05. Oktober 2020 / 15:04 Uhr

Geschäftsführer André Krüll hört auf - Neustart bei den EXA IceFighters Leipzig

Geschäftsführer André Krüll hört auf - Neustart bei den EXA IceFighters Leipzig

Uwe Köster
Leipziger Volkszeitung
Krüll
Unter anderem möchte sich André Krüll mehr Zeit für die Familie nehmen. © Dirk Knofe
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Eine Ära geht zu Ende. Geschäftsführer André Krüll, welcher seit der Gründung der IceFighters die Geschicke lenkte, gab auf der Pressekonferenz am Montag seinen Rücktritt bekannt. Ein heißer Kandidat für die Nachfolge soll Coach Sven Gerike sein. 

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Leipzig. Das Hallenproblem (vorerst) gelöst, die Lizenz bekommen, eine volle Sponsorenwand – voller Stolz und Zuversicht präsentierten sich die Exa Icefighters am Montag der Weltpresse. Nach kurzem Rückblick (André Krüll: „Es waren sehr intensive, sehr spannende Wochen, aber wir sind abgehärtet“) und vielen Dankesworten (an Stadt, Vicus AG, Mannschaft, Fans) kam die spektakulärste Nachricht des Tages erst ganz am Schluss: Geschäftsführer André Krüll hört auf.

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Der Rücktritt. „Ich trete als Geschäftsführer zurück“, erklärte Krüll, der die Geschicke der Icefighters seit ihrer Gründung vor zehn Jahren lenkt(e). „Ich brauche mehr Zeit für die Familie, für mich, für die Firma. Es ist an der Zeit für neue Gesichter und neue Impulse“, erklärte der 50-Jährige. Ein neuer Geschäftsführer soll aus dem Kreis der neuen Gesellschafter kommen und – anders als Krüll bisher – hauptamtlich arbeiten. In den nächsten zwei Wochen soll der Wechsel über die Bühne gehen. Heißester Kandidat dürfte Coach Sven Gerike sein. Das Modell Coach/Teammanager in Doppelfunktion ist in der Branche nicht unüblich. Gerike kennt das aus seiner Zeit in Regensburg.

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Neue Gesellschafter: Überhaupt wird Coach Sven Gerike künftig der starke Mann im Verein. Denn der Trainer ist einer der sieben neuen Gesellschafter der Exa Icefighters. Er begründet sein Engagement so: „Ich habe im letzten Jahr schon mehr gemacht als die Mannschaft übers Eis gejagt. Für mich ist selbstverständlich: Wer andere auffordert einzusteigen, muss auch mitmachen und vorangehen. Jetzt sind wir nicht mehr zu zweit, die am Rädchen drehen, jetzt sind wir mehr.“ Die Icefighters – bisher eine UG – sollen in nächsten Wochen in eine GmbH umgewandelt werden.

Saisonstart für 6. November geplant

Die Mannschaft. Aktuell stehen zwei Torhüter, sieben Verteidiger und elf Stürmer unter Vertrag, die Personalien werde man zeitnah vermelden. Gestern traf sich die Mannschaft (zum großen Teil der letztjährige Kader) erstmals. „Ich weiß, dass die Jungs fit sind, wir waren ja im regen Austausch. Fünf Wochen Vorbereitung sind nicht so lang, aber auch nicht anders als in den letzten Jahren“, sagt Gerike. Zum Training geht es zunächst nach Crimmitschau. Die Aggregate zur Eisbereitung im Kohlrabizirkus wurden gestern angeworfen, in zwei Wochen soll das Eis dort gefroren sein. Am 25. Oktober soll das erste Testspiel gegen die Crocodiles Hamburg steigen.

Kohlrabizirkus. Die Spielstätte war Voraussetzung für die Lizenz. Quasi in letzter Minute, am 30. September, wurde der Mietvertrag mit dem Eigentümer Vicus AG unterschrieben, Montagnachmittag erfolgte die Übergabe. Demnach betreiben die Exa Icefighters ein Jahr lang die Arena selbst. Danach? „In dem Jahr muss eine dauerhafte Lösung her, denn so kann es nicht weitergehen. Das ist allen bewusst geworden. Ich bin guter Dinge, dass es eine Lösung gibt, denn auch die Stadt will das“, sagt Gerike. Weiter hoch im Kurs ist die Option, dass die Stadt das Areal von Vicus erwirbt und die Arena selbst betreibt.

Die Saison. Der Saisonstart in der Oberliga Nord ist für den 6. November geplant, einen Spielplan gibt es noch nicht. Das Hygienekonzept der Icefighters – das 900 bis 1000 Zuschauer vorsieht – muss noch bestätigt werden. Corona kann natürlich alles durcheinanderbringen.