17. Juni 2019 / 11:41 Uhr

Gemischte Gefühle beim SV Tungendorf: "eine Farce, so aufzusteigen"

Gemischte Gefühle beim SV Tungendorf: "eine Farce, so aufzusteigen"

Andrè Haase
Kieler Nachrichten
Der SV Tungendorf um Kennet Braasch (re., hier gegen SVE Comet Kiels Fynn Gutzeit) verpasste den Aufstieg in die Landesliga eigentlich in den Relegationsspielen. Durch den Rückzug der Meldung des TSV Schilksee spielt der SVT in der Saison 2019/20 doch in der zweithöchsten Spielklasse Schleswig-Holsteins.
Der SV Tungendorf um Kennet Braasch (re., hier gegen SVE Comet Kiels Fynn Gutzeit) verpasste den Aufstieg in die Landesliga eigentlich in den Relegationsspielen. Durch den Rückzug der Meldung des TSV Schilksee spielt der SVT in der Saison 2019/20 doch in der zweithöchsten Spielklasse Schleswig-Holsteins. © Sönke Ehlers
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Grenzenloser Aufstiegsjubel klingt anders: Beim SV Tungendorf nimmt Trainer Marco Frauenstein den Aufstieg in die Landesliga nach der zurückgezogenen Meldung des TSV Schilksee "natürlich dankend an", aus dem Team um Kapitän Andreas Stölting sind allerdings auch Skepsis und Kritik vernehmbar.

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„Wir nehmen das Geschenk natürlich dankend an“, sagte der im Urlaub weilende SVT-Chefcoach Marco Frauenstein nach dem überraschenden „Aufstieg“ in die Landesliga. Zu verdanken hat der Vizemeister der Verbandsliga West es dem TSV Schilksee, der die Meldung für die Landesliga zurückgezogen hat.

Klickt euch durch die Bildergalerie zum Aufstiegsspiel zwischen dem SVE Comet Kiel und dem SV Tungendorf:

Fynn Gutzeit (li.) versucht, den Ball vor Tungendorfs Kennet Braasch (re.) abzuschirmen. Zur Galerie
Fynn Gutzeit (li.) versucht, den Ball vor Tungendorfs Kennet Braasch (re.) abzuschirmen. ©

Nüchtern und sachlich bilanziert jedoch SVT-Mannschaftskapitän Andreas Stölting die Situation. „Also grundsätzlich ist es für jeden Sportler eine Farce, so aufzusteigen. Auf die Relegation bezogen hat es bei uns sportlich ja für einen Aufstieg einfach nicht gereicht. Und wenn man von den letzten fünf Saisonspielen nur eines gewinnen muss, um aufzusteigen und das nicht schafft, dann hat das auch irgendwie einen Grund, warum man dann vielleicht nicht in die Landesliga gehört. In den drei Relegationsspielen haben wir deutlich gemerkt, dass unsere Defizite im Angriff auf dem Niveau einfach zu hoch sind. Von daher muss man jetzt mal schauen, wie wir das in den nächsten Wochen eventuell über den ein oder anderen überraschenden Neuzugang in den Griff kriegen, oder uns was für nächstes Jahr einfallen lassen müssen. Eigentlich startet man ja als Aufsteiger mit einer gewissen Euphorie in die Saison, die wird bei uns jetzt wahrscheinlich nicht so gegeben sein nach den letzten Spielen. In meinen Augen sollte man die Meldepflicht eventuell mal auf den 1.6. beschränken damit sich so ein Quatsch wie wir ihn jetzt haben, nicht wiederholt. Effektiv hat uns das jetzt zwei Wochen Sommerpause und den ein oder anderen Neuzugang gekostet“, konstatiert Stölting.

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So schön jubeln die Teams aus Kiel und Umgebung zum Saisonende 2019/20:

Oberliga wir kommen: Der Eckernförder SV feierte den Aufstieg ausgelassen... Zur Galerie
"Oberliga wir kommen": Der Eckernförder SV feierte den Aufstieg ausgelassen... ©

„Nun ist es Aufgabe der Trainer, vielleicht noch den ein oder anderen Spieler für unsere Mannschaft zu begeistern. Vor allem weitere Stürmer würden der Mannschaft gut zu Gesicht stehen. Unsere Abwehr als beste der Saison aller Verbandsligisten ist schon sehr stark, doch auch hier ist jede Verstärkung willkommen. Für uns als Mannschaft heißt es aber, aus den Aufstiegsspielen, die für uns ja leider nicht so gut liefen, zu lernen und das bestmögliche rauszuholen“, so SVT-Torjäger Yannick Greier. Ein Plus des Überraschungsaufsteigers ist es, dass bis auf Torben Schlothfeld (tritt kürzer) der komplette Kader in die Saison 2019/20 geht.

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