22. März 2018 / 08:34 Uhr

Gettorfs Zug zu schnell für den Eckernförder SV

Gettorfs Zug zu schnell für den Eckernförder SV

Jürgen Griese
Kieler Nachrichten
Zwei, die über Jahre das Spiel ihres Team prägten: Im ersten Duell um Punkte, das vor fünf Jahren ausgetragen wurde, trafen der Gettorfer Julian Arndt (li.) und Arne Meggers vom Eckernförder SV aufeinander.
Zwei, die über Jahre das Spiel ihres Team prägten: Im ersten Duell um Punkte, das vor fünf Jahren ausgetragen wurde, trafen der Gettorfer Julian Arndt (li.) und Arne Meggers vom Eckernförder SV aufeinander. © Griese, Jürgen (jg)
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Nach wechselvoller Derby-Geschichte haben die GSC-Fußballer derzeit die Nase vorn

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Sie ist noch jung, die Geschichte des Nachbarschaftsduells zwischen dem Eckernförder SV und dem Gettorfer SC, das am Wochenende wieder einmal ansteht und das aufgrund der Zugehörigkeit beider zum Kreisfußballverband Rendsburg-Eckernförde auch gern als Kreisderby bezeichnet wird. Ein Kreisderby, das mittlerweile unter völlig anderen Vorzeichen als noch vor fünf Jahren steht, als es nach jahrzehntelanger Pause wieder ein Kräftemessen zwischen den beiden Kontrahenten gab.

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In den Jahren zuvor hatten die beiden Teams häufiger die Klingen gekreuzt. Aber wenn es kein Freundschaftsspiel war, dann war es bestenfalls um Kreispokal-Ehren gegangen. Doch am 14. September 2013 sollte alles anders sein. Der Gettorfer SC war als Kreisliga-Meister in die Verbandsliga Nord-Ost aufgestiegen, in die der Eckernförder SV am Ende der Saison 2010/11 aus der SH-Liga abgestiegen war. Hatte beide Klubs bis dahin eine kleine Fußballwelt getrennt, sollten sie sich nun als ebenbürtige Partner begegnen, in einem Punktspiel. Für den GSC ging seinerzeit ein Traum in Erfüllung, denn jahrzehntelang war er dem Konkurrenten aus Eckernförde erfolglos hinterhergehechelt.

Und so schien es ein Rennen wie zwischen Hase und Igel zu sein, das dann aber vor fünf Jahren zu Ende sein sollte. Der GSC hatte den ESV zu Gast, besaß über die gesamte Distanz die besseren Möglichkeiten, musste sich aber mit einem torlosen Remis begnügen. Das Rückspiel endete 1:0 für denTraditionsklub vom Bystedtredder, in der Saison darauf hieß es ebenfalls 0:0 und 1:0 – dem GSC wollte einfach keinTreffer gelingen.

Zehn Tage nach dem zweiten torlosen Remis, am 29. April 2015, standen sich beide Teams im Kreispokal-Halbfinale erneut gegenüber. Und diesmal sollte es klappen: Die Gettorfer erzielten ihre ersten Treffer gegen den ESV und verbauten dem als leichter Favorit angereisten ESV den Weg ins Endspiel.

Doch wieder war es nur der Pokal. Der ganz große Coup ließ noch ein halbes Jahr auf sich warten: Am 31. Oktober 2015 sollte dann auch der „Punktspielknoten“ endlich platzen – mit 4:2 besiegte der von Tim Rogge trainierte GSC den ESV unter Coach Stefan Mackeprang, der in Gettorf Rogges Vorgänger gewesen war. Damit war Mackeprang übrigens der zweite einst als Spieler in Diensten des ESV stehende Trainer, der sich beim Nachbarn versucht hatte. Rund 20 Jahre zuvor hatte es Manfred Medler für eine Saison nach Gettorf verschlagen.

Mit dem 4:2-Sieg vor zweieinhalb Jahren tat der Gettorfer SC den ersten Schritt in eine sportliche Zukunft, die dem Eckernförder SV bis heute noch verwehrt ist. Seither nämlich klafft die sportliche Schere weit auseinander, so weit, wie es selbst größte Optimisten im rot-weißen Lager zu Zeiten des Aufstiegs nicht zu träumen gewagt hätten. Seit der ersten Niederlage gegen denn GSC konnte der ESV das Derby nicht mehr gewinnen, bezog vielmehr klare Niederlagen gegen den Konkurrenten und kämpft aktuell gegen den Abstieg, während die Gettorfer die Oberliga vor Augen haben.

Wie formulierte es vor anderthalb Jahren der ESV-Vorsitzende Jörg Meyer: „Der Gettorfer SC ist am Eckernförder Bahnhof vorbeigerauscht, und wir laufen zu Fuß hinterher. “Heute sieht Meyer das Ganze etwas positiver und, um im Bild zu bleiben, „uns zumindest schon in Neudorf-Bornstein“, sagt er lachend. Meyer hofft darauf, dass die Verhältnisse entsprechend dem Selbstverständnis des ESV irgendwann wieder zurechtgerückt werden.

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Das Spiel zwischen dem Gettorfer SC und dem Heinkendorfer SV in Bildern:

Jonas Weiden (li./HSV) klärt gegen Erik Empen vom Gettorfer SC. Zur Galerie
Jonas Weiden (li./HSV) klärt gegen Erik Empen vom Gettorfer SC. ©