31. Dezember 2020 / 11:43 Uhr

Ein Olympionike für den TuS: Philipp Herder macht Vinnhorst zum Titelanwärter

Ein Olympionike für den TuS: Philipp Herder macht Vinnhorst zum Titelanwärter

Stefan Dinse
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Teammanager Steffen Rüter (links) freut sich, dass Philipp Herder künftig für den TuS an die Geräte geht.
Teammanager Steffen Rüter (links) freut sich, dass Philipp Herder künftig für den TuS an die Geräte geht. © privat
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Mit Lukas Dauser und Nils Dunkel hatte der TuS Vinnhorst zuletzt bereits zwei Stars der deutschen Turnszene verpflichtet, jetzt hat der ambitionierte Bundesligist nachgelegt: Der Berliner Philipp Herder hat für ein Jahr mit Option unterschrieben - und macht den TuS zu einem Titelanwärter.

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Vor drei Jahren ist Turn-Ass Philipp Herder schon einmal in Vinnhorst gewesen. Damals war der Olympionike von Rio de Janeiro Gast bei einem Zweitliga-Wettkampf des TuS. Und er hat bei der Gelegenheit auf der Tribüne Finja Säfken kennengelernt, ebenfalls eine Erstligaturnerin, die für die KTG Hannover an die Geräte geht.

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Nicht zuletzt diese Turnliebe mag den Ausschlag gegeben haben, dass sich Herder nun dem TuS Vinnhorst anschließt. Und den Verein, der ohnehin enorm an Strahlkraft gewonnen hat, damit zu einem Titelanwärter der Deutschen Turn-Liga (DTL) macht. „Wir haben jetzt zumindest die Chance, die Großen wie Wetzgau und Straubenhardt zu schlagen, das war in den vergangenen Jahren nicht so“, sagt Vinnhorsts Teammanager Steffen Rüter.

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Zuletzt hatte der TuS mit Lukas Dauser und Nils Dunkel bereits zwei Stars der deutschen Szene verpflichtet, wie Herder stehen beide im vorläufigen Olympiakader. Dem gehört auch TuS-Kapitän Mika Säfken an, der seine Riege allerdings nicht als Meisterschaftsaspiranten sieht: „Wir treten natürlich mit Philipp noch stärker auf. Bisher hatte uns ja keiner so recht auf dem Zettel, wir wollen uns einfach weiter einen Namen machen, das ist das Ziel.“ Vinnhorst könnte jedenfalls mit vier deutschen Olympioniken in die Bundesliga ge­hen, die vermutlich im September beginnen wird.

Aktuell steht eher Laufen auf dem Programm

Der 27-jährige Sportsoldat und Physikstudent Herder wird in Berlin bleiben, wo er inzwischen mit Finja Säfken (23) in Hohenschönhausen unweit des großen Sportzentrums lebt. Säfken studiert Sportwissenschaft und fühlt sich wohl in der Hauptstadt, die sie gern mit dem Fahrrad erkundet. Zwar kann das Paar wegen Corona nicht wie gewohnt trainieren, macht aber das Beste daraus. Laufen ist angesagt. Und daheim: puzzeln. Aktuell setzen Herder/Säfken die Skyline von Berlin zusammen und haben viel Freude an diesem Kontrastprogramm.


Herder wiederum könnte das Teil sein, das dem TuS Vinnhorst zum großen Erfolg fehlt. Seit anderthalb Jahren hielt Rüter Kontakt zum Olympia-, WM- und EM-Teilnehmer, der den deutschen Titel am Boden (2017) und am Barren (2018) holte. Nachdem Dunkel und Dauser für zwei Jahre zugesagt hatten, habe ihn der Berliner selbst auf einen Wechsel angesprochen, berichtet Rüter: „Ich war verdutzt und erfreut. Und wir waren uns im Team einig, dass wir eine solche Chance ergreifen müssen.“

Herder unterschrieb für ein Jahr mit der Option auf ein weiteres. Selbst die jungen Talente in der Mannschaft seien begeistert über einen weiteren namhaften Neuzugang. „Wenngleich sie wissen, dass es dadurch für sie schwerer wird“, so Rüter, „sie nehmen das als Ansporn und trainieren härter.“

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Die nächste Bundesliga-Saison startet ohnehin erst nach Olympia. Gut möglich, dass Finja Säfken in Tokio sowohl ihren Bruder als auch ihren Partner unterstützen wird: „Das wäre schon ein kleiner Traum.“

Die DTL hat am Mittwoch die TG Saar zum deutschen Mannschaftsmeister erklärt, vor der TV Schwäbisch Gmünd-Wetzgau (mit Andreas Toba), dem Siegerländer KV und der KTV Straubenhardt. Grundlage waren die Resultate der Vorrunde. Wegen der Pandemie war die Finalrunde abgesagt worden.