14. Juni 2019 / 12:14 Uhr

Gettorfer SC: Das Derby war der Wendepunkt

Gettorfer SC: Das Derby war der Wendepunkt

Max Brosta
Kieler Nachrichten
Auch zu dritt können die Gettorfer Lukas Nickel (li.), Constantin Westphal (Zweiter v. li.) und Kevin Link (re.) den Eckernförder Jan-Ole Jürgensen (Mitte) nicht stoppen.
Auch zu dritt können die Gettorfer Lukas Nickel (li.), Constantin Westphal (Zweiter v. li.) und Kevin Link (re.) den Eckernförder Jan-Ole Jürgensen (Mitte) nicht stoppen. © Uwe Paesler
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Der Vorjahresdritte startete als einer der Top-Favoriten um den Aufstieg in die Saison der Fußball-Landesliga Schleswig. Nicht wenige Trainer anderer Mannschaften legten den Staffelstab mit der Aufschrift „Favoritenrolle“ in die Hände des Gettorfer SC. Wurde das Wort Oberliga in den Mund genommen, wurde meist der GSC als nächstes genannt. Ein schwerer Rucksack für die ambitionierten Rot-Weißen – ein zu schwerer?

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Nach 30 Spieltagen und drei Niederlagen in Folge im Saisonendspurt rutschten die Gettorfer sogar noch auf Platz sechs ab – zu wenig für die Ansprüche der Rot-Weißen. „Schlussendlich war die Saison nicht zufriedenstellend. Unser Ziel war es, solange wie möglich an den oberen Plätzen dran zu bleiben“, sagte GSC-Trainer Christian Schössler.

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Es ist ihnen bis zum 28. Spieltag gelungen. Der Grund, warum der Gettorfer SC an diesem Wochenende als Fünftplatzierter und nicht auf einem Aufstiegsrang liegend in das Derby gegen den Eckernförder SV ging, liegt weiter zurück. „Wir haben in der Hinrunde einfach zu viele Punkte liegen gelassen“, erklärte Schössler.

Schössler: „Nach dem Pokal-Halbfinale und dem verlorenen Derby war die Luft raus."

Personelle Sorgen zwangen den Coach, von Woche zu Woche zu improvisieren. „Nur ganz selten konnten wir die gleiche Mannschaft wie in der Vorwoche auf den Platz bringen“, analysierte er. Eingespielt konnte seine Truppe daher nicht sein. Erlangte die eine Elf Selbstvertrauen, stand eine Woche später eine andere auf dem Rasen. Das führte dazu, dass der GSC bis zur Saisonhälfte lediglich 20 Punkte sammelte und sich auf Rang acht der Tabelle wiederfand.

Doch mit Beginn der Rückrunde fingen die Rot-Weißen an, in schöner Regelmäßigkeit zu punkten. Eine Serie von neun Partien ohne Niederlage ließ den GSC wieder an den Spitzenplätzen schnuppern. „Wir hatten in der Phase den kompletten Kader zur Verfügung – sowohl im Spiel als auch im Training. Das ist auf diesem Niveau extrem wichtig“, betonte Schössler. Doch es folgten wegweisende Partien, die selbst für eine dann doch eingespielte Truppe zu viel waren.

Der Gettorfer SC siegte im Kreispokalhalbfinale gegen den TuS Jevenstedt im Elfmeterschießen. Allerdings unterlief dem GSC in der Verlängerung mit einer vierten Einwechslung ein unerlaubter Wechselfehler, der dafür sorgte, dass er sich am „grünen Tisch“ geschlagen geben musste und nicht ins Finale einzog. Doch selbst danach erkämpfte sich die Schössler-Elf in der Liga gegen Top-Teams wie Jevenstedt und den TSV Nordmark Satrup jeweils drei Zähler.

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Klickt euch durch die Fotos zur Begegnung zwischen dem Gettorfer SC und dem TSV Nordmark Satrup:

Gettorfs Tim Marten Wick (Nr.33) bleibt Kopfballsieger gegen den Satruper Lasse Petersen. Zur Galerie
Gettorfs Tim Marten Wick (Nr.33) bleibt Kopfballsieger gegen den Satruper Lasse Petersen. ©

Was folgte, war der Wendepunkt – eben jenes Derby am 28. Spieltag gegen den Eckernförder SV. Mit einem Sieg wären die Rot-Weißen am ESV vorbeigezogen und hätten die besten Karten im Kampf um den Oberliga-Aufstieg gehabt. Doch der GSC musste sich nicht nur mit 1:3 geschlagen geben, sondern verlor mit Kevin Perro (Gelb-Rot) und David Wagner (Rot) zwei wichtige Spieler für den Saisonendspurt. „Nach dem ESV-Spiel gab es bei uns einen Bruch in unseren Leistungen. Nach dem Pokal-Halbfinale und dem verlorenen Derby war die Luft raus“, gestand Schössler, der letztendlich mitansehen musste, wie der Rivale aus Eckernförde in die Oberliga aufstieg. Dabei hatte doch sein Team vor der Saison den Staffelstab mit der Aufschrift „Favoritenrolle“ im Kampf um die Oberliga in der Hand.