30. November 2019 / 19:15 Uhr

"Wollen Zusammenarbeit verbessern": Germania List unzufrieden mit DRV

"Wollen Zusammenarbeit verbessern": Germania List unzufrieden mit DRV

Stefan Dinse
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Daniel Koch (List) fängt den Ball gegen Robin Pluempe (Heidelberg)
Daniel Koch (List) fängt den Ball gegen Robin Pluempe (Heidelberg) © imago
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Bundesligisten müssen ihre Nationalspieler abstellen, damit sie in der Nationalmannschaft spielen können. Auch Germania List ist davon betroffen. Ihre Spieler fehlen ihnen dann in den wichtigen Bundesliga-Partien. Die Zusammenarbeit zwischen den Vereinen und dem Verband könnte besser laufen. 

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Die hervorragende Rugby-Jugendarbeit von Germania List wird dem Erstligisten gefährlich. So ist die Sichtweise der Lister, die zunehmend Leistungsträger für das olympische Siebener-Rugby abstellen – die dem Erstligisten in den Punktspielen fehlen. „Dieser Spagat zwischen Profisport und Bundesliga droht uns zu zerreißen. Für unsere Abteilung ist das existenzbedrohend. Wir wissen nicht, wie wir damit umgehen sollen“, sagt Spartenleiter Martin Gerlach.

Am Montag reist ein Perspektivteam zu den Dubai Sevens, wo vom 5. bis 7. Dezember ein großes Siebener-Turnier über die Bühne geht.

Bilder vom Rugby-Bundesliga-Derby zwischen Hannover 78 und Germania List

Szene aus dem Rugby-Bundesliga-Derby zwischen Hannover 78 und Germania List. Zur Galerie
Szene aus dem Rugby-Bundesliga-Derby zwischen Hannover 78 und Germania List. ©
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Steht Nationalmannschaft an, sind Spieler für die Bundesliga gesperrt

Beim Deutschen Rugby-Verband (DRV) versteht Sportdirektor Manuel Wilhelm die Aufregung nicht: „Die jeweiligen Spieler haben Athletenvereinbarungen unterschrieben. Sie verdienen Geld damit und werden durch den Olympiastützpunkt in Hannover bestmöglich unterstützt.“ Stehen Maßnahmen der Nationalmannschaften an, sind die Spieler in der Regel für die Bundesliga gesperrt – um Verletzungen zu vermeiden.

Für Maurice Riege und Felix Hufnagel (U19), die ebenfalls in Dubai dabei sind, hatte Germania eine Ausnahme von der Sperre erwirkt.

Wenig Personal in Deutschland

Viel Personal gibt es hierzulande nicht, der Verband ist sehr klein. Im Siebener-Rugby haben die Deutschen inzwischen dennoch Kontakt zur Weltspitze. Nur knapp verpassten sie die Teilnahme an der Weltliga, das große Ziel des amtierenden Europameisters ist Olympia 2014. Das Geschehen konzentriert sich daher immer mehr auf das Siebener- statt auf das klassische 15er-Rugby, das international nur noch drittklassig ist und für das kaum Geld zur Verfügung steht. Die olympische Variante hingegen wird mit rund 2,6 Millionen Euro pro Jahr gefördert.

Germanen-Coach Daniel Stephens kritisiert nicht nur die aus seiner Perspektive mangelhafte Kooperation und Kommunikation zwischen DRV und Vereinen. Er erkennt einen Riss, der sich zwischen den Siebener-Spielern und dem Rest auftut. „In der Mannschaft ändern sich langsam, aber spürbar Sozialgefüge und Zusammenhalt.“ Der Teamgeist nehme Schaden.

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"Siebener-Rugby entfernt sich"

Germania hat mit Niklas Koch und Hendrik Meyer (fehlt mit Kreuzbandriss) zwei aktuelle Siebener-Europameister. Dazu kommen mit Daniel Koch, Riege sowie Hufnagel drei Mann aus dem Perspektivkader. Die Gebrüder Koch sind in der Sportfördergruppe der Polizei und gewissermaßen Halbprofis – beide können dadurch ihren Traum vom Sport auf höchstem Niveau leben. „Ohne diese professionellen Strukturen könnten wir international auch nicht bestehen“, betont Wilhelm. Vize-Olympiasieger England beispielsweise hat einen Siebener-Kader, dessen Spieler überhaupt nicht mehr im Verein am Ball sind.

„Der Erfolg weniger Spieler geht mit viel zu hohen Kosten für die breite Masse einher, das Siebener-Rugby entfernt sich immer mehr von der Bundesliga“, sagt Stephens. Am 11. Dezember ist ein Gespräch zwischen Germania sowie Hannover 78 und dem DRV anberaumt. „Wir wollen die Zusammenarbeit verbessern“, sagt Spartenleiter Gerlach.

Nordmeister 78 beendete die Hinrunde am Samstag beim Hamburger RC. Von 78 ist nur Jarrod Saul für Dubai nominiert.

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