24. März 2019 / 19:35 Uhr

Geruch von frischem Bärlauch liegt über dem Springe-Deister-Marathon

Geruch von frischem Bärlauch liegt über dem Springe-Deister-Marathon

Matthias Abromeit
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Der Start des Marathons an der Harmsmühlenstraße.
Der Start des Marathons an der Harmsmühlenstraße. © Matthias Abromeit
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Der Springe-Deister-Marathon ist nicht nur auf der regionalen Karte angekommen. Auch deutschlandweit und sogar bei den europäischen Nachbarn ist er bekannt. Das wurde schon vor dem ersten Start bei der 43. Auflage klar. Zwischen Kuchenbüfett und Nachmeldeschalter wühlten die zahlreichen Läufer in den Stapeln der Ausschreibungsflyer anderer Rennen.

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Über den Marathon in Köln, den Trollinger-Lauf in Heilbronn oder den City-Halbmarathon in Aarhus war da zu lesen. Exoten waren allerdings der Marathon auf der Chinesischen Mauer und der Two-Oceans-Marathon in Kapstadt eines Laufreisenveranstalters. „Wir bekommen vor unserem Lauf immer viele Anrufe und Anfragen, ob wir deren Unterlagen bei uns auslegen“, erklärte Cheforganisatorin Heike Heinemeyer. Auf Springe und seine mehr als 1000 Läufer sind auch die anderen aufmerksam geworden.

Es war voll wie noch nie

Diese konzentrierten sich aber vorerst auf ihre Rennen am Fuße des Kleinen Deisters. Und da war es voll wie noch nie: 1156 Finisher bedeuteten einen Teilnehmerrekord – erheblich mehr als die bisherige Bestmarke von 1026 Läufern in 2014. Gleich beim ersten Start machten sich ungewohnt viele Athleten auf die Marathondistanz – obwohl einige der 122 Marathonis erst auf den letzten Drücker am Start ankamen. Denn beim Schneechaos im Vorjahr mussten die Springer den Marathonstart vom Sportplatz an die Harmsmühlenstraße verlegen. „Das haben wir nun beibehalten“, sagte Fred Neumann aus dem Orga-Team.

Florens von der Decken geht durch die Decke

Nur war es nicht bis zu allen durchgedrungen: Selbst Heinemeyer ging erst noch vom Start auf dem Sportplatz aus. Nicht so Springe-Neuling Florens von der Decken aus München. Er hatte jedoch die Strecke mit den leichten, aber dennoch kräftezehrenden Anstiegen unterschätzt. Mit seiner Siegeszeit von 2:45:33 Stunden war von der Decken nicht zufrieden – auch wenn es die beste Siegeszeit seit vielen Jahren in Springe war.

Siegerin Kuhn läuft schon den 22. Marathon des Jahres

Dass die Strecke vom Schulzen­trum Süd über Alvesrode und durch das Wisentgehege nicht bestzeitfähig sei, widerlegte Frauen-Siegerin Sylke Kuhn aus Fulda. „Ich wollte eigentlich erst in zwei Wochen beim Hannover-Marathon meine Bestzeit angreifen, aber hier lief einfach alles super zusammen“, sagte Kuhn. In 3:14:06 Stunden holte sie Platz eins – bei ihrem 22. Marathon des Jahres und dem 362. Marathon ihrer Karriere.

Springe-Deister-Marathon

10 Kilometer liegen vor diesen Aktiven. Zur Galerie
10 Kilometer liegen vor diesen Aktiven. ©
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Stammgast gewinnt zum siebten Mal

Auch Stammgast Jörn Hesse aus Delligsen genoss seinen Halbmarathon: „Besonders der Geruch von frischem Bärlauch im Wisentgehege war wirklich klasse.“ Eine Pause, um ein paar Blätter zu pflücken, kam aber nicht infrage, selbst wenn er bei seinem siebten Springe-Sieg nach 1:21:21 Stunden und fast einer Minute Vorsprung vor Christian Krämer (SV Aegir Hannover) Zeit genug gehabt hätte.

Felsmann hält ihre Klappe

Das größte Feld des Tages war in diesem Jahr allerdings das über eine Runde. Auch dabei hielt Sabine Felsmann von der LLG ihre Klappe. „Für eine Startpistole braucht man mittlerweile einen Waffenschein, muss sie hinterher putzen und die ganze Zeit höllisch aufpassen, dass sie nicht wegkommt. Ich hab es mit der alten Startklappe viel lieber“, sagte Felsmann und klappte die 380 Zehn-Kilometer-Läufer auf die Strecke.

Ich bin doch schon M50-Läufer, mit denen halte ich nicht mehr mit

Dort setzten sich die Favoriten sofort ab. Michael Kendelbacher (34:02) aus Barsinghausen, Christian Schlamelcher (34:12) aus Hemmingen und der Langenhagener Andreas Solter (34:28) machten den Sieg unter sich aus. Guido Vollkommer war allerdings auch als Fünfter zufrieden. „Ich bin doch schon M50-Läufer, mit denen halte ich nicht mehr mit“, sagte der Pattenser. Über seine persönliche Bestzeit von 35:50 Minuten freute er sich dennoch. Für den Hannover-Marathon in zwei Wochen lässt das hoffen.

Leistenschmerzen bei Sigmundzik

Frust schob lediglich Janin Sigmundzik aus Gehrden. „Schon nach der Hälfte hätte ich mich liebend gern in mein Auto gesetzt. Ich hatte Leistenschmerzen und bin gegangen“, sagte sie. Fast zehn Minuten für einen Kilometer waren ihr dann doch zu langweilig. Locker trabte Sigmundzik weiter und wurde hinter der Hannoveranerin Elke Berend (39:25) in 43:00 Minuten noch Zweite. Glücklicher wurde die Burgbergstädterin dadurch nicht – der Großteil der Restläufer nimmt nur Positives mit.

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