20. Mai 2021 / 22:01 Uhr

Generalprobe im großen Stadion: Für Wolfsburgs Frauen gibt's den Frankfurt-Doppelpack

Generalprobe im großen Stadion: Für Wolfsburgs Frauen gibt's den Frankfurt-Doppelpack

Jasmina Schweimler
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Doppelpack: Lena Oberdorf und der VfL treffen innerhalb von zehn Tagen zweimal auf Eintracht Frankfurt.
Doppelpack: Lena Oberdorf und der VfL treffen innerhalb von zehn Tagen zweimal auf Eintracht Frankfurt. © Roland Hermstein
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Innerhalb von zehn Tagen bekommen es die Fußballerinnen des VfL Wolfsburg mit Eintracht Frankfurt zu tun. Die Generalprobe für das DFB-Pokalfinale gibt's am Sonntag im großen Stadion.

Generalprobe im Deutsche Bank Park: Am Sonntag (13.30 Uhr, live auf MagentaSport) gastieren die Bundesliga-Fußballerinnen des VfL Wolfsburg zum Liga-Duell beim Tabellensechsten Eintracht Frankfurt. Bereits die Woche darauf treffen beide Mannschaften wieder aufeinander - am 30. Mai aber im großen DFB-Pokal-Finale im Rhein-Energie-Stadion in Köln.

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Dem Eintracht-Vorstand war es wichtig, dass die Frauen im letzten Heimspiel der Saison als Highlight im Deutsche Bank Park auflaufen dürfen. Möglich ist das, da die Männer bereits am Vortag den SC Freiburg empfangen. Für Wolfsburgs Trainer Stephan Lerch ist das ebenfalls etwas ganz Besonderes. Der gebürtige Darmstädter spielte nämlich zu seiner aktiven Fußball-Zeit in der A- und B-Jugend der Eintracht, unter anderem zusammen mit dem ehemaligen VfL-Akteur Marco Russ. "Mit meiner Frankfurter Vergangenheit freue ich mich sehr, mal in diesem Stadion spielen zu dürfen", so Lerch. Doch auch die Bedingungen "kommen unserem Spiel entgegen, weil es ein richtig guter Platz ist. Das war im Stadion am Brentanobad nicht immer der Fall."

Es könnte zudem ein kluger Schachzug der Eintracht sein, spekuliert Lerch, denn vielleicht wolle man "den Spielerinnen schon mal das Gefühl dafür geben, in einem großen Stadion ohne Zuschauer zu spielen." Ans Pokal-Finale denkt man in Wolfsburg hingegen noch nicht. "Bei uns ist jetzt erst mal der volle Fokus auf die Liga gerichtet, denn wir wollen uns mit einem Sieg die letzte Chance auf die Meisterschaft wahren. Bei uns wird es also kein großes Taktieren Richtung Köln geben", kündigte Lerch direkt an.

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Für die VfLerinnen zählen nur die drei Punkte: Die Niedersächsinnen trennen weiter zwei Zähler von Spitzenreiter FC Bayern, die parallel gegen das Überraschungsteam aus Leverkusen spielen. Mit einem Sieg könnten die Wolfsburgerinnen die Entscheidung im Kampf um die Deutsche Meisterschaft auf den letzten Spieltag vertagen. Für die Frankfurterinnen geht es parallel in der Liga nicht mehr um viel - die Qualifikation für die Champions League ist nicht mehr möglich, das Team von Coach Niko Arnautis hat bereits acht Punkte Rückstand auf den dritten Platz. Am letzten Spieltag müssen die Hessenerinnen dann noch ausgerechnet in München antreten und das Titelrennen entscheidend beeinflussen.

Für Lerch ist Frankfurt zwar keine Laufkundschaft, denn "sie haben gute Spielerinnen, was ich auch immer wieder betont habe. Das Potential der Mannschaft ist uns allen bekannt." Aber es fehlt die Konstanz: "Manchmal spielen sie wie ein Trabant und manchmal wie ein Ferrari." Die Ambitionen in Frankfurt sind hoch, trotzdem erfüllen neun Siege, drei Unentschieden sowie acht Niederlagen die Ansprüche noch nicht. Lerch: "Sie sind eine kleine Wundertüte, aber wenn sie dann einen Tag erwischen und wie ein Ferrari auftreten, wird das für uns schwer."

Im Hinspiel hatte der VfL deutlich mit 3:0 gewonnen, in der Winter-Vorbereitung setzten sich die Wolfsburgerinnen ebenfalls zweimal gegen die Eintracht durch. SGE-Coach Arnautis ist sich der Mammut-Aufgabe bewusst, mahnt aber: "Wir werden alles versuchen, um etwas Zählbares hierzubehalten. Wolfsburg wird sehr motiviert, aber eventuell auch etwas nervös sein, weil sie noch Chancen im Titelkampf zu haben." Frankfurt könne am Sonntag "frei aufspielen, Wolfsburg steht unter Druck".

Mit Schult in den Saison-Endspurt?

Verzichten muss Lerch in Frankfurt weiter auf Torfrau Katarzyna Kiedrzynek sowie die Langzeitverletzten Alexandra Popp, Kathy Hendrich und Pauline Bremer. Bei der polnischen Nationaltorhüterin, die sich Mitte April eine Finger-Verletzung zugezogen hatte, ist eine Prognose weiter schwierig. "Man muss immer schauen, wie sehr es sie noch beeinträchtigt. Kasia kann zwar auf dem Platz schon einige Dinge machen, aber eben nicht zu einhundert Prozent", so Lerch. Dementsprechend sei es jetzt "nicht ratsam, schon über die kommenden Wochen zu sprechen".

Fest steht jedoch, dass Almuth Schult in Frankfurt spielen wird. "Sie hat ihre Sache bisher sehr gut gemacht", lobt der 36-Jährige, und sagt auch klar: "Wir hoffen natürlich, dass Kasia bald zumindest wieder einsatzfähig ist, aber ich kann aktuell noch nicht sagen, was es konkret bedeutet. Momentan gibt es für mich keinen Grund, etwas auf der Torhüter-Position zu ändern."