09. Mai 2020 / 16:13 Uhr

Juve oder Real? Nein, Germania Grasdorf! Das machen die Ex-Bundesliga-Profis Dennis und Niclas Weiland heute 

Juve oder Real? Nein, Germania Grasdorf! Das machen die Ex-Bundesliga-Profis Dennis und Niclas Weiland heute 

David Lidón
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Dennis (links) und Niclas Weiland
 (rechts) erlebten als Profis von Mainz 05 unter Trainer Jürgen
 Klopp gemeinsam eine erfolgreiche Zeit in der Bundesliga. Was auch Vater Wolfgang (Mitte) stolz machte. 
Dennis (links) und Niclas Weiland (rechts) erlebten als Profis von Mainz 05 unter Trainer Jürgen Klopp gemeinsam eine erfolgreiche Zeit in der Bundesliga. Was auch Vater Wolfgang (Mitte) stolz machte.  © zur Nieden
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Dennis und Niclas Weiland trugen unter anderem das Trikot von Rot-Weiß Oberhausen und Mainz 05. Ihre Karriere haben die beide bei Germania Grasdorf begonnen. Auch heute erinnern sich die Brüder gerne an ihre Zeit auf dem Fußballplatz zurück.

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Wenn es darum geht, welche Großstädte in Deutschland die höchste Lebensqualität bieten, landet Mainz regelmäßig im oberen Drittel. Niclas und Dennis Weiland haben demnach eine gute Wahl getroffen. Die Brüder aus Hannover wurden dort Mitte der 2000er-Jahre unter Trainer Jürgen Klopp zu Bundesliga-Spielern. Nach ihrer Profikarriere und dem Studium der Sportwissenschaft wurden sie in der Landeshauptstadt von Rheinland-Pfalz sesshaft. Der Fußball spielt heutzutage eine Haupt- beziehungsweise eine Nebenrolle bei den Weilands.

"Bin froh, dass ich mir meinen Traum vom Profifußball über so viele Jahre dennoch erfüllen konnte"

Niclas, der mit 47 um zwei Jahre Ältere, ist in einer Arztpraxis für den präventiven und rehabilitativen Bereich der Physiotherapie zuständig. Das Seelenleben seiner Patienten kennt er nur zu gut, denn Verletzungen warfen ihn während seiner Laufbahn immer wieder zurück. „Ich bin froh, dass ich mir meinen Traum vom Profifußball über so viele Jahre dennoch erfüllen konnte“, sagt er.

Niclas Weiland (Mitte) im Trikot von Hannover 96.
Niclas Weiland (Mitte) im Trikot von Hannover 96. © zur Nieden
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Mit 17 das erste 96-Tor

Als 17-Jähriger traf er schon in seinem zweiten Einsatz für Hannover 96, Preußen Münster war der Gegner. Am Ende der Zweitligasaison 1989/1990 kam er zu noch zu einem dritten Einsatz gegen die SpVgg Bayreuth, auch da schoss Niclas Weiland ein Tor – was für ein Start in den professionellen Sport. Daraufhin flatterten Angebote vom 1. FC Köln, Bayer Leverkusen und Borussia Dortmund herein. Doch das Talent wollte in Hannover bleiben, um das Abitur abzuschließen.

So sahen ehemalige 96-Kicker bei ihrem Profi-Debüt aus.

<b>Gerald Asamoah:</b> Schaffte im Sommer 1999 bei Hannover 96 den Sprung von der U19 in den Profi-Kader und spielte insgesamt drei Jahre für die Roten. Im Juli 2015 beendete der Stürmer seine Karriere bei der Reserve vom FC Schalke 04 und ist seit November 2016 Teammanager der zweiten Schalker Mannschaft.  Zur Galerie
Gerald Asamoah: Schaffte im Sommer 1999 bei Hannover 96 den Sprung von der U19 in den Profi-Kader und spielte insgesamt drei Jahre für die Roten. Im Juli 2015 beendete der Stürmer seine Karriere bei der Reserve vom FC Schalke 04 und ist seit November 2016 Teammanager der zweiten Schalker Mannschaft.  ©

Bundesliga-Debüt für Mainz 05

In die Bundesliga sollte er es erst 14 Jahre später schaffen, im Trikot der Mainzer. „Ich war im Sommer 2001 die erste Neuverpflichtung im Trainerleben des Jürgen Klopp“, erzählt der Stürmer. Seine Erfahrung gibt er heutzutage als Coach im DFB-Stützpunkt Mainz-Bingen weiter. Das Training der Jugendspieler macht Niclas Weiland viel Spaß – er kann sich gut vorstellen, es in Zukunft zum Hauptberuf zu machen.

