28. Mai 2019 / 08:45 Uhr

Germania Egestorf/Langreder: So geht es nach dem Abstieg in die Oberliga weiter

Germania Egestorf/Langreder: So geht es nach dem Abstieg in die Oberliga weiter

David Lidón
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse

Germanias Trainer Paul Nieber nach der Niederlage gegen Norderstedt.
Germanias Trainer Paul Nieber nach der Niederlage gegen Norderstedt. © deisterpics/Stefan Zwing
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Nach drei Jahren in der Regionalliga muss der 1. FC Germania Egestorf/Langreder wieder den Gang in die Oberliga antreten. Trainer Paul Nieber soll bleiben, Vizepräsident Andreas Nikolai stärkt ihm den Rücken. Aus finanzieller Sicht ist der Abstieg eine Erleichterung.

Die Regionalligazeit des 1. FC Germania Egestorf/Langreder ist nach zwei Jahren, 352 Tagen, 20 Stunden und 42 Minuten am vergangenen Sonntagabend abgelaufen – wenn die Berechnung der Deisterstädter auf ihrer Facebook-Seite stimmt. Was definitiv stimmt, sind die mannschaftliche Geschlossenheit und das Vertrauen in Trainer Paul Nieber, obwohl zuletzt Gerüchte die Runde machten, in denen das Gegenteil behauptet wurde. Der Abstieg in die Oberliga hatte andere Gründe.

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Ein Aufstieg des VfL Wolfsburg II in die 3. Liga hätte der Germania zwei Relegationsspiele gegen den Oberligazweiten FC Eintracht Northeim ermöglicht, in denen die Klasse doch noch hätte gehalten werden können. Doch der 4:1-Erfolg der Reserve von Bayern München im Rückspiel der Aufstiegsrelegation machte diese letzte Hoffnung zunichte.

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Beismann "überrascht" von Gerüchten über fehlende Teamchemie

Ein Großteil der Egestorfer Mannschaft verfolgte die Partie nach der vorerst letzten Übungseinheit als Viertligist gemeinsam am TV in der Kabine des Trainingsplatzes in Langreder. Lediglich zwei Spieler fehlten, die verhindert waren – so viel zu den angeblichen Dissonanzen im Team.

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"Paul Nieber hat unsere vollste Unterstützung"

„Ich war sehr überrascht, als ich von den Gerüchten über irgendwelche Probleme bei uns hörte“, sagt Stürmer Christoph Beismann. „Mir ist auch nie aufgefallen, dass der Trainer ältere Spieler nicht angemessen behandeln würde – und ich bin der älteste Spieler bei uns“, betont der 32-Jährige, der die Calenberger 2016 in die Regionalliga ge­schos­sen hatte.

Sein Verhältnis zu Nieber sei weiterhin „super“ und der Coach „absolut der richtige Mann auf dem Posten“. Weitere Rückendeckung gibt es aus dem Vorstand. „Paul Nieber hat un­se­re vollste Unterstützung, und ich hoffe, dass er das Team zusammenhalten kann“, sagt Vizepräsident Andreas Nikolai. Wohlwissend, dass der Regionalliga-Aufsteiger HSC und der von Ex-Coach Jan Zimmermann trainierte TSV Havelse ihre Fühler nach einigen Egestorfer Spielern ausstrecken werden.

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Aufstieg aus der Oberliga Niedersachsen in die Regionalliga: HSC Hannover ©

Harmlose Offensive als Faktor

Wenn ausnahmsweise der Trainer nicht der Schuldige war, woran hat es dann gelegen? „Wir hatten es wochenlang in der eigenen Hand, doch nur ein Sieg im Jahr 2019 ist einfach zu wenig. Da müssen wir uns an die eigene Nase fassen“, sagt Beismann. Ein Faktor war die Harmlosigkeit in der Offensive in der Rückrunde: Von März bis Ende April erzielten die Germanen in sieben Partien gerade einmal zwei Tore, darunter war ein Elfmeter. „Da fehlte das Selbstvertrauen. Auch unsere Stärke bei Standards, die früher oft der Dosenöffner war, kam uns ab­han­den“, sagt der Angreifer.

Dass die Mannschaft zu Saisonbeginn Goalgetter Hendrik Weydandt an Hannover 96 verlor und mit Kevin Schumacher, Marco Schikora und Björn Lindemann weitere Leistungsträger abgab sowie Stammspieler in der Abwehr wie Marek Waldschmidt und Robin Gaida über weite Strecken der Spielzeit verletzt waren, kommt laut Beismann noch dazu, soll aber nicht als Entschuldigung gelten.

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Kirchdorfs Dennis Lattmann kracht nach einem Foul von Björn Fischer in die Bande und bekommt direkt noch eine Bierdusche. ©

Potenzial für Wiederaufstieg?

Nun geht es für die Egestorfer in der Oberliga weiter – aus finanzieller Sicht wird es am Deister einfacher. „Die Regionalliga zu stemmen war für uns jedes Jahr eine Herkulesaufgabe und immer grenzwertig“, sagt Nikolai. Keiner hätte es dem 1. FC Germania zugetraut, das drei Jahre am Stück zu schaffen. „Es erfüllt uns alle mit Stolz, es als kleiner Verein doch gepackt zu haben“, sagt das Vorstandsmitglied.

Dass die Germania das Potenzial hat, den Wiederaufstieg zu schaffen, davon sind sowohl Nikolai als auch Beismann überzeugt. „Aber alles ohne Druck“, sagt der Vizepräsident. Wer aber mal in der Regionalliga war, der will dahin auch zurück, ergänzt er. Und dieses Gerücht ist nicht aus der Luft gegriffen.