21. Juli 2020 / 17:51 Uhr

Gewalt gegen Schiedsrichter geht im Amateurfußball weiter zurück

Gewalt gegen Schiedsrichter geht im Amateurfußball weiter zurück

René Wenzel
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Schiedsrichter meldeten weniger Vorfälle mit Gewalt und Diskriminierung beim DFB.
Schiedsrichter meldeten weniger Vorfälle mit Gewalt und Diskriminierung beim DFB. © Pixabay/Montage
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Der Deutsche Fußball-Bund vermeldet eine positive Bilanz: Vorfälle von Gewalt und Diskriminierung gegen Schiedsrichter gehen weiter zurück. Nur noch bei 0,45 Prozent aller erfassten Spiele wurden Gewalt- oder Diskriminierungsvorfälle gemeldet.

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Die Schiedsrichter und Schiedsrichterinnen im deutschen Amateurfußball meldeten in der vergangenen Saison weniger Störungen auf den Plätzen. Das gab der Deutsche Fußball-Bund in einem Lagebericht bekannt. Demnach wurde nur noch bei 0,45 Prozent aller erfassten Spiele ein Gewalt- oder Diskriminierungsvorfall gemeldet.

In der Saison 2017/2018 waren es noch 0,49 Prozent, eine Serie später 0,48 Prozent. "Wir dürfen beim Werben für Fair Play und Respekt niemals nachlassen", sagt der DFB-Vizepräsident Dr. Rainer Koch. Nur 0,03 Prozent der Spiele in der zurückliegenden Saison mussten abgebrochen werden, eine Saison zuvor waren es 0,05 Prozent. "Sportgerichte müssen hart sanktionieren. Weder körperliche Gewalt noch verbale Attacken haben auf dem Fußballplatz etwas verloren. Jeder einzelne Vorfall ist einer zu viel – und jeder Vorfall muss aufgearbeitet werden", betont Koch.

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Man wisse aber auch, dass der Amateurfußball unterm Strich geregelt ablaufe. Es gab aber auch in der abgelaufenen Spielzeit wieder gravierende Einzelfälle. Insgesamt zeige die Statistik aber einen positiven Verlauf. "Für die vergangene Saison können wir mittels des Lagebildes fallende Quoten für Störungen insgesamt, für Gewaltvorfälle, für Diskriminierungsvorfälle und für Spielabbrüche feststellen. Den Spielerinnen und Spielern auf den Plätzen gebührt für ihr faires Spiel auch ein ausdrückliches Dankeschön", so der DFB-Vizepräsident.

Nur 791.216 statt 1,3 Millionen Spiele

Die Aussagekraft der Zahlen ist allerdings nicht wie sonst zu bewerten. Aufgrund der Corona-Pandemie und der Saison-Abbrüche in fast ganz Deutschland wurden statt 1,3 Millionen Partien in der vorherigen Spielzeit nur 791.216 Begegnungen gewertet.

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"Viele Spiele, bei denen es um den Meistertitel oder gegen den Abstieg gegangen wäre, fanden nicht statt. Uns ist bewusst, dass das diesjährige Lagebild daher nicht über die gleiche Aussagekraft wie in den Vorjahren verfügt", sagt Dr. Thaya Vester von der Universität Tübingen, die im Auftrag des DFB jährlich die Erstellung des Lagebilds wissenschaftlich begleitet: "Andererseits konnten wir die Quote der erfassten Spiele steigern, weshalb sich der DFB-Lagebericht des Amateurfußballs kontinuierlich verbessert und wir damit immer besser verstehen, was auf den Plätzen wirklich los ist."

Zimmermann: "Gewalttäter langfristig aus dem Verkehr ziehen"

Ronny Zimmermann, der das Schiedsrichterwesen im DFB-Präsidium vertritt, setzt weiter auf einen besonderen Schutz für die Unparteiischen. "Wir müssen diese Gewalttäter langfristig aus dem Verkehr ziehen, und das tun wir auch. Dabei beschränken sich der DFB und die Landesverbände beim Vorgehen gegen Gewalt und Diskriminierung nicht nur auf das Bestrafen. Unsere Bemühungen haben eine repressive, aber auch eine wichtige präventive und sozialpädagogische Ausprägung", so Zimmermann.

Als Gewalthandlung werden Vorkommnisse gemeldet, bei denen ein Beschuldigter einen Geschädigten körperlich angreift. Dazu zählen Vergehen wie beispielsweise Schlagen, Treten oder Spucken - auch Versuche müssen die Schiedsrichter melden. Eine Diskriminierung liegt vor, wenn die Menschenwürde einer Person oder Gruppe verletzt wird.