit einem Zitat aus Teufels Küche: „Wenn es knallt, haut es uns den Deckel um die Ohren.“

Doberschütz ist Nordsachsen-weit die einzige Kommune, die derart vorgeht. Das ficht den Bürgermeister nicht an. „Die ganzen anderen Sportvereine halten sich doch nicht an ihre Hygienekonzepte, niemand stellt sich unter der Dusche an und hält 1,50 Meter Abstand“, glaubt Märtz. Immerhin ist deutlich Land in Sicht. Am 31. August gibt es die neue Corona-Schutzverordnung. Dann will man auch in Doberschütz die Lage neu bewerten. „Nach meinem Verständnis ist es kein Problem, die Tür ab 14. September etwas weiter aufzumachen“, sagt Roland Märtz. Eine entsprechende Verordnung vorausgesetzt.

Altherren-Mannschaften beim Kreispokal

Was die Fans betrifft, sind in Nordsachsen Hygienekonzepte für bis 1000 Zuschauer vom Gesundheitsamt durchgewunken worden. In Radefeld etwa kamen bereits in der Vorwoche zum Sachsenpokal mehr als 100 Fans. Über die Vorreiterrolle des FC Eilenburg wurde an dieser und anderer Stelle bereits reichlich berichtet.

Ansonsten hat der Pokal seine eigenen Gesetze, der Kreispokal sogar noch ein paar mehr. Denn hier sind in Nordsachsen neben den üblichen Verdächtigen im Spielbetrieb auch Altherren-Mannschaften dabei, die schon für manch Überraschung sorgten. In diesem Jahr mit dabei: der TSV Rackwitz, die SpG Lissa/Zschernitz und die SpG Luppa/Wermsdorf. Und tatsächlich hat es die Auslosung gut gemeint mit den reifen Herren.

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Die Rackwitzer etwa dürfen Freitagabend, 18.30 Uhr, gar die hiesige Pokalsaison eröffnen. Sie erwarten die Dreifach Kombination Wölkau II/Spröda II/Naundorf II aus der Kreisklasse. Prädikat: machbar. Die gleiche Konstellation und eine ähnliche Prognose verheißen die Duelle zwischen den Oldies von Lissa/Zschernitz (kontra Pehritzsch) und Luppa/Wermsdorf (kontra Kobershain). Als einziger Nordsachsenligist aus dem Altkreis muss der ESV Delitzsch II ran und reist zum SV Eintracht Söllichau.