18. Dezember 2019 / 15:51 Uhr

Gericht: Streit zwischen Zuber und Hannover 96 geht in die Verlängerung

Gericht: Streit zwischen Zuber und Hannover 96 geht in die Verlängerung

Jonas Szemkus
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Gerhard Zuber war die rechte Hand von Ex-Manager Horst Heldt.
Gerhard Zuber war die rechte Hand von Ex-Manager Horst Heldt. © imago images/Nordphoto
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Gerhard Zuber und Vertreter von Hannover 96 trafen sich am Mittwoch vor dem Arbeitsgericht. Es geht um seinen Vertrag – also ums Geld. Ein Angebot von 96 lehnt Zuber ab und stellt ein deutlich höheres Gegenangebot als Abfindung.

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Der Streit zwischen Gerhard Zuber (44) und 96 geht weiter – Entscheidung vertagt. Seit Monaten geht’s um Geld und Mobbing-Vorwürfe, am Mittwoch scheiterte der nächste Termin vorm Arbeitsgericht. Der Vorwurf des Sportlichen Leiters: Der Klub habe ihm alle Kompetenzen und vertraglich zugesicherte Aufgaben entzogen. Der Österreicher war die rechte Hand von Ex-Manager Horst Heldt, ist seit dessen Rauswurf praktisch kaltgestellt. Auf Vertragsauflösung und Abfindung konnten sich 96 und Zuber bisher nicht einigen.

Die Manager von Hannover 96 seit 1996:

<b>Franz Gerber:</b> Der gebürtige Münchener war gleich zweimal als 96-Manager im Amt. Das erste Mal von 1996 bis 1999 und nach seiner zwischenzeitlichen Tätigkeit als 96-Trainer ein weiters Mal von Juli bis Dezember 2001. Zur Galerie
Franz Gerber: Der gebürtige Münchener war gleich zweimal als 96-Manager im Amt. Das erste Mal von 1996 bis 1999 und nach seiner zwischenzeitlichen Tätigkeit als 96-Trainer ein weiters Mal von Juli bis Dezember 2001. ©

Gehalt bis Sommer zu wenig für Zuber

Denn Uneinigkeit gibt es auch darüber, ob der Vertrag bis Sommer 2020 oder 2021 läuft. 96-Profiboss Martin Kind hatte eine von Ex-Manager Heldt vorgelegte Verlängerung zwar nie unterschrieben, Zubers Anwalt Horst Kletke berichtete aber von einer mündlichen Einigung. Und die sei bindend.

Vorm Arbeitsgericht am Mittwoch gab’s deshalb trotz vorangegangener Einigungsversuche und neuen Gesprächen wenig Neues: Der Klub, der mit Geschäftsführer Björn Bremer, Rechtsanwalt Frank Lehre und Justiziar Reinhold Vogelsang vor Gericht erschien, bietet die Freistellung mit Gehalt bis kommenden Sommer an – für die Gegenseite zu wenig. Das Gegenangebot: Weil Zuber von einer Vertragslaufzeit bis 2021 ausgeht, soll zumindest noch ein halbes Jahresgehalt als Abfindung aufs 96-Angebot obendrauf. Insgesamt geht’s um etwa 300 000 Euro.

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Letzter Versuch für außergerichtliche Einigung

Kurios: Einen Antragspunkt zog die Zuber-Seite zurück, nachdem Richterin Corinna Thomas vor einem Ergebnis gewarnt hatte, „dass zu einem großen Aufschrei“ führen könnte. Es ging um die Frage, ob Sportliche Leiter überhaupt ähnlich befristete Arbeitsverträge haben dürfen wie Profis – oder unbefristete. Bei Fußballern hatte das Bundesarbeitsgericht die Befristungen zuletzt bestätigt. Aber mit dem besonderen Hinweis auf den Verschleiß als Profisportler. Das wäre im Zuber-Fall ein Urteil mit Grundsatzcharakter geworden – zu viel Aufregung für beide Seiten.

Einen letzten Versuch für eine außergerichtliche Einigung gibt es aber noch, 96 und Zuber-Anwalt Kletke haben sich selbst eine Frist bis in die erste Januar-Woche gesetzt. Ansonsten fällt am 15. Januar das Urteil vorm Arbeitsgericht.