17. Dezember 2020 / 12:26 Uhr

Germania-Kapitän Zerbe: Fünf Jahre kein Fußball, dann brachte ihn der Zufall nach Parsau

Germania-Kapitän Zerbe: Fünf Jahre kein Fußball, dann brachte ihn der Zufall nach Parsau

Yannik Haustein
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Halten sich mit laufen fit: Hund Chuck, Kapitän Marc Zerbe (r.) und seine Teamkollegen Jannik Tronnier (großes Bild, v.) und Robin Werner (h.).
Halten sich mit laufen fit: Hund Chuck, Kapitän Marc Zerbe (r.) und seine Teamkollegen Jannik Tronnier (großes Bild, v.) und Robin Werner (h.). © Cagla Canidar
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Er ist der Kopf der Mannschaft, sein Wort hat auf dem Platz und in der Kabine Gewicht: Der Fußball-Kapitän. In der Corona-Krise ist vieles anders, er aber nicht weniger gefordert. Wie funktioniert Zusammenhalt trotz Lockdown? Wie geht Gemeinsamkeit trotz Einsamkeit? Wie geht Fitness ohne Teamtraining? Der SPORTBUZZER fragt nach: Wie ist die Lage, Kapitän?

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Manchmal braucht es einfach den richtigen Anstoß, um etwas wieder ins Rollen zu bringen. Wie zum Beispiel für die Fußball-Karriere von Marc Zerbe: Fünf Jahre lang hatte der Defensiv-Mann nicht gespielt, der FC Germania Parsau brachte ihn wieder auf den Geschmack - und seit Sommer ist er nun Kapitän des Teams aus der 1. Kreisklasse Gifhorn B.

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Zerbe ist einer der wenigen im Team, die ursprünglich keinen Parsau-Bezug hatten. "Wir haben einen guten Mix aus Parsauern und Wolfsburgern, die früher mal dort gewohnt haben", sagt der 30-Jährige. "Dadurch muss ich nicht viel für den Zusammenhalt tun. Natürlich ist es schwieriger, zu jedem Kontakt zu halten, aber wir tauschen uns über Whatsapp und Skype aus." Unter anderem am Samstag, wenn die Germanen eine virtuelle Weihnachtsfeier abhalten wollen. Zerbe: "Dann sieht man jeden zum Jahresende noch mal, trinkt eben zu Hause seinen Glühwein."

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Der Kapitän selbst hat seine Jugend in den Mannschaften des TSV Wolfsburg verbracht, spielte danach für den SV Osloß und den VfR Eintracht Nord. Abgesehen von einigen Freundschaftsspielen für verschiedene Wolfsburger Teams war danach aber erst einmal Schluss. Denn der gelernte Elektroniker für Automatisierungstechnik, der in der Produktion von Volkswagen arbeitete, stellte für sich persönlich fest: "Drei-Schichten-System und bis zur Rente am Band zu stehen - das muss nicht sein." Also begann Zerbe eine Weiterbildung an den Wochenenden, "dadurch ist der Fokus auf den Fußball aber ein bisschen verloren gegangen. Und nur um die goldene Ananas zu zocken, ist auch nicht meins."

Ein Zufall brachte Zerbe dann nach Parsau und entfachte das Feuer wieder: "Die beste Freundin meiner Freundin ist mit Kevin Schulz zusammengekommen." Die Verbindung zum Klub war also hergestellt, "ich bin dann einfach mal mit zum Training gegangen." Dort überzeugte das FC-Team den Innenverteidiger, wieder die Schuhe zu schnüren. "Es macht einfach Spaß, eine geile Truppe", freut sich Zerbe. "Mittlerweile habe ich wieder richtig Bock."


Seit dem Sommer ist Zerbe als einer der älteren im Team nun Kapitän, wurde von der Mannschaft gewählt. "Als Externer ist das natürlich eine Auszeichnung", freut sich der Abwehrspieler. Neben dem Fußballplatz arbeitet Zerbe an seinem Bachelor-Abschluss als Fach- und Betriebswirt, auch Sport spielt natürlich eine große Rolle. "Ich mache viel Sport, schaue viel Fußball", so Zerbe. Auch Unternehmungen wie Wandern mit Freunden oder Zeit mit Freundin und Hund stehen weit oben auf der Liste. "Ich bin auch gern an der frischen Luft", so Zerbe. "Durch den Hund kommt man ja gut vor die Tür."

Trainingspläne hat Parsaus Trainer Sören Henke seinen Schützlingen übrigens nicht mit in die Winterpause gegeben, "aber sein Anspruch ist jedem klar, sodass jeder auch etwas macht", sagt der Kapitän. "Wir treffen uns auch mal zu zweit zum Laufen, jeder ist aktiv." Ein bisschen Wettbewerb darf es dann aber auch für die Parsauer sein: "Wir vergleichen uns auch auf Lauf-Apps. Das spornt an."

Die etwas anderen Kapitäns-Tipps in der Corona-Krise

Serien-Tipps: Peaky Blinders und Suits. "Beide Serien haben überragende Charaktere."

Podcast-Tipp: Gemischtes Hack. "Die Jungs sind super, machen einen tollen Job."

Buch-Tipp: Der Ernährungskompass von Bas Kast. "Gerade in der Corona-Zeit ist es vielleicht für den einen oder anderen interessant, wie man sich gut ernährt, um sich fit zu halten."