09. Januar 2022 / 20:50 Uhr

Gerichtsurteil nach Rassismus-Vorwürfen: Geldstrafe für Brome-Trainer Schmidt

Gerichtsurteil nach Rassismus-Vorwürfen: Geldstrafe für Brome-Trainer Schmidt

Benno Seelhöfer
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Urteil gefallen: Bromes Trainer wurde nun zu einer Geldstrafe verurteilt.
Urteil gefallen: Bromes Trainer wurde nun zu einer Geldstrafe verurteilt. © dpa
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Nach den Rassismus-Vorwürfen gegen Bromes Trainer Mark-Oliver Schmidt ist nun das Urteil gefallen: Der Coach wird zu einer Geldstrafe verurteilt und kehrt beim Fußball-Bezirksligisten an die Seitenlinie zurück.

Rund anderthalb Monate hat es gedauert, nun hat das Sportgericht entscheiden: Nach den Rassismus-Vorwürfen gegen Mark-Oliver Schmidt, Trainer des Fußball-Bezirksligisten FC Brome, ist jetzt ein Urteil gefallen: Der Coach wurde wegen Unsportlichkeit zu 100 Euro Strafe verurteilt und zahlt zudem die Verfahrenskosten in Höhe von 57 Euro.

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Was war passiert? Nach dem 1:1 Ende November 2021 zwischen den beiden Teams hatte Barnstorfs Trainer Angelo Allegrino Vorwürfe öffentlich gemacht, demnach habe eine Person auf der Bromer Bank seine Spieler rassistisch beleidigt. Daraufhin ging's vors Sportgericht, nun steht das Urteil fest. Das lautet aber nicht Beleidigung, sondern unsportliches Verhalten. Die Begründung: Der Satz ("Was willst du, Schwarzauge?"), den Schmidt in Richtung Barnstorfer Bank getätigt hat, habe sich nicht gegen eine einzelne Person gerichtet, so das Gericht. Allegrino ist mit dem Urteil unzufrieden: "Ich bin sprachlos und möchte mich nicht dazu äußern."

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Der FC Brome hatte Schmidt in der Folge vorerst freigestellt, wollte für eine endgültige Entscheidung das Sportgerichts-Urteil abwarten. Die Entscheidung, wie es mit Schmidt im Klub weitergeht, ist nun auch gefallen: "Wir wollen weiter zusammenarbeiten, aber an der Seitenlinie wird er sich zusammenreißen müssen - das gilt aber auch für alle anderen", sagt Spartenleiter René Wedekind. "Wir werden selbstverständlich im Blickfeld sein."

Wedekind will aber auch nichts schönreden, benennt das Thema klar als "vereinsschädigend. Das war ein Fehlverhalten des Trainers, das wir auch gar nicht gutheißen wollen." Aber, so betont Wedekind auch: "Wir wollen widersprechen, dass da bei Mark-Oliver irgendein rassistisches Gedankengut hintersteckt. Er war maßgeblich daran beteiligt, dass wir vom NFV-Kreisvorsitzenden Ralf Thomas für unsere überproportionale Flüchtlingsarbeit ausgezeichnet worden sind. Auch weil er da Spieler integriert hat." Außerdem verweist Wedekind auf viele Bromer Spieler mit Migrationshintergrund in den eigenen Reihen.

Mit dem Urteil ist für Brome der Vorfall "jetzt auch abgehakt. Wir konzentrieren uns jetzt wieder auf das Sportliche. Wir stehen hinter Mark-Oliver und der Mannschaft. Das war ein Fehler, Fehler passieren. Und ich denke, wir haben den jetzt auch aufgearbeitet und hatten damit auch viel zu tun", so Wedekind. Bromes Trainer habe die Strafe auch akzeptiert, sagt der Spartenleiter. "Wir sind froh, dass es keine Spielsperre nach sich gezogen hat. Mark-Oliver sieht aber ein, dass er sich am Spielfeldrand in Zukunft disziplinierter verhalten muss. Ich denke, er ist froh, dass er wieder an der Seitenlinie stehen kann."

Und jetzt gelte für den FCB vor allem eines: "Die Mannschaft und der Trainer haben jetzt nach der Pause an jedem Wochenende die Chance, Werbung für den Verein zu machen, indem sie sich diszipliniert verhalten - auf und neben dem Platz. Die Spieler stehen zu 100 Prozent hinter Mark-Oliver."