So wie sein Bruder Dennis, der seit 2016 an der Hennes-Weisweiler-Akademie in Hennef für den Deutschen Fußball-Bund tätig ist. Er arbeitet mit den Anwärtern auf die Fußballlehrer-Lizenz, den höchsten Trainerschein. Als Jugendlicher wurde Dennis Weiland am Rande eines U15-Länderspiels in England von Scouts des FC Arsenal angesprochen, die Interesse an einer Verpflichtung hatten. „Die dachten bestimmt, ich sage ab, weil ich schon bei Juventus Turin oder Real Madrid im Wort stehe. Doch meine Antwort lautete: Nein danke, ich bleibe bei Germania Grasdorf“, erzählt er und grinst.

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Wie auch sein Bruder Niclas stammt er aus der Jugendabteilung des Laatzener Klubs, aus der es mit Christof Babatz noch ein dritter Hannoveraner mit Mainz 05 in die 1. Liga schaffte. Gerne erinnert sich Dennis Weiland zurück, als er als U23-Kicker von Borussia Dortmund von Ottmar Hitzfeld in die Startelf des BVB beim Supercup-Finale 1996 gegen den 1. FC Kaiserslautern berufen wurde. Der Mann fürs linke Mittelfeld spielte 120 Minuten durch und steuerte einen Treffer zum Sieg im Elfmeterschießen bei. „In einer Elf mit Matthias Sammer, Andreas Möller und Jürgen Kohler – das war schon Wahnsinn“, sagt er. Am Ende der Saison wurden die Dortmunder Champions-League-Sieger – allerdings ohne den Niedersachsen.

"Haben uns immer gut verstanden"

Schon bei Rot-Weiß Oberhausen spielten die Weiland-Brüder Ende der Neunzigerjahre in einer Mannschaft, wohnten zu der Zeit auch zusammen. „Wir haben uns immer gut verstanden, auch wenn auf dem Platz mal das eine oder andere scharfe Wort fiel, weil wir ja seit den Bolzplatztagen wussten, was der andere kann“, sagt Dennis Weiland.

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In Mainz sollten sie zum zweiten Mal Teamkollegen werden, und für ihren damaligen Coach Jürgen Klopp haben beide nur Lobeshymnen übrig. „Fachliche Kompetenz und kumpelhafte Führungsqualität zeichneten Kloppo damals schon aus“, sagt Dennis. Für Niclas ist der Welttrainer des Jahres „ein großartiger Mensch und Trainer, die Zeit in Mainz will ich nicht missen“. Beide haben noch Kontakt zu Klopp, der sich nicht verändert habe.

„Die Jungs waren immer schon fußballverrückt“

Ihre Eltern sehen die Brüder außerhalb der Corona-Zeit alle zwei Monate – mal in Mainz, mal in Hannover. „Man hat schon früh gesehen, dass die zwei mit dem Ball umgehen konnten“, sagt Vater Wolfgang Weiland, heute Vereinsvorsitzender von Germania Grasdorf. „Die Jungs waren immer schon fußballverrückt."

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Felix Burmeister (l.) stieg in der vergangenen Saison mit Arminia Bielefeld in die 2. Bundesliga auf. © imago/Sportbuzzer

Und das sind die Weilands bis heute geblieben, auch wenn als Familienväter nun andere Dinge im Vordergrund stehen. „An Niclas schätze ich, dass er sehr empathisch und sozial ist. Er ist überall beliebt“, sagt der jüngere Spross. „Auf Dennis kann man sich immer verlassen. Seine Schlagfertigkeit und seinen Humor mag ich sehr“, sagt Niclas. Diese Brüder verstehen sich einfach – und da macht es keinen Unterschied, ob sie in Mainz, Oberhausen oder Laatzen beisammen sind.