19. April 2021 / 16:18 Uhr

Gesundheitsamt entscheidet: Spieler und Staff der BG Göttingen müssen in Quarantäne

Gesundheitsamt entscheidet: Spieler und Staff der BG Göttingen müssen in Quarantäne

Kathrin Lienig
Göttinger Tageblatt
Vorschriftsmäßig: Im Münchener Teamhotel ist jeder BG-Spieler – wie hier Deishuan Booker (r.) und Andrew Onwuegbuzie – dem Hygienekonzept entsprechend allein in den Fahrstuhl gestiegen.
Vorschriftsmäßig: Im Münchener Teamhotel ist jeder BG-Spieler – wie hier die beiden negativ getesteten Deishuan Booker (r.) und Andrew Onwuegbuzie –  dem Hygienekonzept entsprechend allein in den Fahrstuhl gestiegen. © imago-images
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Zwei Wochen Quarantäne nach zwei positiven Corona-Tests: Das Team und die Mitarbeiter der BG Göttingen, die gemeinsam im Bus nach München und zurück gesessen hatten, müssen sich isolieren. Das hat das Gesundheitsamt am Montagnachmittag entschieden.

Das Göttinger Gesundheitsamt hat für die BG Göttingen eine 14-tägige Quarantäne angeordnet. Grund dafür sind die beiden positiven PCR-Tests auf das Corona-Virus bei Spielern der Südniedersachsen vor dem Top Four um den MagentaSport BBL Pokal am Freitagabend und Samstagvormittag im Münchener Teamhotel. Die beiden betroffenen Spieler waren nach den positiven Testergebnissen sofort isoliert worden, konnten später gemeinsam in einem Mietwagen zurück nach Göttingen fahren. Dennoch stufte das Göttinger Gesundheitsamt sämtliche Teammitglieder, die die Reise nach München angetreten hatten, als enge Kontaktpersonen ein.

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Bayern-Spiel kann wohl stattfinden

BG-Geschäftsführer Frank Meinertshagen wird jetzt die Verlegung der nächsten beiden BBL-Spiele gegen Brose Bamberg am Sonntag, 25. April, und die EWE Baskets Oldenburg am Donnerstag, 29. April, beantragen. Nach momentanem Stand kann die Partie gegen den FC Bayern München voraussichtlich – wie ursprünglich terminiert – am Sonntag, 2. Mai, ausgetragen werden.

„Wir bedanken uns für die vielen aufmunternden Nachrichten und die vielen Genesungswünsche aus der gesamten Basketball-Gemeinschaft. Wir wissen das sehr zu schätzen, da diese Solidarität im Profi-Geschäft nicht selbstverständlich ist“, sagte Meinertshagen. „Unsere medizinische Abteilung kümmert sich intensiv um die beiden infizierten Spieler. Einer von ihnen hat stärkere Symptome, die aber zu Hause behandelt werden können, der andere nur leichte.“ Für den BG-Chef kam die Anordnung der Quarantäne nicht überraschend. „Das hatte sich angebahnt“, sagte er am Montagnachmittag. Nun sei es eine logistische Herausforderung, die betroffenen Spieler, Trainer und Mitarbeiter zu versorgen.

Spielerverträge gelten bis Ende Mai

Wie Meinertshagen unmittelbar nach der Turnierabsage angekündigt hatte, hatten alle Geschäftsstellen-Mitarbeiter, die nicht in München dabei waren, bereits am Sonntag die Gelegenheit sich testen zu lassen. Alle bis Montagnachmittag eingegangenen Ergebnisse seien negativ, sodass der Teil der Veilchen-Organisation uneingeschränkt weiter arbeiten könne. „Wir werden in jedem Fall täglich einen Schnelltest machen lassen“, will Meinertshagen kein Risiko eingehen.

Wie es für die BG sportlich weitergeht, steht noch nicht fest. Der Geschäftsführer rechnet mit einer Neuansetzung des Final Four noch im Mai. Zudem müssen die beiden ausgefallenen Spieler nachgeholt werden. Eigentliches Ende der Hauprunde soll Sonntag, 9. Mai, sein. Probleme mit den Spielerverträgen gebe es nicht. „Bis auf zwei Kontrakte laufen sowieso alle bis zum 31. Mai“, sagte Meinertshagen, der seit Freitagabend mit Eintreffen des ersten positiven Testergebnisses einen Telefon-Marathon hinter sich hat. „Das war anstrengend. Ich habe wahrscheinlich alle Rekorde im Dauertelefonieren gebrochen. Da fehlen einem dann abends die Worte. Und ich als Norddeutscher habe ja sowieso nicht so viele Worte“, sagte er mit einem Augenzwinkern. Seinen Humor hatte der BG-Boss angesichts dieser kritischen Situation jedenfalls noch nicht verloren.

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23 Lizenzanträge abgegeben

Auch wenn noch viele Entscheidungen in der aktuellen Saison ausstehen, haben die Klubs bereits ihre ersten Hausaufgaben für die kommende Spielzeit gemacht: Bei der BBL sind zum Stichtag 15. April 23 Anträge zum Linzenzierungsverfahren für die Saison 2021/22 eingegangen. Neben den 18 Erstligisten – haben sich fünf Klubs aus der ProA für eine Erstliga-Lizenz beworben: Hierbei handelt es sich um die Clubs Rostock Seawolves, MLP Academics Heidelberg, Science City Jena, Artland Dragons und VfL Kirchheim Knights.


Der BBL-Gutachterausschuss unter Vorsitz von Peter Behrbohm wird nun in den nächsten beiden Wochen alle eingereichten Unterlagen – insbesondere die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit – analysieren und dem BBL-Lizenzligaausschuss entsprechende Empfehlungen aussprechen. Der BBL obliegt es, die sonstigen Rahmenbedingungen (unter anderem Hallensituation, Situation im Nachwuchsbereich) zu analysieren und zu begutachten.

Der BBL-Lizenzligaausschuss unter dem Vorsitz von Thomas Braumann tritt dann in der ersten Mai-Woche zusammen und entscheidet über die Lizenzerteilung. Die Ergebnisse der Prüfung werden nur den Klubs mitgeteilt, die über die sportliche Qualifikation verfügen bzw. noch die theoretische Möglichkeit haben diese zu erreichen.