06. Juni 2021 / 18:32 Uhr

Stürmischer Start gegen Hurricanes: Kantersieg der Potsdam Royals in Kiel

Stürmischer Start gegen Hurricanes: Kantersieg der Potsdam Royals in Kiel

Tobias Gutsche
Märkische Allgemeine Zeitung
Das Potsdamer Team um Aymeric Nicault (2.v.r.) war für die gastgebenden Norddeutschen kaum zu stoppen. 
Das Potsdamer Team um Aymeric Nicault (2.v.r.) war für die gastgebenden Norddeutschen kaum zu stoppen.  © Uwe Paesler
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Nach rund 21 Monaten coronabedingter Spielpause melden sich die American Footballer aus Brandenburg eindrucksvoll zurück. Vor allem das Laufspiel überzeugte. 

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Für die Potsdam Royals war die Corona-Pause besonders schwierig. Weil die Saison 2020 der German Football League 1 (GFL) pandemiebedingt komplett ausgefallen war, standen die Königlichen lange Zeit gar nicht im Rampenlicht. Keine Spiele, keine Präsenz – das Horrorszenario für einen solch aufstrebenden Verein. Wie sich die Potsdamer jetzt, rund 21 Monate nach ihrem letzten Pflichtspiel zurückmeldeten, war jedoch umso glänzender. Zum Auftakt der neuen GFL-Saison gelang am Samstag ein klarer 55:6 (14:0, 21:6, 7:0, 13:0)-Auswärtssieg bei den Kiel Baltic Hurricanes.

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Fünf Touchdowns durch Runningback Mayon

Nachdem sein Team den Kontrahenten an der Ostsee durchgewirbelt und ihn zu einem lauen Lüftchen verkommen lassen hatte, zeigte sich Michael Vogt zufrieden. „So einen Einstand, zumindest vom Ergebnis, wünscht man sich natürlich“, sagte der Royals-Cheftrainer. „Ich freue mich sehr für das Team und alle Beteiligten hinter den Kulissen, es war eine harte Vorbereitung unter schwierigen Bedingungen“, fügte Vogt hinzu.

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Seine Mannschaft überzeugte in Kiel vor allem durch ein variables Laufspiel in der Offensive. Der starke US-Runningback Jake Mayon erlief gleich fünf Touchdowns, womit 30 Punkte auf seine Kappe gingen. Yasir Raji war ebenfalls per Lauf erfolgreich. Erst im letzten Spielviertel gelangen auch Touchdowns nach Pass. Erst vollendete Moritz Riedinger nach Vorlage von Nummer-eins-Quarterback PJ Settles, danach verwertete Lukas Drache ein Zuspiel von Patrick Felber. Für das eindeutige Resultat sorgte auch Heiko Bals, der sieben von acht möglichen Extra-Punkt-Kicks nach den Touchdowns erzielte.



Kiel auch erster Heimspielgegner

Auch die Defensive der Gäste präsentierte sich aufmerksam und entschlossen. Lediglich zum zwischenzeitlichen 28:6 wurde ein Lauf-Durchbruch in die eigene Endzone zugelassen, der anschließende Extra-Punkt-Versuch aber zumindest geblockt, sodass es am Ende bei nur sechs Punkten für den Gegner blieb. Trotz des beeindruckenden Auftakts mahnte Vogt: „Es liegt noch viel Arbeit vor uns, wir müssen weiter einiges verbessern, um unser Saisonziel erreichen zu können.“ Die Royals wollen erstmalig in die GFL-Playoffs einziehen.

Ein erster Schritt in diese Richtung ist gemacht. Der nächste soll am Samstag folgen – dann ist Kiel erneut Gegner. Zum ersten Heimspiel im Karl-Liebknecht-Stadion können die Royals sogar mehr als die ursprünglich verkündeten 300 Zuschauer begrüßen. Das Kontingent wurde auf 500 Tickets erhöht, teilte der Club mit. Das Interesse sollte nach der erfolgreichen Rückkehr auf die Wettkampfbühne geweckt sein. Während Potsdam am ersten Spieltag souverän auftrat, gab es auch eine Überraschung: Die Dresden Monarchs, deutscher Vizemeister von 2013, mehrfacher Playoff-Halbfinalist und aktueller Titelkandidat, unterlag bei den Cologne Crocodiles mit 41:48. Ein Punktespektakel, das für Aufsehen nach der langen GFL-Abstinenz sorgte.